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CEX vs. DEX – hier liegen die Unterschiede

Nicht erst seit dem Hype dezentraler Finanzprodukte (DeFi) haben decentralized Exchanges (DEX) an Popularität gewonnen.

Doch der Ansturm auf die dezentrale Börse Uniswap entfachte die Diskussion um die Vor- und Nachteile von dezentralen und zentralen Börsen (CEX) von neuem.

Viele Krypto-Enthusiasten glauben daran, dass der Marktanteil dezentraler Börsen in Zukunft deutlich zunehmen könnte.

Und auch viele der etablierten Krypto-Börsen arbeiten derzeit an einer dezentralen Variante ihrer Handelsplätze.

Grund genug, einen Blick auf die Eigenschaften der verschiedenen Börsentypen zu werfen. Wird der Krypto-Handel in Zukunft wirklich vollständig dezentralisiert?

Geschichte von CEX und DEX

Bevor wir die technischen Unterschiede von CEX vs DEX beleuchten, blicken wir einmal in die Vergangenheit zurück. Tatsächlich ist der Handel mit digitalen Währungen und Token, wie wir ihn heute kennen, erst wenige Jahre alt.

Seitdem der „Genesis-Block“ des Bitcoins (BTC) Anfang 2009 geschürft wurde und Satoshi Nakamoto die erste Transaktion überhaupt an Hal Finney sendete, ist einiges passiert.

Ebenfalls im Jahr 2009 legte New Liberty Standard erstmals als eine zentrale Instanz den Preis für 1 BTC fest. Ein Jahr später öffnete die erste Bitcoin-Börse, Mt.Gox, ihre Pforten.

Im Jahr 2014 endete die Arbeit von Mt.Gox in einem der bis heute schwerwiegendsten Diebstähle der Krypto-Geschichte. Hacker erbeuteten 744.000 BTC und die Börse ging bankrott.

In der Zwischenzeit stieg mit Coinbase eine weitere Börse auf, welche heute zu den größten Exchanges der Welt gehört. Die zentralisierte Börse Coinbase aus Amerika eroberte den Markt und bot eine einfache Handelsplattform mit integriertem Wallet und eine professionelle Börse an.

In der Folge und mit zunehmendem Interesse an digitalen Währungen öffneten weitere Börsen ihre Pforten. Börsen wie Binance und Bitfinex konnten sich über die Jahre behaupten und sind heute immer noch relevante CEX Börsen.

Lange führte an diesen Handelsplätzen kein Weg vorbei. Erst mit dem Erfolg dezentraler Finanzanwendungen, sogenannten DeFi Apps rückten dezentrale Exchanges, wie Uniswap oder Sushiswap in den Vordergrund.

CEX vs. DEX – Wo liegen die Unterschiede?

Wie zuvor aufgezeigt, agieren dezentrale und zentrale Börsen seit vielen Jahren parallel zueinander. Auch wenn die Popularität der dezentralen Börsen lange Zeit nicht das Niveau ihrer zentralisierten Gegenparts erreichten, nehmen sie in der Geschichte digitaler Währungen eine wichtige Rolle ein.

Und insbesondere während des DeFi-Hypes konnte die DEX Uniswap sogar das tägliche Handelsniveau des Krypto-Giganten Coinbase übertreffen. Doch warum gibt es überhaupt zwei verschiedene Arten von Börsen und wo liegen die Unterschiede?

Bevor wir uns mit der Funktionalität von CEX beschäftigen, wollen wir zunächst erstmal darauf eingehen, was eine CEX eigentlich ist.

Was ist eine CEX?

Eine CEX oder Centralized Exchange, ist eine Börse, die Nutzern ermöglicht, ihr Echtgeld in Kryptowährungen umzuwandeln.

Zentralisierte Krypto-Börsen agieren wie echte Börsen, unter anderem die Frankfurter Börse, und organisieren den Handel zwischen Käufer und Verkäufer.

95 % des Krypto-Handels wird auf CEX Börsen erzielt.  Ein breites Portfolio an Kryptowährungen ermöglicht CEX Börsen diesen Erfolg.

In der Regel agieren CEX unter behördlicher Aufsicht und haben umfangreiche Know-Your-Customer-Richtlinien integriert.

Vor allem Anfänger nutzen diese Art der Börse, da der zentralisierte Aufbau eine bedienerfreundliche Plattform ermöglicht, welche den Kauf und die Verwaltung von digitalen Währungen besonders einfach macht.

Wie funktioniert eine CEX?

Zentralisierte Börsen verfügen über ein eigenes Auftragsbuch, in diesem wird jede Order erfasst und validiert. Um die Korrektheit zu gewährleisten, erfolgt der Datenaustausch intern über eigene Server und durchläuft zentrale Sicherheitsprozesse.

Die zuvor beschriebene Einfachheit der Plattform bedingt allerdings, dass die privaten Schlüssel der integrierten Wallets auf der Börse verbleiben. Verliert man den Zugriff auf seine CEX Wallet, dann verliert man auch den Zugriff auf seine Kryptowährungen.

