Cardano startet Alonzo Hardfork – unter kritischen Stimmen

Cardano Alonzo Hardfork

Der 12. September 2021 wird in die Geschichtsbücher von Cardano eingehen. Dieses Datum markiert die Einführung der Smart Contract Funktionen auf der Cardano Blockchain. Damit wird das Projekt von Gründer Charles Hoskinson unter großer Voraussicht zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Ethereum.

Doch die letzten Tage und Wochen verliefen etwas holprig für Cardano und Kritiken wurden laut in der Community, vor allem auf Twitter und YouTube. Mehrheitlich wurden Hoskinson und sein Team damit konfrontiert, dass jahrelanges Forschen und Beobachten der Konkurrenz wenig hervorgebracht haben und Entwickler von dApps, also dezentralen Anwendungen, in der Prelaunch-Phase ihre Projekte wieder zurücknahmen.

Ein Paradebeispiel für Theorie vs. Praxis, doch den ADA Kurs scheint das wenig zu kümmern. In Vorfreude auf das Alonzo Upgrade legte er im Laufe der Woche nach dem Flashcrash am 7. September über 12 Prozent zu.

Cardano ermöglicht bald Smart Contracts

Heute Abend um 21:44:51 UTC, also kurz vor Mitternacht im DACH-Raum, gibt Cardano mit der Implementierung der Alonzo Hardfork den Startschuss für Smart Contracts auf seiner Blockchain. Aufgrund von diversen Problemen mit dem Design haben jedoch mehrere dezentrale Anwendungen ihren Start verzögert. Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Alonzo nur mit einigen „Spielzeug-Smart-Contracts“ live gehen, die von Cardanos Schöpfer selbst entwickelt wurden.

Smart Contracts sind selbstausführende Bestandteile von Computercodes, die die Grundlage für dezentrale Anwendungen wie etwa dezentrale Börsen und non-custodial Lending Apps bietet. Mit Alonzo möchte Cardano nun Ethereum, die Smart Contracts bereits 2015 eingeführt hatten, Marktanteile im in diesem Sektor streitig machen.

Was ambitioniert und einfach klingen mag, entpuppt sich in der Realität allerdings nicht so. Die erste Cardano dApp, eine Multipool Exchange namens Minswap, stellte kurz nach ihrem Start die Arbeiten direkt wieder ein, da essenzielle Funktionen nicht möglich waren. Die Schwierigkeit bestand darin, mehrere Transaktionen gleichzeitig zu verarbeiten, also einer der Kernfunktionen für Anwendungen im DeFi-Bereich. Spott und Hohn blieben da natürlich nicht aus.

IOHK, das Unternehmen hinter Cardano, konterte in einem Tweet damit, dass es sich hierbei um Spekulationen handelt und lediglich auf Falschannahmen und FUD basiert. Hingegen bietet der Umgang mit nicht durchgeführten Transaktionen ein größeres Maß an Sicherheit und Vorhersehbarkeit der zu zahlenden Gebühren.

In dem Tweet nahm sich der Verfasser ebenfalls die Zeit, nochmals auf die einzelnen Punkte einzugehen. Der Thread gibt erneut Aufschluss darüber, warum Cardano so funktioniert wie es funktioniert und welche Möglichkeiten zur Abhilfe zur Verfügung stehen, die Problematik der Gleichzeitigkeit, also der Ausführung mehrerer Transaktionen parallel, zur Verfügung stehen.

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Probleme von Cardano vor der Alonzo Hardfork sind real

Trotz der ausführlichen Erklärung konnte IOHK seine Probleme nicht mit einem einzigen Tweet-Thread aus der Welt schaffen. Daher wird das Upgrade sehr wahrscheinlich vorerst ohne den Launch viele Top-Anwendungen auskommen müssen.

Mehrere dezentrale Börsen haben bereits erklärt, dass sie ihren Start verschieben werden, bis endgültige Lösungen für den Engpass bei den Transaktionen gefunden sind.

