Aave bereitet Launch von Aave Pro vor

Aave Pro

Die führende DeFi Plattform Aave hat Pläne veröffentlicht, dass sie in naher Zukunft eine genehmigungspflichtige Version seiner Plattform für institutionelle Anleger startet. Bereits im Juli 2021 soll es so weit sein.

Aave arbeitet bei diesem Projekt mit Fireblocks zusammen, einem Anbieter zur Verwahrung von Kryptowährungen sowie Anbieter von Dienstleistungen im Kryptobereich. Aave geht nun diesen Schritt, nachdem das Unternehmen eine Vielzahl von Anfragen von Institutionen erhalten hat.

Die Krypto-Community ist allerdings gespalten darüber. Vor allem die Kooperation mit Fireblocks stößt vielen sauer auf.

Aave startet regulierte Version seiner DeFi Plattform

Am 30. Juni 2021 fand ein Blockworks Webinar unter dem Motto “Next Steps for Institutional Defi”. Die Teilnehmer an dieser Online-Sitzung waren Stani Kulechow, der CEO und Gründer von Aave, Michael Shaulow, der CEO und Co-Gründer von Fireblocks, und Mike Novogratz, der CEO von Galaxy Digital.

Während des Gesprächs kam heraus, dass Aave recht bald eine DeFi-Plattform für institutionelle Investoren startet. Wer bei dem Webinar nicht dabei war oder diesen Punkt auf der Agenda nicht mitbekam, konnte heute auf Twitter noch einmal eine Bestätigung erhalten.

Twitter User TraderNoah teilte einen Screenshot einer E-Mail, die er seiner Aussage nach am 4. Juli als Zusammenfassung des Webinars erhalten hat. Sowohl in der E-Mail als auch in der Online-Konferenz wurde enthüllt, dass das institutionelle Produkt von Aave, Aave Pro, als Reaktion auf die hohe Nachfrage verschiedener Institutionen noch im Juli 2021 eingeführt werden soll.

Außerdem wurde bekannt, dass lediglich vier Assets von Aave Pro unterstützt werden sollen, nämlich BTC, AAVE, USDC und ETH. Diese Pools sind allerdings von den anderen Depots getrennt.

Zugang zu der neuen Plattform von Aave haben nur Unternehmen, die erfolgreich den notwendigen KYC-Prozess von Fireblocks durchlaufen haben. Um das zu gewährleisten, haben die Entwickler von Aave dafür eine zusätzlichen Layer auf die bereits bestehenden V2 Smart Contracts hinzugefügt. Fireblocks wird darüber hinaus noch Maßnahmen implementieren, um Betrug und Geldwäsche vorzubeugen.

Pläne für Dezentralisierung in naher Zukunft

Zum ersten Mal sprach Aave CEO, Stani Kulechow, bereits im Mai 2021 über seine Pläne, eine Plattform zu schaffen, auf der nur berechtigte Institutionen agieren können. Damals war das Projekt bereits sehr weit fortgeschritten und autorisierte Teilnehmer duften ausgiebig testen.

Die Implementierung dieses privaten Pools geht einher mit dem zunehmenden institutionellen Interesse an Kryptowährungen im Jahr 2021. Zum Beispiel haben große Bank- und Zahlungsunternehmen wie JPMorgan, Mastercard und UBS im April in die Blockchain-Software und Entwicklungssuite Consensys investiert. Unternehmen wie Amazon auf der anderen Seite integrieren Ethereum in ihre Geschäftsmodelle.

Darüber hinaus ist die Integration eines abgetrennten Pools ein Zeichen dafür, dass selbst die institutionellen Akteure mit enormen finanziellen Ressourcen vorsichtig sind, in einen Bereich sehr unreguliert, komplex und schnelllebig Bereich einzutreten. Und aktuell treffen diese drei Attribute (noch) auf den Bereich der dezentralen Finanzen zu.

Die Gesamtzahl der DeFi Nutzer wächst zwar schnell, ist aber immer noch extrem klein. Derzeit gibt es in etwa 3 Millionen DeFi Nutzer. Diese Zahl basiert auf Daten, die von Richard Chen von 1confirmation mithilfe von Dune Analytics zusammengestellt wurden.

Dieses Analysetool verfolgt eindeutige Adressen, die mit großen DeFi dApps interagieren. In Anbetracht dessen wäre ein ernsthaftes institutionelles Interesse in DeFi sehr wahrscheinlich ein Gamechanger.

Anzahl der Defi Nutzer Januar 2018 bis Juli 2021
Entwicklung der Anzahl der DeFi Nutzer von Januar 2018 bis Juli 2021 Quelle: Dune Analytics

Kooperation mit Fireblocks spaltet die Community

Der grundsätzliche O-Ton der Reaktionen auf den Tweet von TraderNoah war positiv. Doch die Tatsache, dass Aave mit Fireblocks zusammenarbeitet, stieß auf wenig Begeisterung innerhalb der Krypto-Community.

Grund dafür ist die aktuelle Klage, die die Krypto-Staking-Plattform StakeHound gegen das Unternehmen eingereicht hat. In der Anklage behauptet StakeHound, dass die Nachlässigkeit eines Fireblocks-Mitarbeiters dazu führte, dass Krypto-Vermögenswerte im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar verloren gingen, ohne dass ein Backup zur Verfügung stand.

Die Klage wurde am 22. Juni in Tel-Aviv eingereicht. Die Forderungen belaufen sich auf den Schadensersatz der verloren gegangenen Vermögenswerte. 38.178 ETH mit einem Gesamtwert von damals über 72 Millionen US-Dollar enthielt die betroffene Wallet.

Fireblocks hat jede Fahrlässigkeit bestritten und sagte, dass die Private Keys vom Kunden generiert und außerhalb der Plattform gespeichert wurden. Allerdings habe der Kunde laut Aussage von Fireblocks das Backup nicht bei einem Drittanbieter gemäß der Richtlinien des Unternehmens gespeichert.

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Fazit – Aave öffnet institutionellen Investoren die Tür zu einer geregelten DeFi Welt

Regulierung ist Fluch und Segen zugleich, besonders in der Welt der dezentralen Finanzen. Während einerseits nahezu jeder an DeFi teilnehmen kann, ohne langwierige KYC Prozesse zu durchlaufen, hält die fehlende Regulierung andererseits viele finanzstarke Investoren davon ab, ihre Liquidität ohne irgendeine Form von Sicherheit zur Verfügung zu stellen.

Aave möchte nun diesem Problem mit seiner neuen Plattform, Aave Pro, begegnen. Autorisierte und geprüfte Institutionen können nach dem offiziellen Launch von Aave Pro in einer geregelten Umgebung am DeFi Markt partizipieren. In welchem Ausmaß die künftigen Investoren davon Gebrauch machen werden, bleibt abzuwarten. Ein gesteigertes Interesse hätte durchaus Auswirkungen auf den Kurs von Aave.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels befand sich AAVE in den Top 30 der größten Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von 3,781 Milliarden US-Dollar bei einem Preis von knapp 295 US-Dollar pro Token.

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