Boehringer Ingelheim und IBM – Blockchain im Gesundheitswesen

Die kanadische Tochter des amerikanischen Technologiekonzerns IBM hat eine Partnerschaft mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim abgeschlossen. Beide Unternehmen möchte die Blockchain im Gesundheitswesen implementieren, um die Dokumentation der Gesundheitsdaten zu verbessern. 

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IBM Office in Kalifornien

Verbesserung der Dokumentation im Gesundheitswesen durch den Einsatz der Blockchain-Technologie

In einem offiziellen Statement gab der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim bekannt, dass das Unternehmen eine Kooperation mit IBM abgeschlossen hat. Demnach möchten beide Unternehmen die Blockchain in der Gesundheitsbranche implementieren, um eine bessere Dokumentation sämtlicher Gesundheitsdaten zu gewährleisten. Dabei soll insbesondere die Integrität der Daten sowie die Transparenz und die Sicherheit der Patienten gewährleistet werden. Auch die Reduzierung von Kosten und die Automatisierung einzelner Prozesse steht im Fokus der Kooperation. 

Dr. Uli Broedl, der Vorstand des Bereichs „Medical and Regulatory Affairs“ bei Boehringer Ingelheim, sieht das Gesundheitswesen als ein besonders komplexes und kompliziertes Ökosystem an. Vor allem die Vielzahl der Stakeholder, das limitierte Vertrauen, die niedrige Transparenz und ineffiziente Prozesse sorgen ein geringes Maß an Kundenzurfriedenheit. Im Zuge der Kooperation wird IBM die Blockchain-Technologien zur Verfügung stellen und das Vertrauen und die Transparenz für den Testprozess zu gewährleisten.

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IBM fokussiert die Gesundheitsbranche

Grundsätzlich zeigt sich durch die Kooperation mit Boehringer Ingelheim, dass IBM an einer Vielzahl von Blockchain-Projekten im Gesundheitswesen mitwirkt. Noch im Januar gab IBM eine Kooperation mit dem amerikanischen Versicherungsriesen Aetna bekannt. Demnach arbeiten beide Unternehmen an der Entwicklung eines Blockchain-Netzwerks, welches sich insbesondere auf die Bedürfnisse der Gesundheitsbranche ausrichten soll. Das neue Blockchain-Netzwerk soll mehr als 39 Millionen Kunden adressieren und die umfangreichen Bewertungsprozesse im Versicherungsgeschäft optimieren. Neben der generellen Abwicklung soll zudem auch der Zahlungsprozess an sich beschleunigt und optimiert werden, sodass die allgemeine Kundenzufriedenheit steigt. Auch Boehringer Ingelheim gilt als forschungsorientiertes Pharmaunternehmen, welches sich vor allem auf die Entwicklung von Therapien fokussiert. Im Jahr 2017 realisierte das Unternehmen Umsätze von rund 18 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist seit 1972 in der Zentrale in Montreal, Quebec stationiert.  

Neben diesen beiden Unternehmen arbeiten jedoch auch andere Unternehmen an der Implementierung der Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen. So hat das Blockchain-Unternehmen Bitfury jüngst eine Kooperation mit dem Radiologie-Marktplatz Medical Diagnostic Weg (MDW) abgeschlossen, um eine Blockchain-basierte Plattform zum Verwalten, Teilen und Sichern medizinischer Berichte und Diagnosen zu entwickeln. Insbesondere Unterlagen wie Röntgenbilder und CT-Scans gehören zum möglichen Portfolio der Plattform. Auch die Pistoia Alliance, hat das eigene Blockchain-Projekt aus dem Medizinbereich ausgeweitet. Nun soll das Teilen von Daten, die Integrität der Daten sowie deren Identität gewährleistet werden. Das Projekt fokussiert den Einsatz der Blockchain-Technologie zur Validierung einzelner, externer Quellen, sodass ein reger Datenaustausch zwischen Unternehmen avisiert werden kann.