Die dezentrale Börse Minswap startete letzte Woche im Testnet und stieß sofort auf Probleme. Benutzer konnten aufgrund des Transaktionsengpasses keine Swaps durchführen und das Projekt musste sein Testnet vorerst schließen. Die Vermutung liegt nahe, dass es anderen Projekten ähnlich erging.

Doch Abhilfe scheint in Sicht. Drei wichtige dApps, die auf Cardano aufbauen, SundaeSwap, Maladex und OccamFi, sagten, dass sie Lösungen konzipiert haben, die die entstehenden Herausforderungen überwinden können. Es wurden mehrere Skalierungslösungen vorgeschlagen, die von der Zusammenfassung mehrerer Transaktionen bis hin zu Layer-2-Protokollen und Sidechains reichen.

Allerdings wird die Umsetzung dieser Alternativen noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. SundaeSwap hat geplant, Mitte Oktober zu starten, und andere haben einen ähnlichen Zeitplan angedeutet. Aber diese Angaben sind bis dato vorläufig.

Seit der Markteinführung im Jahr 2015 stützte sich der Ruf von Cardano immer darauf, dass seine Technologie penibel erforscht und getestet wird. Aktualisierungen des Protokolls durchlaufen stets eine lange Prüfung durch Wissenschaftler.

Ein misslungener Start könnte also als großer Rückschritt gewertet werden. Doch ganz mit leeren Händen steht Cardano nach der Hardfork nicht da, wie IOHK CEO Charles Hoskinson in einem YouTube-Stream am Mittwoch bestätigte. Einige selbstprogrammierte Anwendungen werden nach erfolgreicher Implementierung des Upgrades zur Verfügung stehen.

Alonzo Hardfork lässt Kurse steigen

Während der Zeitpunkt der Smart Contract Funktion immer näher rückt, ist der Preis von Cardanos nativem Asset, ADA, an der Börse von Binance um fast 16 Prozent gestiegen.

Das Team von Santiment, einem On-Chain-Datenanbieter, warnt jedoch. Der Preis könnte wieder stark fallen, sobald die ADA-Community zur sehr gehyped oder gar ängstlich wird.

Am 7. September stürzte ADA zusammen mit anderen Kryptowährungen aufgrund eines Flashcrashs von knapp unterhalb der 3 US-Dollar Marke stark ab und markierte kurz darauf aufeinanderfolgende Tiefststände von 2,16 US-Dollar und dann 2,21 US-Dollar.

Laut Hoskinson ist der Preisrückgang von ADA allerdings nicht auf die technischen Probleme hinsichtlich der Gleichzeitigkeit von Transaktionen bei Minswap, sondern vielmehr auf die Korrektur von Bitcoin zurückzuführen.

Zum Zeitpunkt des Artikels steht der Kurs von Cardano bei 2,72 US-Dollar und damit etwas mehr als 12 Prozent unterhalb seines bisherigen Allzeithochs vom 2. September.

Fazit – Cardano hat nach der Alonzo Hardfork noch viel Arbeit vor sich

Eines der langersehntesten Protokollupgrades in der Geschichte seit der Veröffentlichung des Bitcoin Whitepapers von Satoshi Nakamoto findet am 12. September statt. Mit der Alonzo Hardfork finden Smart Contracts den Weg in die Blockchain von Cardano.

Nach jahrelangem Forschen und Entwickeln wird das Upgrade allerdings nicht mit den antizipierten Top-Anwendungen beispielsweise von dezentralen Handelsplattformen, sondern ‘nur’ mit einigen dApps aus dem Hause IOHK selbst.

Aufgrund der technischen Herausforderungen, mehr als eine Transaktion auf einmal durchzuführen, verschoben viele Projekte ihren Start auf der Cardano Blockchain nach hinten. Daher wird sich erst in wenigen Monaten zeigen, welches Potenzial Cardano tatsächlich entgalten kann, so dem auch sei.

Auch auf den weiteren Kursverlauf dürfen wir gespannt sein. Lassen sich die Investoren von den aufgetretenen Problemen beeinflussen oder überwiegt der Optimismus, Teil eines sehr vielversprechenden Projektes zu sein, mehr. Wir behalten die kommenden Tage und Wochen für Sie im Auge.

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