Sollte sich ein Betrüger durch Phishing oder einen Hack Zugriff auf die Anmeldeinformationen verschaffen können, hat er direkten Zugriff auf das eingelagerte Krypto-Vermögen.

Zentralisierte Exchanges haben feste Gebühren, welche beim Handeln anfallen. Konzeptionell funktioniert eine Krypto-Börse nach demselben Prinzip, wie jede andere Börse auf.

Ein Matchmaking-Algorithmus regelt Angebot und Nachfrage und das Order Book speichert die Aufträge der Nutzer.

Was ist eine DEX?

DEX sind Börsen, die den Handel zwischen zwei Parteien ermöglichen, ohne dabei einen auf einen Mittelsmann angewiesen zu sein. Die Nutzer handeln auf der Plattform Peer-to-Peer und anonym.

Im Gegensatz zu einer CEX werden keine Kryptowährungen verwahrt. Um eine DEX nutzen zu können, wird eine eigene Wallet benötigt. Die meistgenutzte Wallet für dApps ist MetaMask.

Bekannte DEX Plattformen sind Uniswap oder PancakeSwap. Mit Uniswap wird größtenteils auf der Ethereum-Blockchain gehandelt. PancakeSwap dagegen ist der Anbieter für den dezentralen Handel auf der Binance Smart Chain.

Mehr Informationen zu dezentralen Exchanges findest Du in unserem Artikel.

Wie funktioniert eine DEX?

Der Unterschied zu zentralisierten Börsen liegt darin, dass all diese Funktionen dezentralisiert sind. Zu diesem Zweck basiert eine DEX nicht auf internen Servern und einer eigenen IT-Infrastruktur, sondern fungiert als eine dezentrale Anwendung (dApp) auf einer Blockchain.

Grundsätzlich gilt es hier zwischen zwei Arten von dezentralen Börsen zu unterscheiden: währungsorientierten und währungsneutralen DEX.

Erstere basieren häufig auf der Ethereum-Plattform und nutzen Ether (ETH) als zentrales Tauschmittel. Darüber hinaus sind aber auch andere Blockchains als infrastrukturelle Basis denkbar, jedoch weist Ethereum hier den mit Abstand höchsten Marktanteil auf.

Zweitere basieren nicht auf einem bestimmten Ökosystem und sind somit nicht auf die Transferwährung einer Blockchain angewiesen. Sogenannte Atomic Swaps ermöglichen einen schnellen Austausch von Kryptowährungen, welche auf verschiedenen Blockchains liegen.

Der Austausch wird mittels Smart Contracts geregelt, in dem die beteiligten Parteien jeweils die zum Tausch vorgesehenen Vermögenswerte einzahlen.

DEX Visualisierung
Visueller Unterschied zwischen einer Centralized und einer Decentralized Exchange

DEX vs. CEX – Vor- und Nachteile

Wie zuvor schon deutlich wurde, unterscheiden sich zentralisierte und dezentralisierte Börsen fundamental voneinander. Dieser Unterschied sorgt dafür, dass beide Börsentypen bestimmte Vor- und Nachteile aufweisen.

Im Folgenden gehen wir auf die jeweiligen Unterschiede ein und stellen die wesentlichen positiven und negativen Eigenschaften hervor.

Vorteile einer DEX:

  • Eine dezentrale Börse ist frei von staatlichen Auflagen, Regularien oder Überwachungen.
  • Nutzer stehen im direkten Handel gegenüber und es gibt keine dritte Partei, die in den Austausch eingebunden ist. Jeder Nutzer hat vollen Zugriff auf seine privaten Schlüssel und somit auf sein Krypto-Vermögen.
  • Es gibt kein Authentifizierungsverfahren, kein KYC und es müssen keine persönlichen Dokumente hochgeladen werden.
  • Zwischen der Börse und einer Behörde erfolgt kein Austausch persönlicher Daten.
  • Der generell günstige Handel mit einer Vielzahl von Handelspaaren verläuft über ein dezentrales Server-Netzwerk.
  • Da eine DEX unmittelbar auf der Blockchain liegt, kann sie nicht Ziel eines Angriffs auf einen zentralen Server sein.

Nachteile einer DEX:

  • Der Handel auf einer dezentralen Exchange ist in der Regel deutlich langsamer als auf den zentralisierten Varianten.
  • Wenn kurzfristig auf veränderte Marktsituationen reagiert werden muss, eignen sich dezentrale Börsen kaum als geeigneter Handelsplatz.
  • Die Liquidität auf DEX ist deutlich geringer als bei CEX.
  • Das verhältnismäßig frische Konzept dezentraler Exchanges bedingt, dass es deutlich weniger Trader gibt als bei CEX.
  • Noch hält sich auch der Funktionsumfang von DEX in Grenzen.  Limit Orders, Margin-Trades oder Stop-Losses suchen viele Trader hier vergebens. Die meisten dezentralen Börsen arbeiten jedoch an einer Möglichkeit, die von CEX bekannten Funktionalitäten zu übernehmen.

