Blockchain-Zertifikate vielfältig einsetzbar

Blockchain Zertifikate

Blockchain-Zertifikate finden sich in zahlreichen Branchen. Häufig sind sie bereits Teil von betrieblichen Prozessen oder Bestandteil etablierter Enterprise-Solutions. Neben den Finanzzertifikaten sind auch Zertifikate zur Authentifizierung und Zertifikate als Teil von Dokumentationen, wie beispielsweise für Audits, auf der Blockchain steuerbar.

Was ist ein Zertifikat?

Unter dem klassischen Begriff eines Zertifikates verstehen Anleger komplizierte Finanzprodukte. Es geht dabei um Schuldverschreibungen, also Wertpapiere, die in der Regel von einer Bank ausgegeben werden. Der Anleger erhält keinen festen Zinssatz. Die Wertentwicklung eines Zertifikates ist von der Wertentwicklung anderer Finanzprodukte abhängig.

Zertifikate setzen in der Regel auf Aktien, Indizes oder Rohstoffe. Sie sollten nur von erfahrenen Anlegern genutzt werden, denn oft sind die ohnehin hohen Kosten nicht vollständig ausgewiesen. Außerdem ist ihr Aufbau so komplex, dass dafür Erfahrung notwendig ist.

Entwickeln sich die Märkte anders als geplant, drohen hier außerdem hohe Verluste für die Investoren. Ein anderer Begriff für Zertifikate in der Finanzwelt lautet Derivate. Setzen können Anleger nicht nur auf steigende Preise des Basiswertes, sondern auch auf fallende oder stagnierende Kurse.

Was ist ein Blockchain-Zertifikat?

Bei der Überprüfung von Echtheit und Gültigkeit bestimmter Dokumente entsteht meist allen Beteiligten ein hoher Arbeits- und Kostenaufwand. Blockchain-Zertifikate helfen dabei, die Echtheit von bis dahin unbeglaubigten Kopien der Dokumente zu überprüfen.

Sind die Dokumente einmal gespeichert, lassen sich die Informationen ewig verfolgen und sind damit nachvollziehbar. Ohne die Blockchain Technologie würde das Verfahren dazu führen, dass die Zertifizierungsstelle kontaktiert werden muss, um bei der Nachfrage zu prüfen, dass es sich um eine Kopie des Originials handelt.

Der Begriff der Zertifikate ist mit Blick auf die DLT breit anwendbar, denn es kann sich um ein einzelnes Dokument wie etwa ein Zeugnis handeln, aber auch um den gesamten beruflichen Werdegang einer Person. Außerdem sind Zertifikate in der Finanzwelt existent und die Blockchain Technologie macht bereits heute das Handeln mit Kryptowährungen und Krypto-Assets möglich.

Zertifikate finden sich zudem in der Branche der Akkreditierungsstellen. Hier belegen sie beispielsweise ein Management-System oder ein bestandenes Audit für eine DIN ISO Prüfung.

Smart Contracts regeln die Verifizierung der Dokumente in den Blockchain-Zertifikaten. Über die automatisierten Verträge, die auf Basis von “Wenn-Dann-Regeln” bestimmte Aktivitäten ausführen, können Zertifikate hinzugefügt, bearbeitet oder entfernt werden. Die öffentlichen und nicht-persönlichen informationen sind auf der Blockchain abgespeichert.

Der Zugang für die Berechtigten wird ebenfalls auf Basis von Smart Contracts geregelt. Ein digitaler Fingerabdruck als Hashwert ist in der Blockchain hinterlegt und stellt die vergebenen Berechtigungen sicher.

Welche Blockchain-Zertifikate gibt es?

Die Verwendung des Begriffes ist nicht auf eine Branche oder eine Definition festgelegt. Aber egal, welche davon wir auswählen: alle Zertifikate können inzwischen auf der Blockchain abgebildet werden. Unabhängig davon, ob es sich um Finanzzertifikate oder Dokumente oder Ursprungsnachweise handelt.

Zertifikate in der Finanzwirtschaft

Es gibt eine Vielzahl von Finanzzertifikaten im klassischen Markt. Doch mit Blick auf Kryptowährungen sind die sogenannten Blockchain-Zertifikate interessant, wie beispielsweise das Partizipationszertifikat von Vontobel oder das Endlos-Zertifikat von Lang & Schwarz.

