EWSA spricht sich gegen eine Monopolisierung der Blockchain aus

Die Blockchain gehört auch nach Ansicht des Europäischen Wirtschafts- und Sozialwirtschaftsausschusses (EWSA) zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft. Dementsprechend sollten auch öffentliche Maßnahmen ergriffen werden, um eine Monopolisierung zu verhindern. 

ESWA Hauptsitz @Wikipedia.org
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EWSA fordert Schutz der Distributed Ledger Technologien

Wie ein Bericht des Europäischen Wirtschafts- und Sozialwirtschaftsausschusses vom 1. August 2019 verdeutlicht, gilt die Blockchain-Technologie (Was ist Blockchain?) als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Dementsprechend fordert der Ausschuss, dass öffentliche Maßnahmen zur Liberalisierung ergriffen werden. 

Die wichtigsten Bemerkungen des Berichts verdeutlichen, dass die EWSA die europäischen Institutionen zur verstärkten Förderung der Distributed Ledger Technologien auffordert. Folglich sollen vor allem die Beobachtungsstelle für Blockchain und die europäische Blockchain Partnerschaft eine wichtigere Rolle einnehmen. Außerdem sei die Implementierung neuer digitaler Infrastrukturen auf Basis der DLT keine reine technologische Entwicklung. Vielmehr handle es sich hierbei um einen Prozess disruptiver, sozialer Innovation in Europa. Guiseppe Guerine, ein Mitglied des EU-Ausschusses, sieht hierbei eine der wichtigsten Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit. Schlussendlich müsse der Fokus allerdings auf die grundlegende Technologie und nicht auf die oftmals bekannten Kryptowährungen liegen. Folglich lassen sich auch hier Parallelen zur Einführung des Buchdrucks ziehen. Auch wenn das erste gedruckte Buch die Bibel war, so galt dies nicht für die folgenden Bücher. Vielmehr führte die Einführung der Technologie zur Revolutionierung des Lebens in Europa. 

Die digitale Kluft müsse verhindert werden

Bereits in der Vergangenheit erkannte der EU-Ausschuss zahlreiche Applikationen zum Einsatz der DLT im sozialen Bereich an. Mitunter lässt sich die Technologie für Spenden oder Spendenaktionen bei NGOs einsetzen. Auch die Governance sozialwirtschaftlicher Organisationen, digitalisierte Zertifikate, die intelligente Verwaltung von Eigentumsrechten, die Optimierung der Telemedizin sowie der Landwirtschaft lässt sich mithilfe dieser technischen Innovation optimieren. 

Nichtsdestotrotz besteht ein Bedarf für öffentliche Maßnahmen, welche eine gerechte Entwicklung der Distributed Ledger Technologien ermöglichen. Dementsprechend verdeutlicht Guerini, dass es keine digitale Kluft geben dürfe, die die Ungleichheit und Ungerechtigkeit fördert. Auch dürfe keine Elite entstehen, die einen Vorteil beim Umgang mit disruptiven Technologien besitzt. Eine solche Entwicklung fördere den Ausschluss ganzer Gruppen von Markt und Wirtschaft. Folglich empfiehlt die EWSA die Einbindung der Zivilgesellschaft. Nur auf diese Weise ließe sich sicherstellen, dass das demokratische Potenzial dieser Technologie fortbesteht.

Außerdem besteht ein latenter Bedarf für eine koordinierte und EU-weite Regulierung. Als Begründung dieser Forderung führt der Europäische Wirtschafts- und Sozialwirtschaftsausschuss den grenzüberschreitenden Einsatz dieser Technologie an. Die zahlreichen Initiativen der Europäischen Kommission verdeutlichen ebenfalls das Interesse an dieser Schlüsseltechnologie sowie das identifizierte Disruptionspotenzial. Folglich hat die EU bereits im Februar 2018 das EU-Blockchain-Observatorium und -Forum ins Leben gerufen. Dies war bereits der erste wichtige Schritt zur Vereinheitlichung der Digitalwirtschaft innerhalb Europas.