Vorteile einer CEX:

  • Die Benutzeroberflächen sind auch für Anfänger leicht zu verstehen und die Prozesse und das Vorgehen lassen sich schnell verinnerlichen.
  • Leichter und unkomplizierter Zugang zu den jeweiligen Handelsoptionen.
  • Generell hoher Funktionsumfang mit verschiedenen Handelsmöglichkeiten und einem breiten Angebot an Kryptowährungen.
  • Durch das hohe Trading-Volumen weisen CEX eine hohe Liquidität auf.
  • Das rege Treiben an den zentralisierten Handelsplätzen sorgt für eine Vielzahl von Kauf- und Verkaufsaufträgen, sodass ein marktschonender Handel gewährleistet wird.
  • CEX basieren auf einer individuellen und zentralen Infrastruktur. Diese ermöglicht einen schnellen Transaktionsaustausch, fast in Echtzeit.
  • Die Algorithmen der führenden Börsen können tausenden Orders pro Sekunde verarbeiten. Trader können ohne Wartezeit auf veränderte Marktsituationen reagieren.
  • Die großen Mainstream-Börsen bieten ein breites Angebot an digitalen Währungen mit unzähligen Handelspaaren. Gleichzeitig sind auch Ein- und Auszahlungen in Fiat-Währung möglich.

Nachteile von einer CEX:

  • Die Nutzer lagern ihr Krypto-Vermögen auf der Börse. Die integrierten Wallets sind Teil des Systems und entziehen sich somit der Kontrolle des Nutzers.
  • Da der Besitz der privaten Schlüssel bei der Börse obliegt, besteht die Gefahr des Totalverlustes, sollte die Börse kompromittiert werden (Not your Keys, not your Coins).
  • Diskutabler Nachteil: die zentralisierten Börsen stehen unter der Kontrolle von Aufsichtsbehörden, Drittanbietern und gesetzlichen Vorschriften.
  • Um Geldwäsche zu verhindern, sind die Betreiber angehalten, umfangreiche Daten über ihre Kunden zu sammeln (KYC). Diese Regularität steht entgegen dem Grundgedanken von Kryptowährungen.

Zusammenfassung: CEX vs. DEX – ein ewiges Duell ohne Sieger

Das große Interesse an dezentralen Finanzanwendungen (DeFi) sorgte für einen Ansturm auf dezentrale Exchanges (DEX). Diese Art des Handelsplatzes beschreibt eine Börse, welche unmittelbar auf einer Blockchain basiert, ohne zentrale Kontrollinstanz agiert.

Als eine der umfangreichsten Formen von dezentralen Anwendungen ermöglichen DEX den klassischen Handel mit Kryptowährungen. Der Vorteil dabei: die Nutzer können ohne Anmeldung sofort handeln und sind jederzeit im Besitz ihrer privaten Schlüssel.

Dem gegenüber stehen zentralisierte Börsen – abgekürzt CEX. Ein CEX (Beispiele: Binance, Huobi, Coinbase) basiert auf einem zentralen System, welches auf einer eigenen Infrastruktur beruht. Im Gegensatz zu einer DEX kontrolliert immer ein Dritter das Handelsgeschehen.

Zentralisierte Börsen überzeugen durch ihre hohe Liquidität und den schnellen Transaktionsaustausch. Der Nutzer ist in dem Zusammenhang jedoch immer von der Börse abhängig und hat keinen Zugriff auf seine privaten Schlüssel.

Wie unsere obige Übersicht bereits verdeutlicht hat, weisen beide Börsenarten ihre Vor- und Nachteile auf. Die Daseinsberechtigung beider Varianten ist unbestritten.

Die völlige Dezentralität einer DEX fährt im Einklang mit den Grundgedanken von Satoshi Nakamoto bei der Entwicklung des Bitcoins.

Für viele Trader spricht die Performance von CEX jedoch klar für die Verwendung von Mainstream-Börsen.

Viele CEX haben jedoch die Vorteile dezentraler Börsen erkannt und arbeiten mittlerweile an eigenen Varianten oder integrieren die Eigenschaften von DEX in ihre Systeme.

Möglich ist daher eine zukünftige Verschmelzung beider Varianten an den entsprechenden Schnittstellen.

FAQ

Was ist ein CEX listing?

Wenn ein Token neu an einer zentralisierten Krypto-Börse gehandelt wird, spricht man von einem CEX Listing. Das Gegenteil dazu wäre, ein DEX Listing. Hierbei würde der Token auf einer dezentralen Börse erstmalig gehandelt.

Was ist eine CEX Wallet?

Eine CEX Wallet ist eine Wallet, die bei einer Krypto-Börse hinterlegt ist. Diese Wallet ist nicht im Besitz des Nutzers und birgt somit hohe Sicherheitsrisiken. Bei einer solchen Art von Wallet ist der Sicherheitsschlüssel bei der Börse hinterlegt. Empfohlen wird, eine eigene Wallet zu nutzen, beispielsweise Metamask.

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