Automobilhersteller testen digitale Identität für Fahrzeuge

Die Digitale Identität für Fahrzeuge - MOBI pilotiert neues System in den USA

Mit BMW, General Motors, Renault, Ford und Honda arbeiten fünf Automobilhersteller an einem Blockchain-basierten Fahrzeugidentifikations- und Zahlungssystem. Der Test des Systems startet im kommenden Monat in den USA und soll den Weg für die Digitale Identität bei Fahrzeugen ebnen. Mithilfe dieses neuartigen Systems können Fahrzeughalter automatisch Parkgebühren begleichen oder die anfallende Maut für die Nutzung einer privaten Autobahn zahlen. Insbesondere klassische Bezahlmethoden wie Bargeld oder Karten entfallen durch den Einsatz dieses neuartigen Systems.

Neues System gibt Fahrzeugen eine digitale Identität

Am 14. Oktober berichtete die Nikkei Asian Review, dass mehrere Automobilhersteller ein neuartiges ID-System für Fahrzeug erproben. Neben General Motors, Renault, Ford und Honda gehört auch der deutsche Premiumhersteller BMW zu den entsprechenden Automobilkonzernen. In einem Pilottest soll das neue System im kommenden Monat in den USA erprobt werden. Dabei können die Nutzer Kosten für das gebührenpflichtige Parken oder für die Nutzung einer mautpflichtigen Straße mithilfe des ID-Systems begleichen.

Folglich ermöglicht das Fahrzeugidentifikationssystem die Vergabe einer einzigartigen Identifikationsnummer für jedes Fahrzeug. Durch die verschiedenen Anwendungsfälle soll sich vor allem die Nutzung von klassischen Bezahlmethoden wie Bargeld oder Kartenzahlung reduzieren.

Wie der Bericht der Nikkei Asian Review verdeutlicht, entstand das Fahrzeugidentifikationssystem im Rahmen der Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI). Dabei hat das Projekt den Fahrzeugen eine digitale ID zugewiesen. Mithilfe dieser ID lässt sich das Eigentum am Fahrzeug und die Wartungshistorie nachweisen. Außerdem beinhaltet diese einzigartige Kennzeichnung eine eigene Wallet. Dementsprechend können die Fahrzeuge automatisch Gebühren bezahlen, ohne eine spezielle Hardware zu benötigen.

Die Digitale Identität ist eine zwingende Voraussetzung für die Elektrifizierung der Mobilität

Das vorgesehene System weist den einzelnen Fahrzeugen automatisch digitale IDs zu. Neben grundlegenden Daten zu der Besitzerhistorie oder zu den durchgeführten Reparaturen beinhaltet diese Identität auch weiterführende Daten zum Fahrzeug. Folglich lässt sich jedes Fahrzeug auf der Straße eindeutig identifizieren. Dementsprechend eröffnet sich die Möglichkeit zur automatisierten Abrechnung von Gebühren mit dem Fahrzeughalter. Im Vergleich zum Status Quo entfallen somit die bisher erforderlichen Spezialetiketten, welche für eine Abrechnung notwendig sind.

Einen besonderen Anwendungsfall hat MOBI für die Zukunft der Mobilität identifiziert. Vor allem die zunehmende Elektrifizierung im Bereich der Mobilität bietet das Potenzial zu neuartigen Geschäftsmodellen. Laut MOBI biete sich eine Nutzung des Blockchain-basierten Systems im Rahmen konnektiver Fahrzeuge. Dementsprechend lassen sich Ausgaben für Mautgebühren, Wartungen und Snacks erfassen. Eine Abrechnung erfolgt unmittelbar im Zuge der Wiederaufladung des Fahrzeugs.

Außerdem intensiviert die Automobilindustrie die Bemühungen zur Entwicklung von Dienstleistungen, welche auf Digitalwährungen basieren. Insbesondere Honda und GM kooperieren bei der Erforschung von Smart Grids auf Basis der Blockchain-Technologie. Die Forschungsarbeiten treiben die beiden Konzerne unter der Schirmherrschaft der Mobilitätsinitiative voran.

Im Fokus des Projekts steht ein neues Entlohnungsmodell für Besitzer von Elektrofahrzeugen. Diese sollen eine Belohnung in Form einer Digitalwährung für die Einspeisung überschüssiger Energie in ein entsprechendes Smart Grid erhalten.

Der Mobilitätswandel erfordert die Einführung digitaler Identitäten für Fahrzeuge
Der Mobilitätswandel erfordert die Einführung digitaler Identitäten für Fahrzeuge

Auch andere Automobilhersteller arbeiten an Blockchain-basierten Geschäftsmodellen

Außerdem haben auch andere Automobilhersteller das Potenzial der Blockchain-Technologie identifiziert und die Pilotierung verschiedener Projekte initialisiert. Besonderes mediales Aufsehen erregte beispielsweise die Daimler AG, die im September 2019 in Kooperation mit der Dürr AG eine Transaktion auf dem Marco Polo Handelsfinanzierungsnetzwerk initiiert hat. Außerdem hat die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns Blockchain-basierte Machine-to-Machine-Transaktionen mit der Frankfurt Bank und der Commerzbank getestet.

Weiterhin arbeitet der indische Automobilhersteller Tata Motors an der Implementierung von Blockchain-basierten Lösungen zur Optimierung interner Prozesse – die Entwicklung findet im Rahmen eines neuen Startup-Programms statt.

Zu den avisierten Lösungen gehört etwa Marktplatz für das Parken, ein Algorithmus zur Bedarfsprognose sowie eine Echtzeitüberwachung der Treibstoffqualität.

Fazit: Digitale Identitäten integrieren Fahrzeuge in das Internet of Things

Mit dem neusten Pilotprojekt beweisen die MOBI-Mitglieder, dass die Automobilbranche vor einem fundamentalen Wandel steht. Dabei greift das entsprechende ID-System auf die Konnektivität moderner Fahrzeuge zurück und eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Bereich der Geschäftsmodelle.

Vor allem die Elektrifizierung fördert einen nachhaltigen Wandel und bietet Spielraum für neue Anwendungsfälle. Dabei kann die Blockchain eine Lösung für eine intelligente Abrechnungsmethodik darstellen. Allerdings intensivieren neben MOBI auch andere Hersteller, etwa die Daimler AG, die Bemühungen zur Entwicklung neuer Systeme. Langfristig zeichnet sich ein fundamentaler Wandel ab, sodass neue Geschäftsmodelle zwingend erforderlich sind.

Aus meiner Sicht ist eine digitale Identität eine zwingende Voraussetzung für das Fahrzeug der Zukunft. Insbesondere Herausforderungen im Bereich der automatischen Zahlungsabwicklung, etwa beim Aufladen des E-Fahrzeugs oder bei der Nutzung privater Straßen, können den Erfolg einer Blockchain-basierten Lösung fördern. Zudem arbeiten neben den MOBI-Mitgliedern auch weitere Konzerne an vergleichbaren Lösungen, sodass sich langfristig eine akzeptierte Lösung etablieren kann.

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