Bitcoin ETF – Nur noch eine Frage der Zeit

Das Thema Bitcoin ETF beherrscht regelmäßig die Schlagzeilen in der Investmentwelt. Mit jedem neuem Antrag bei der SEC beginnt das Zittern und Daumendrücken für die Befürworter aufs Neue. Doch warum stellen sich die Behörden so quer und gibt es trotzdem Möglichkeiten in ETFs zu investieren?

Bitcoin ETF Abbildung
Bitcoin ETF Abbildung

Was ist ein Bitcoin ETF?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund. Es ist ein beliebtes Anlageinstrument in der Finanzwelt. Ein ETF ist immer eine Form des passiven Investments und besonders bei instabilen und volatilen Vermögenswerten eine beliebte Anlagemethode. Denn im Vergleich zu traditionellen Aktien oder Wertpapieren besitzt der Anleger den gehandelten Vermögenswerte nicht wirklich.

Bei ETFs wird die Kursentwicklung abgebildet und als Grundlage genutzt. Ein Bitcoin ETF ahmt zum Beispiel die Kursentwicklung des Bitcoins nach. Gewinne oder Verluste werden also ermittelt, indem der Kurs zum Kaufzeitpunkt im Vergleich zum aktuellen Wert gesetzt wird. Für Personen, denen es nur um Gewinne und Verluste geht, bieten sie eine unkomplizierte Investmentmethode.

Warum sind Bitcoin ETFs für Anleger so interessant?

Wie bereits erwähnt ahmt ein Bitcoin ETF die Kursentwicklung des Bitcoins nach. Wieso also nicht gleich in Bitcoin investieren? Das Investment in ETFs bietet viele Vorteile, die der direkte Kauf von Bitcoin nicht bietet:

  1. Wer direkt in Bitcoin investieren will, der muss die Kryptowährung kaufen. Er muss sich bei einem Exchange registrieren, ein Wallet einrichten und dafür sorgen, dass seine Bitcoins auch sicher verwahrt sind. Mit einem ETF entfallen solche Probleme.
  2. Mit einem ETF können Anleger schneller auf Marktveränderungen reagieren. Besonders bei einem so volatilen Markt wie den Kryptowährungen ist diese Eigenschaft von großem Nutzen. Wenn ein Anleger zum Beispiel der Meinung ist, dass der Bitcoin Kurs in Zukunft sinken wird, kann er seine ETFs verkaufen. Auf dem traditionellen Kryptowährungsmarkt wäre das in dieser Form nicht möglich.
  3. Für ETFs besteht kein Mindestinvestment. Der Bitcoin ist zwar unendlich teilbar und ein Anleger könnte einen Bruchteil des Bitcoins kaufen. Doch viele Börsen verlangen einen Mindesteinkauf, was wieder zu einem Mindestinvestment für den Anleger führt.
  4. ETFs sind in der Finanzwelt bestens verstanden. Das kann man von Kryptowährungen nicht behaupten. Das hält Investoren ab sich diesem vielversprechenden Markt zu widmen. Viele sind der Meinung, dass die Zulassung eines Bitcoin ETF die allgemeine Akzeptanz von Kryptowährungen und im Besonderen des Bitcoins erhöhen würde.

Die Einführung des ETFs hätte außerdem Auswirkungen auf den Bitcoin Preis. Dieser Effekt war zu Beginn dieses Jahrhunderts beim Goldpreis zu sehen. Als Anfang der 2000er Jahre Gold ETFs für Privatanleger zugelassen wurden, stieg der Goldpreis und erreichte 2011 den Höchststand. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Bitcoin einen ähnlichen Kursanstieg erleben würde. Dieser Trend ließ sich bereits bei den Bitcoin Futures beobachten.

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Der mühsame Kampf um Anerkennung

Wenn die Einführung eines Bitcoin ETF so viele Vorteile bietet, wieso hapert es dann mit der Zulassung? Die Diskussion um die Einführung der ETFs ist kontrovers. Hauptgegner und die Schlüsselrolle in dem Drama spielt die United States Securities and Exchange Comission (SEC). Sie ist die Börsenaufsichtsbehörde der USA. Sie wurde nach dem großen Börsencrash von 1929 und der darauffolgenden Depression gegründet.

Da ETFs mit Wertpapieren gleichgesetzt werden ist die SEC hier zuständig. In den USA gelten ETFs als Wertpapiere, da sie die Kriterien des Howey-Test erfüllen. Die SEC steht der Zulassung sehr kritisch gegenüber. Die Kommission stört sich besonders daran, dass der Handel mit Bitcoin Großteils an unregulierten Börsen abläuft. Das Risiko von Betrug, Diebstahl und Marktmanipulation sei zu groß. Die Börsenaufsicht setzt sich in erster Linie für die Interessen der Anleger ein und sieht hier ein hohes Risikopotential. Sicher haben auch die Betrugsfälle im Zusammenhang mit ICOs das negative Bild bestärkt.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat Ende 2018 Bitcoin Futures offiziell erlaubt. Die CFTC ist eine weitere wichtige amerikanische Behörde. Ihre Zustimmung könnte der erste Schritt sein, um auch die SEC umzustimmen. Die SEC sieht jedoch noch viele Baustellen, die behoben werden müssen, bevor sie ihre Zustimmung geben.

United States Securities and Exchange Comission (SEC)
United States Securities and Exchange Comission (SEC)

Investment in Bitcoin ETF trotzdem möglich?

Die amerikanischen Behörden stellen sich zwar noch quer. In Europa ist man diesbezüglich deutlich weiter. An den europäischen Börsen gibt es einige Bitcoin-Finanzprodukte und Alternativen, die für Anleger interessant sein könnten:

  • XBT-Provider ETN: Die Bitcoin Exchange Traded Nodes (ETN) sind seit 2015 erhältlich. Sie werden von XBT Provider an der Nasdaq Stockholm Exchange gehandelt. Neben dem Bitcoin ermöglicht XBT seit Oktober 2017 auch Investments in Ether. Die ETNs können sowohl in Euro als auch in Schwedischen Kronen gekauft werden. Jährlich fällt eine Verwaltungsgebühr von 2,5 % an.
  • Bitcoin Investment Trust: Er wurde 2013 von Grayscale gegründet. Anleger zahlen für den Besitz von Anteilen am Bitcoin Investment Trust eine jährliche Verwaltungsgebühr von 2 %.
  • Blockchain-ETFs: Der Blockchain-ETF ist eine Alternative zum Bitcoin ETF. Die ETFs beziehen sich entweder auf Unternehmen, die in die Blockchain Technologie involviert sind, oder auf verschiedene Kryptowährungen. Zu den bekanntesten gehören BLOK, BLCN, LEGR oder KOIN.

Fazit

Die Zulassung der ETFs ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit. Neue Ansätze wie bei Polymath oder VanEcks Projekt mit SolidX könnten dazu beitragen die Sorgen der SEC zu zerstreuen. Dann könnte der Bitcoin ETF schon bald ein ganz alltägliches Investment-Tool sein und würde den Zugang für eine breitere Anlegergemeinde von Privatanlegern, Investmentfonds, Pensionskassen bis hin zu Privatbanken erleichtern.