Vehicle Identity Standard – MOBI präsentiert neuen Blockchain-Standard

Die von den Mitgliedern der Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI) geleitete Arbeitsgruppe zur Fahrzeugidentifizierung haben einen branchenweiten Vehicle Identity Standard (VID-Standard) entwickelt und veröffentlicht. Der VID basiert dabei auf der Blockchain-Technologie und fungiert als digitales Fahrzeugidentifikationssystem. Hierbei bildet der VID-Standard den kompletten Lebenszyklus eines Fahrzeugs ab. Neben der Produktion beinhaltet die fertige Blockchain auch Informationen zum Produkt, den Besitzern sowie zu den Schlüsselereignissen. Insgesamt soll ein vertrauenswürdiger und nicht manipulierbarer Stammdatensatz über die Fahrzeughistorie entstehen. 

MOBI führt Vehicle Identity Standard ein
MOBI führt Vehicle Identity Standard ein @dlt.mobi

Der Vehicle Identity Standard als großer Schritt für die Automobilindustrie

Eine Arbeitsgruppe der Mobility Open Blockchain Initiative, welche unter anderem namhafte Hersteller wie BMW, GM, Renault Group oder Ford beinhaltet, hat einen Identitätsstandard für die Automobilindustrie entworfen. Dieser neue Vehicle Identity Standard basiert auf der Blockchain-Technologie (Was ist Blockchain?) und soll als erstes Identifikationssystem für Fahrzeuge fungieren. Dementsprechend soll der VID-Standard in Zukunft relevante Informationen zum Fahrzeug auf einem verteilten Ledger dokumentieren. Folglich lassen sich alle Daten eines kompletten Fahrzeuglebenszyklus von der Produktion bis zur Verschrottung aufzeichnen. 

Mithilfe eines Blockchain-Identitätsstandards ließen sich zudem zahlreiche Mobilitätsanwendungen realisieren. Folglich könne auch eine höhere Effizienz in der Lieferkette, günstigere Finanzierungskonditionen und eine steigende Sicherheit im Straßenverkehr aus dem neuen System resultieren. Laut Chris Ballinger, dem Gründer und CEO von MOBI, hoffe die Initiative, dass die neuen Standards auch einen Einfluss auf den Umweltschutz haben. Laut Ballinger ließen sich mithilfe des neuen Branchenstandards nutzungsbasierte Zahlungen für Staus, Umweltverschmutzungen und Infrastrukturnutzungen abbilden. Nun stellt der neue VID-Standard den ersten elementaren Schritt in Richtung der digitalen Revolution der Mobilitätsbranche dar. Die aktuelle Arbeitsgruppe steht unter der Leitung der Renault Group sowie der Ford Motor Company. Außerdem arbeiten Experten von Accenture, BMW, IBM, IOT, Hyperledger, GM und zahlreichen weiteren Unternehmen am neuen Branchenstandard. 

Die MOBI Grand Challenge – die Revolution der Mobilität

MOBI sieht Identitätsstandard als Grundpfeiler des neuen Mobilitätsökosystems 

Sebastian Henot, Vorsitzender der VID-Arbeitsgruppe, sieht einen Standard für die digitale Fahrzeugidentität als Eckpfeiler des kommenden Mobilitätsökosystems. Mithilfe einer entsprechenden Blockchain haben Fahrzeuge in Zukunft die Möglichkeit, sich gegenseitig zu identifizieren, Daten auszutauschen und Transaktionen mit der Umwelt abzuwickeln. Der erste Standard bildet die Grundlage zur Datenkommunikation innerhalb des Mobilitätsökosystems. Dementsprechend soll der VID als Stammdatenschlüssel fungieren und die Existenz, das Verhalten und die Leistung des Fahrzeugs verifizieren. Zusätzlich ermöglicht dieser Standard die Datentransparenz, -koordination und -automatisierung zwischen den Stakeholdern des Ökosystems. 

Laut Alan Gordon, dem Co-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, besteht der große Vorteil der Blockchain in der Schaffung von Netzwerken ohne Intermediäre. Die Grundlage für solche Netzwerke bilden Identifikationsmaßnahmen für die Teilnehmer. Eben jene Grundvoraussetzung schaffen die Experten von MOBI mit dem VID für die gesamte Automobilbranche. Um ein maximales Maß an Vertrauen zu generieren, hat die Arbeitsgruppe den Standard von Experten für formelle Identifizierung überprüfen lassen. Folglich erhoffen sich die Entwickler, dass die vorgenommenen Implementierungen den Best Practices der digitalen Sicherheit entsprechen. Langfristig fokussiert MOBI durch die neuen Implementierungen eine Reduktion der CO2-Emissionen. Zusätzlich soll das neue Ökosystem auch die Verkehrssicherheit steigern und unnötige Verkehrsstaus reduzieren. Folglich könne die Initiative zu sozial wünschenswerten Ergebnissen im Verkehr beitragen.