Australian Securities Exchange sieht DLT-Abrechnungssystem auf Kurs

Der Finanzbericht der Australian Securities Exchange (ASX) bietet einige Ausblicke auf das kommende Distributed-Ledger-basierte Abrechnungssystem. Das Projekt befindet sich seit 2017 in der Umsetzung und soll das bestehende Abrechnungssystem CHESS ersetzen. 

ASX in Sydney @API.org.au
ASX in Sydney @API.org.au

ASX gibt Ausblick auf das kommende DLT-System  

Jüngst veröffentlichte die ASX den Finanzreport für das Jahr 2019. Aus diesem gehen einige Informationen zum angekündigten Abrechnungssystem auf Basis der Distributed Ledger Technologie hervor. Erstmalig kündigte die australische Börse das Projekt im Jahr 2017 an. Vor der offiziellen Ankündigung schloss die Börse einige Tests auf Basis der Blockchain-Technologie (Was ist Blockchain?) erfolgreich ab. Nun soll das neue System das alternde Abrechnungssystem CHESS beerben. Folglich setzt die Börse auf die Technologie des New Yorker Startups Digital Asset. 

Kürzlich gab der Handelsplatz zudem bekannt, dass sie ein ähnliches Zahlungsnachrichtensystem wie CHESS aufbauen möchten. Nichtsdestotrotz spielen bei diesem jedoch Funktionen zur Anonymisierung und Dezentralisierung eine tragende Rolle. Mithilfe eines verteilten Registers soll eine neue und breitere Palette an Finanzprodukten entstehen. Außerdem bietet die Technologie das Potenzial zur Automatisierung mithilfe von Smart Contracts. Die nun veröffentlichten Jahresergebnisse zeigen, dass die Arbeiten zur Veröffentlichung des Systems voranschreiten. Dementsprechend können die Nutzer ab 2021 in den Genuss verbesserten Sicherheitsfeatures, einer verbesserten Widerstandsfähigkeit sowie Leistung kommen. Außerdem bietet das System neue Features, die den bisherigen Standard von CHESS übersteigen. Insbesondere das neue Messaging-Protokoll ISO 20022, welches ein Standard für Finanzdienstleitungen ist, orientiert sich an den internationalen Gegebenheiten. 

System auch für andere Banken nutzbar

Wie der Jahresbericht verdeutlicht, erhalten auch andere Finanzinstitute die Möglichkeit, das System zu benutzen. Hierfür müssen diese lediglich eine eigene DLT-Node (Was ist ein Node?) hosten. Laut den Aussagen der ASX ergeben sich hierdurch synchronisierte und standardisierte Daten zwischen den Teilnehmern des Zahlungsnetzes. Außerdem entsteht die Möglichkeit, fortgeschrittene Datenauswertungen vorzunehmen. Insbesondere die Möglichkeit zur Entwicklung fortgeschrittener und innovativer Applikationen gehört zu einer Stärke des Systems. Des Weiteren hebt die Australische Börse hervor, dass Sie die Entwicklung mehrere DLT-Applikationen untersuche. Zusätzlich geht die ASX auf die Entwicklungskosten des Systems im Geschäftsjahr 2019 ein. Folglich flossen 75,1 Mio. USD in die Entwicklung der Infrastruktur sowie des DLT-Systems. Hierzu gehören auch die Kosten zum Aufbau eines sekundären Rechenzentrums, der Net-Kommunikationsinfrastruktur sowie der Datenanalyseplattform ASX DataSphere. Insgesamt soll diese Infrastruktur dazu beitragen, dass die Unternehmenstransaktionen beschleunigt werden.

Trotz dieser hohen Aufwendungen für die Entwicklung kann das Unternehmen auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken. Beim Umsatz erfolgte eine Steigerung um 6,5 Prozent auf nunmehr 863,8 Mio. USD. Auch das Ergebnis nach Steuern und Aufwendungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent auf 492 Mio. USD. Langfristig soll das neue DLT-System das Wachstum weiter vorantreiben. Um eine perfekte Performanz zu gewährleisten, können Kunden das System seit Mai 2019 testen. Mithilfe der Customer Development Environment haben die Nutzer die Möglichkeit einen Blockchain-Knoten zu nutzen, um sich mit dem System zu verbinden. Folglich besteht nach der Verbindung die Möglichkeit, Systemänderungen zu entwerfen sowie zu testen. Somit erhalten die Kunden bereits frühzeitig einen Einblick in die neuen Geschäftsfunktionen. 

Update: Ende August 2019 hat die australische Wertpapierbörse nun endlich bestätigt bis 2021 auf Blockchain umzustellen. Artikel