Blockchain-Fehler im Unternehmen vermeiden

Blockchain-Technologie ist fester Bestandteil der Digitalisierung

Die Technologie der dezentralen Datenspeicherung kann die Wirtschaft nachhaltig verändern und besitzt ein großes Potential. Vor allem die Distributed Ledger Technologie sorgt für Aufsehen in wichtigen Leitbranchen.

Neben der Industrie zeigen sich interessante Einsatzmöglichkeiten entlang der gesamten Supply-Chain. Aber auch der Finanzsektor, die Versicherer und die Medizinsparte sind interessiert an den vielfältigen Anwendungen. Die Geschäftswelt wird sich mit der digitalen Transformation radikal verändern. Da ist es enorm wichtig, die Blockchain mit ihren Vorzügen aber auch den Risiken genau zu kennen. Unternehmer sollten die folgenden Fehler in Blockchain-Projekten vermeiden.

Das Analystenhaus Gartner hat Fehler im Umgang mit der Blockchain-Technologie herausgearbeitet. Damit können Unternehmer die technologischen Möglichkeiten der Blockchain verstehen und erkennen gleichzeitig die derzeitigen Limitierungen.

Entwicklung noch nicht ausgereift

Auch wenn die Technologie der Blockchain derzeit häufig im Zusammenhang mit Smart Contracts oder Digitalisierung genannt wird, ist die Reife der Entwicklung noch im Anfangsstadium. Speziell für den Einsatz in umfassenden oder branchenübergreifenden Projekten zeigt sich die Technologie noch nicht bereit. Kleinere Projekte können dagegen bereits heute mit Blockchain-Technologie realisiert werden. Zahlreiche Start-Ups stehen aber bereit, um zukünftige Geschäftsmodelle zu konkretisieren und die dezentrale Verwaltung für zahlreiche Branchen zu nutzen.

Applikationen nur für kleine Projekte

Die dezentrale Leder-Technologie DLT beschränkt sich derzeit auf die Datenerfassung. Das verzweigte Sichern von Datensätzen ist für viele Unternehmen ein interessantes Einsatzfeld der Blockchain-Technologie. Doch laut Gartner ist der Reifegrad für praxisbezogene Applikationen erst in den nächsten Jahren zu erwarten. Möglich sind beispielsweise dezentrale Datenbanken für Musikrechte wie bei Ujo, das mit Ethereum arbeitet. Oder aber eine ernsthafte Konkurrenz zu Geldtransfers ins Ausland mit Western Union, wie beim Berliner Unternehmen Bitwala.

Die Blockchain ist kein Datenspeicher

Die einmal auf ihr gesicherten Transaktionen sind unkorrumpierbar abgelegt. Eine Aktualisierung der Daten ist daher nicht möglich. Für die Konsensfindung der autarken Teilnehmer ist die Unveränderlichkeit und die hohe Manipulationsresistenz Grundvoraussetzung.

Blockchain-Technologie nur punktuell im Einsatz

Konkrete Lösungen vor allem für den Mittelstand stecken in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Auch der Datenschutz will hier ein Wort mitreden und blockiert auch zukünftig wohl die hohe Prozessgeschwindigkeit, die sich die Wirtschaft dringend herbeisehnt. Derzeit sieht man zwar interessante Pilotprojekte, doch von der flächendeckenden Verbreitung der Blockchain-Technologie sind wir noch weit entfernt. Fehlende Anwendungsfälle, rechtliche Unsicherheiten und der Mangel an Blockchain-Experten behindern den rasanten Ausbau der Blockchain-Technologie mit ihrem großen Einsatzpotenzial für die Mittelständler.

Mangelnde Interoperabilität setzt Grenzen

Eine Mehrheit der softwaregesteuerten Schnittstellen befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase. Fehlende Anbindungen von DLTs verhindern die Zusammenarbeit von verschiedenen Systemen, Betrieben, Organisationen oder Techniken. Erste Erfolge sehen Experten bei der Blockchain-as-a-Service Technologie, kurz BaaS, die eine wachsende Infrastruktur bei Bedarf einsetzen kann. Problematisch ist aber das Tempo der schnellen Entwicklung an neuen Werkzeugen, Standards, öffentlichen DLTs und Implementierungsmöglichkeiten. Neben Microsoft Azure, IBM und Amazon bieten weitere Dienstleister Plattformen an, auf denen Unternehmen die derzeitigen Hürden in Form von organisatorischen Risiken der Blockchain-Technologie umgehen können.

Governance unklar

Die Blockchain-Technologie aktualisiert ihre Datensätze chronologisch und versiegelt die Transferaktivitäten ihrer Netzwerkteilnehmer kryptographisch. Während herkömmliche Datenbanken auf einem Server liegen, sind die Intermediäre vertrauensvoll und die Datenmenge verteilt auf viele Server. Das bedeutet auch eine eigene Governance, die vor allem bei öffentlichen Blockchains ein Problem werden könnte. Das Mitspracherecht als Unternehmer sichern Blockchain-Konsortien ab, die sich aber nur für größere Firmen lohnen. Private Blockchains besitzen dagegen eine eigene Governance und sind schnell entscheidungsfähig.

IT-Infrastruktur in Unternehmen häufig veraltet

Lange hat man gespart an dem dringend notwendigen Ausbau der IT-Infrastruktur in Unternehmen. Schnellere Abläufe und bessere Qualität sowie unternehmensübergreifende Analysen von Daten brauchen aber die notwendigen Bausteine. Die vorhandenen Software- und Hardwarekomponenten sind größtenteils nicht mit der Blockchain-Technologie kompatibel und ein notwendiges Software-Update kann schnell zu einer Spaltung im Netzwerk führen. Dabei lehnt ein Teil der Blockchain dieses Update ab und wird unabhängig vom eigentlichen Netzwerk. Das Risiko der Defragmentierung dämpft derzeit noch die Entscheidungskraft der Unternehmer im Hinblick auf große Investitionen.

Fazit: So vermeiden Unternehmer typische Blockchain-Fehler

Unternehmer müssen das enorme Potenzial, aber auch das Risiko bzw. die derzeitigen Limitierungen bei der Entwicklung von Anwendungsmöglichkeiten kennen. Das Angebot an Blockchain Standards ist groß und noch fehlen einheitliche Schnittstellen und Programmiersprachen. Rechtssicherheit für digitale Wertpapier gehört ebenso zu den Zukunftsaufgaben wie das Schaffen einer eigenen Infrastruktur. Komplexe Blockchain-Projekte brauchen Zeit und gleichzeitig fehlt es an ausgebildeten Fachkräften. Die digitale Transformation wird weitere Anwendungsmöglichkeiten hervorbringen und besonders der Mittelstand muss bereit sein für deren Herausforderungen.

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