Ethereum verbrennt mehr ETH in 24 Stunden als es erzeugt

Ethereum verbrennt

Mit dem London Upgrade inklusive des Ethereum Improvement Proposal, EIP-1559, sollte ein deflationärer Druck auf das Netzwerk von Ethereum ausgeübt werden. Und die Rechnung scheint aufzugehen, zumindest mit Blick auf die vergangenen 24 Stunden. Denn innerhalb dieses Zeitraumraumes wurden mehr Ethereum verbrannt als erzeugt.

Ursprünglich sollte mit dem EIP-1559, welches im August implementiert wurde, das Wachstum von ETH nur verlangsamt werden. Doch schon damals prophezeite die Community die Möglichkeit einer Deflation. Jetzt war es soweit.

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Ethereum wird deflationär – mehr Token verbrannt als gemintet

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden im Ethereum Netzwerk mehr Token verbrannt als gemintet. Das heißt also, dass sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen ETH erstmals verringert als vergrößert hat. Ethereum ist damit, zumindest für die letzten 24 Stunden, ein deflationäres Asset.

Das EIP-1559 ist der Urheber dieser Entwicklung. Am 5. August dieser Verbesserungsvorschlag im Zuge der London Hardfork auf der Ethereum Blockchain integriert. Seit diesem Upgrade ist es möglich, die Blockgröße zu erhöhen, sodass mehr Transaktionen im Netzwerk stattfinden können.

Aufgrund der nach wie vor wachsenden Popularität der dezentralen Finanzen, DeFi, sowie den Non-Fungible Token, NFT, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Verstopfungen im Netzwerk. Transaktionen konnten in der Folge nur sehr langsam ausgeführt werden, da die diversen DeFi Anwendungen die begrenzten Ressourcen des Netzwerks aufbrauchten.

Ein weiterer Teil des EIP-1559 bestand darin, eine Art Grundgebühr für jede durchgeführte Transaktion zu erheben. Doch sollte diese Gebühr nicht an die Miner gehen, die die Transaktionen im Netzwerk validieren, sondern sie sollte verbrannt werden. Dabei werden die gezahlten ETH aus dem Verkehr gezogen, indem sie an eine Wallet geschickt werden, auf die niemand Zugriff hat.

Die Idee dahinter war, das Gesamtangebot von ETH zu reduzieren. Im Gegensatz zu Bitcoin hat Ethereum keine Obergrenze an insgesamt erzeugten Coins. Infolgedessen würde der Preis von Ethereum theoretisch steigen, um die Nachfrage zu decken.

Ein Novum für Experten

Der 24 Stunden Zeitraum, in dem sich erstmalig die Gesamtmenge der verfügbaren ETH verringerte anstatt zu wachsen, erstreckte sich vom vergangenen Donnerstag auf Freitag.

Insgesamt 13.501 ETH wurde verbrannt, jedoch nur 12.500 bis 13.00 ETH an Miner ausgegeben. Dies kann passieren, wenn die Grundgebühr in Zeiten höherer Nachfrage nach Ethereum-Transaktionen nach oben angepasst wird.

Seit die Code-Änderung am 5. August 2021 in Kraft trat, wurden laut der EIP-1559-Tracking-Website Ultrasound Money knapp 200.000 ETH verbrannt. Nach den Preisen von CoinGecko entspricht das etwa 780 Millionen US-Dollar zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Gleichzeitig bewirkte die Änderung auch einen Preisanstieg des Top-Altcoins. Ethereum ist von 2.516 US-Dollar am 4. August auf etwa 3.900 US-Dollar am heutigen Tag gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 56 Prozent in nur einem Monat.

NFT Hype treibt Fee Burning von Ethereum nach oben

Non-Fungible Token oder NFT erleben aktuell einen regelrechten Boom. Besonders OpenSea, ein Marktplatz für NFTs, hat sich dabei hervorgetan. Die Plattform führte in den letzten Tagen und angefochten die Tabelle der meisten Transaktionskosten im DeFi Sektor an.

Burn leaderboard
ETH Burn Leaderboard Quelle: Ultrasound.Money

Doch, nicht nur dort. Eine Vielzahl an Transaktionen führt unweigerlich zu mehr Fee Burning. Blickt man auf die Übersicht der letzten 7 Tage, steht der NFT Marketplace unangefochten auf Platz 1. OpenSea sorgte für genauso viel verbrannte Grundgebühren wie alle ETH Transaktionen, Tether und Uniswap V3 zusammen. Wirklich beeindruckend.

Diese unaufhaltsam wachsende Nachfrage nach digitaler Kunst in Form von jpegs, gif oder dergleichen hat allerdings auch eine Kehrseite. Und zwar sorgt das für einen enormen Anstieg der Gas Fee, also der Transaktionsgebühren, die dann auch wieder verbrannt werden.

Scrollt man durch Cryptotwitter kommt man fast nicht umher, auf einen Tweet über die abenteuerlichen Gebühren für Transaktionen zu stoßen. In den allermeisten Fällen übersteigt dabei die Gebühr den eigentlichen Kaufpreis beziehungsweise das ursprüngliche Transaktionsvolumen.

Doch auch Künstler selbst sind davon betroffen. Schließlich kostet das Minting des Kunstwerks, also die Erstellung des NFT auf der Plattform, ebenfalls Gebühren. So kann es aktuell vorkommen, dass Designer, die sonst regelmäßig neue Werke von sich veröffentlichen, bei der derzeitigen Gebührenlage davon zwischenzeitlich Abstand nehmen.

Fazit – Ethereum erlebt erstmals eine Bestandsverknappung während Gasgebühren durch den NFT Hype befeuert werden

Im Ethereum Netzwerk wurden erstmals innerhalb von 24 Stunden mehr ETH verbrannt als an Miner ausgegeben. Dieses Novum geschah zwischen dem 2. und 3. September 2021, also fast auf den Tag genau einen Monat nach der Integration der London Hardfork und dem EIP-1559.

Die Grundidee des Upgrades war zwar, die Ausgabe an ETH zu verlangsamen, doch führten unterschiedliche Umstände nun dazu, dass Ethereum zum ersten Mal in seiner über sechsjährigen Historie zum deflationären Asset wurde.

Einer dieser Umstände ist zweifelsohne der Wirbel um Non-Fungible Token, insbesondere auf der Handelsplattform für NFT, OpenSea. Diese immense Nachfrage nach der digitalen Kunst treibt die Transaktionsvolumina in die Höhe, was in steigende Transaktionsgebühren resultiert. Das ebendiese Gebühren anschließend direkt verbrannt werden, platziert OpenSea an der Spitze im Burn Leaderboard.

Einer der Wermutstropfen ist allerdings, dass aufgrund der immensen Gasgebühren für ETH-Transaktionen oft den eigentlichen Wert vieler geringwertiger Tokentransfers übersteigen. Ein Ende der Fahnenstange scheint hier allerdings noch nicht erreicht.

Interessant wird in diesem Zusammenhang auch die Rolle von Cardano. Schließlich erhält die ADA Blockchain am 12. September 2021 die Integration von Smart Contracts im Zuge der Alonzo Hardfork. Mit cnft.io ist sogar bereits ein NFT Marktplatz auf ADA Basis live.

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