Das Blockchain-Zertifikat basiert auf einer Blockchain und dort übernimmt die Technologie die Rolle des sogenannten Zentralverwahrers. Bei Vontobel können Anleger nun auf mehr als eine Kryptowährung und ihre steigende Wertentwicklung setzen, und zwar sind das im Rahmen des Partizipationszertifikates zu je 20 % Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Ripple und Litecoin.

 

Zertifikate Vontobel Blockchain
Quelle: vontobel.com

Vontobel Blockchain-Zertifikat

Das Zertifikat von Vontobel bildet dabei aber nicht die echten Kryptowährungen ab, sondern diese lediglich in Form eines Derivates. Das bedeutet, Investoren setzen auf die Kursentwicklung der genannten Coins. Damit sind Anleger nahezu 1:1 an Kursgewinnen und Kursverlusten dieser Kryptowährungen beteiligt. Einen vordefinierten Rückzahlungstag gibt es nicht. Für die Beteiligung benötigen Interessenten lediglich ein Wertpapierdepot.

Lang & Schwarz AG Blockchain-Zertifikat

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft bietet Blockchain-Zertifikate an, bei dem die Investoren auf Endlos-Zertifikate für verschiedene Kryptowährungen setzen. Unter anderem sind das der Bitcoin, aber auch IOTA und Ethereum. Die Blockchain-Zertifikate sind genau wie bei Vontobel von der BaFin reguliert. Das bedeutet, der Anleger ist gegen Ausfälle durch das Emittentenrisiko weitestgehend abgesichert.

Während Privatinvestoren natürlich einfach eine eigene Wallet installieren und dort Bitcoin oder andere Coins handeln können, liegen die Vorteile bei einem Blockchain-Zertifikat bei den hohen Sicherheitsstandards und der schnellen Liquidität.

Die hohe Sicherheit basiert auf der Verwaltung über das Depot und dessen IT-Schutzmechanismen gegen Hacker und Cyberkriminelle. Die Liquidität zeigt sich in der Möglichkeit, das Blockchain-Zertifikat börslich und außerbörslich zu handeln, wie jedes andere Anlagezertifikat auch.

LBBW Blockchain-Zertifikat FAZ

Die Landesbank Baden-Württemberg setzt ebenfalls auf die Blockchain-Zertifikate und bietet ein LBBW Favoriten-Aktien-Zertifikat (FAZ) Blockchain an.

Das Zertifikat bildet die Kursentwicklung des LBBW Research Blockchain-Favoriten-Aktien-Index ab. Der Index enthält die Aktien der sogenannten Blockchain-Favoriten von LBBW Research. Diese Unternehmen weisen alle eine hohe Affinität zur Blockchain-Technologie auf und haben außerdem ein „Kaufen“- oder „Halten“-Rating von LBBW Research. Die Laufzeit des Zertifikats ist nicht begrenzt. Quelle: BW-Bank

Das LBBW Blockchain-Zertifikat basiert auf den Entwicklungen des Blockchain-Favoriten-Aktien-Index der Landesbank Baden-Württemberg, in denen laut Unternehmen die Blockchain-Favoriten des LBBW Research abgebildet sind. Dieser überprüft wöchentlich die Aktienwerte im Index. Damit soll das Risiko für Anleger breiter gestreut sein, als bei Anlagen in Einzelaktien.

Zertifikate für Management-Systeme

Blockchain-Zertifikate können Vertrauen zwischen Partnern fördern. Zertifizierungen, Management-Systeme und Akkreditierungen lassen sich mithilfe von Blockchain-Zertifikaten belegen und bilden die Basis für vertrauensvolle Abschlüsse und Transaktionen. Mit ihnen sind aber in der Vergangenheit auch häufig kriminelle Geschäfte abgeschlossen worden.

Das lohnt sich immer dann, wenn durch die Ausstellung eines Zertifikates die Befähigung eines Unternehmens, beispielsweise zum Export von Waren in bestimmte Länder, Geschäftsbeziehungen erst möglich werden oder nur so erlaubt sind.

Die Gültigkeit oder Originalität der Zertifikate ließ sich bisher entweder gar nicht oder nur oberflächlich durch Online-Abfragen prüfen. Doch wer macht sich im Tagesgeschäft schon die Arbeit, jeden Partner regelmäßig auf die Gültigkeit seiner Zertifikate zu überprüfen?

Certivation GmbH Blockchain-Zertifikat

Auf Basis internationaler Normen vergeben Unternehmen wie beispielsweise die Certivation GmbH mit Sitz in Lingen an der Ems Blockchain-Zertifikate nach einer Auditierung. Der Nachweis für das Zertifikat wird dabei öffentlich über die Blockchain gespeichert und steht zusätzlich mit einigen weiteren Zertifikatsinformationen zur Verfügung.

