Amazon gewinnt Patente für eine verteilte Lösungen zur Datenspeicherung

Der E-Commerce-Gigant Amazon hat zwei Patente mit Methoden zum Schutz der Integrität bei digitalen Signaturen sowie zur Verbesserung der dezentralen Datenaufbewahrung genehmigt bekommen. Die beiden Patente wurde am 13. November 2018 vom US-amerikanischen Patent- und Markenamt veröffentlicht.

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Technologie zum Schutz der digitalen Signatur

Das erste Patent, welches durch das US-amerikanische Patent- und Markenamt veröffentlicht wurde, beschreibt eine Methode zum Schutz der Integrität einer digitalen Signatur sowie zur Verschlüsselung der Kommunikation. Das Patent wurde bereits im April eingereicht. Grundsätzlich sollen die Schutzmaßnahmen durch die Erstellung, Verteilung, Validierung und den Widerruf von kryptografischen Schlüsseln gewährleistet werden.

Das im Patent beschriebene System ordnete diese Schlüssel in Form einer sogenannten Merkle Tree-Sturktur auf. Merkle Trees sind fundamentale Bestandteile von Blockchain-Systemen und erlauben die effiziente und sichere Verifikation großer Datenmengen. Dabei speichert die Merkle-Root sämtliche Daten aus der Transaktion und speichert diese im Header des jeweiligen Blocks. Dabei kann jedoch die Integrität der gespeicherten Daten aufrechterhalten werden. Sollte sich nur ein Bestandteil einer Transaktion verändert werden, so hat diese Änderung eine Auswirkung auf die gesamte Merkle-Root. Somit gewährleistet der Einsatz eines Merkle-Trees eine schnelle und einfache Methode, um eine spezifische Transaktion innerhalb des Datensets zu überprüfen.

Aus dem veröffentlichten Patent geht nun hervor, dass Amazons Merkle-Tree-System die Art zur Delegation von Signaturen revolutionieren soll. Durch den Einsatz dieses Systems wird es möglich, dass zahlreiche Angestellte eine digitale Signatur im Namen des Unternehmens abgeben können, ohne das es zu einem Betrug kommen kann.

Zudem beschreibt das Patent wie die unterschriftenberechtigende Entität eines Unternehmens die Möglichkeit zur Vergabe von Schlüsseln erhalten wird. Diese Schlüssel werden durch kryptografische Blöcke an die jeweiligen Mitarbeiter delegiert. So kann ein befugter Mitarbeiter einen Schlüssel über die Plattform anfordern, sodass er Zugriff auf die digitale Signatur erhält. In Fällen, in denen ein kryptografischer Schlüssel als ungültig markiert wird, wird dieser aus dem Bestand des Merkle Trees widerrufen. Anschließend erhält der zuständige Unternehmensvertreter eine Information über den abgelaufenen kryptografischen Schlüssel. Amazon hebt zudem hervor, dass zur Abwicklung dieses Verfahrens die Blockchain-Technologie genutzt wird.

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Merkle Tree – So funktioniert die Blockchain @wikipedia.org

Patent für ein verteiltes System zur Datenspeicherung

Das zweite Patent, welches durch das US-amerikanische Marken- und Patentamt genehmigt wurde, wurde bereits im Dezember 2015 von Amazon eingereicht. Das Patent beschreibt ein Blockchain-basiertes System zur verteilten Datenspeicherung. Das beschriebene System basiert auf einer Gitter-basierten Verschlüsselungstechnik, welche auf Gruppen gesammelter Shards basiert. Jeder Shard im System beschreibt ein logisch verteiltes Datum, welches in einer festen Struktur gespeichert wurde. Basierend auf dem Patent wird deutlich, dass Amazon durch die Berücksichtigung dieser Methodik eine Reduktion des Speicherplatzes erwartet. Zudem sollen bisher bestehende Redundanzen eliminiert und die Verfügbarkeit sowie die Beständigkeit der Daten maximiert werden.

Bereits andere Unternehmen haben die Optimierung des Speichermarktes durch eine Blockchain-basierte Lösung in Angriff genommen. Vor allem Filecoin, Sia und Swarm haben mit vergleichbaren Ansätzen eine verteilte Datenspeicherung ermöglicht. Oftmals wird dieser technologische Ansatz mit einer Cloud-basierten Lösung kombiniert. Neben den Fortschritten im Bereich der Blockchain-Technologie und der Kryptografie hat Amazon auch weitere speicheroptimierende Patente eingereicht. Demnach hat der E-Commerce-Konzern auch mehrere Patente aus dem Bereich der Kryptowährungen eingereicht. Bereits im April erhielt Amazon ein Patent zur Optimierung Datenmarktes im Streaming-Bereich zugesprochen.