Unser Service „Blockchain Ensured Certificate“, kurz BEC, also durch die Blockchain abgesicherte Zertifikate, ermöglicht es uns, Zertifikate mit Hilfe der Blockchain-Technologie manipulationssicher und für jeden transparent und öffentlich einsehbar in die Ethereum-Blockchain einzutragen. Sebastian Beyer, Product-Manager bei der CERTIVATION GmbH.

Damit wird sichergestellt, dass die Zertifikate authentisch sind und nicht manipuliert wurden. Die Blockchain-Zertifikate stehen auf Basis von Ethereum transparent zur Verfügung. Das sorgt für Vertrauen und bietet Sicherheit für alle Beteiligten.

Zertifikate in der öffentlichen Verwaltung

Die Blockchain-Zertifkate könnten vor allem lästige Behördengänge abnehmen. Das gilt immer dann, wenn Unterlagen zu authentifizieren sind oder sich Personen eindeutig identifizieren müssen. So lässt sich beispielsweise die Geburtsurkunde eines Kindes digital auf der Blockchain abspeichern und dort verwalten.

Durchgängig digital verifizierte Lebensläufe oder berufliche Werdegänge wären ebenfalls mit Blockchain-Zertifikaten denkbar. Auch die Bundesregierung denkt im Rahmen ihrer Blockchain-Strategie über die Einsatzmöglichkeiten der DLT nach und könnte sich die Blockchain-basierte Verifikation von Hochschulbilungszertifikaten vorstellen.

Zertifikate im Bildungswesen

Blockchain for Education – so lautet der Name des Programms der Fraunhofer Academy aus dem Jahr 2017. Die Plattform macht die Blockchain für das Bildungssegment nutzbar, denn sie bietet fälschungssichere digitale Zertifikate für die Aus- und Weiterbildung an. Sie lassen sich so mit Zertifizierungsstellen, Bildungseinrichtungen und Personalabteilungen über die sichere DLT teilen.

Lernende haben jederzeit Zugriff und Kontrolle über das digitale Archiv ihrer Zeugnisse und entscheiden selbst, welche Personen Zugriff auf bestimmte Dokumente erhalten.

Die Frankfurt School of Finance & Management nutzt ebenso bereits Blockchain-Zertifikate für einen Studiengang. Die Einrichtung stellt ihren Studierenden im Rahmen des Zertifikatsstudiengang „Certified Blockchain Expert“ die fälschungssicheren Zeugnisse und Bescheinigungen digital aus.

Das spart allen Beteiligten nicht nur Zeit ein, denn durch den Wegfall der Beglaubigung der Zeugnisse werden auch die anfallenden Gebühren eingespart. Die Diplome, Zertifikate und Abschlussurkunden sind als Hash (Prüfsumme) in einer Blockchain gespeichert. Deren Gültigkeit lässt sich mit einer Verifikationssnummer ganz einfach prüfen.

Außerdem können Blockchain-Zertifikate transparent und sicher belegen, wann ein Dokument bei einer bestimmten Person in einer bestimmten Versioin vorgelegen hat. Das macht sie besonders fälschungssicher und bildet Vertrauen aus.

Blockchain-Zertifikate bilden Vertrauen

Blockchain-Zertifikate können unser Leben auf allen Ebenen verändern und bringen neue Möglichkeiten hervor. Noch stehen aber häufig Datenschutzbelange den weiteren Entwicklungen im Wege. Vor allem im Bereich der DeFi zeigen sich regulatorische Hürden, die bisher verhindern, dass die Blockchain-Zertifikate breiter eingesetzt werden können.

Bei den bisher umgesetzten Anwendungen ist jedoch erkennbar, dass sich die hauptsächlichen Vorteile der Blockchain-Zertifikate in der dauerhaften und manipulationssicheren Speicherung von Zertifikaten finden lassen. In fast allen Bereichen gehen zudem mit ihrem Einsatz Kostenersparnisse einher.

Die Vertrauensbildung zwischen Partnern wird bei zukünftigen Entwicklungen im Vordergrund stehen. Ob im Privatleben, im beruflichen Kontext oder der öffentlichen Hand: Effizienzsteigerungen in den Abläufen führen zu geringeren Kosten und sparen Zeit ein. Durch die sichere Steuerung können vertrauenswürdige Prozesse ausgestaltet werden.

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