Polymarket verklagt: Nutzer erhebt heftige Betrugsvorwürfe

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein ehemaliger Nutzer des Prognosemarktes Polymarket klagt nun gegen das Unternehmen. Er und rund 1.900 weitere Nutzer seien einem gezielten Betrug durch die Plattform zum Opfer gefallen.
  • Hintergrund ist eine Wette auf Bitcoin-Verkäufe durch den US-Softwareentwickler Strategy. Obwohl der Verkauf wirklich erfolgte, löste Polymarket die Wette als negativ auf und verursachte den Spekulanten damit Schäden in Höhe von 6,5 Millionen US-Dollar.
  • Laut Klage sei die Wettauflösung gezielt mit manipulativer Absicht erfolgt. Eine außergerichtliche Einigung habe der Prognosemarkt blockiert.

Polymarket verklagt: Nutzer erhebt heftige Betrugsvorwürfe

Ein ehemaliger Nutzer des Prognosemarktes Polymarket klagt jetzt gegen das Unternehmen – das gab er jüngst auf X bekannt. Gemeinsam mit der New Yorker Anwaltskanzlei Burwick Law und einem weiteren Kläger wirft er dem Unternehmen Betrug vor.

“Vor einem Monat hat mich Polymarket um 500.000 US-Dollar betrogen. Insgesamt haben 1.868 Spekulanten ganze 6,5 Millionen US-Dollar verloren. Jetzt bringen wir Polymarket vor Gericht”, schrieb der Nutzer mit dem Pseudonym Willo2 auf X.

Dabei teilte er einen Beitrag der Anwaltskanzlei Burwick, in dem diese die Anklageschrift offenlegte. Hintergrund des Rechtsstreits ist eine Wette, die am 2. Juni aufgelöst wurde – laut Willo2 jedoch auf falsche Weise.

So spekulierte der Nutzer auf Polymarket auf weitere Bitcoin-Verkäufe durch das Unternehmen Strategy bis zum 31. Mai 2026. Tatsächlich fanden die Verkäufe statt, doch Strategy machte diese Information erst am 1. Juni öffentlich – laut Polymarket zu spät.

Wer auf den Verkauf der Bitcoin spekulierte, verlor die Wette, obwohl Beweise den Verkauf bekunden. Angesichts dessen strebt Willo2 eine juristische Klärung an. Von Polymarket fühlt er sich hintergangen.

Zuvor habe er noch versucht, eine außergerichtliche Lösung anzustreben. Auf Anfragen sei Polymarket allerdings nicht eingegangen. Stattdessen habe das Unternehmen seine Kontaktanfragen ignoriert.

Für Polymarket – den führenden Prognosemarkt – tut sich damit innerhalb kürzester Zeit bereits der zweite Skandal auf. Zuletzt berichtete Blockchainwelt über eine WSJ-Recherche, die unlautere Methoden zur Bewerbung des Dienstes enthüllte.

Verlust trotz Gewinnwette? So zockte Polymarket seine Nutzer ab

Die Hintergründe der gescheiterten Gewinnwette machte Willo2 bereits am 2. Juni auf X bekannt. Nachdem er sich durch öffentliche Daten eine fundierte Meinung gebildet hatte, war der Nutzer vom nahenden Bitcoin-Verkauf seitens Strategy überzeugt. Neben ihm setzten auch 1.868 weitere Spekulanten auf das Ereignis und gaben dafür 6,5 Millionen US-Dollar aus.

Polymarket stellt für jede seiner Wetten konkrete Regeln bereit. Dies ist eine Grundlage des Prognosemarktes. In den Regeln gab die Plattform bekannt, dass offizielle Informationen durch das Unternehmen Strategy selbst sowie durch seriöse mediale Berichterstattungen der Ergebnisgewinnung dienen.

Am 2. Juni löste Polymarket die Wette auf und entschied sich für einen negativen Ausgang. Demnach habe Strategy keine BTC vor dem 31. Mai veräußert. Da dies faktisch doch geschah, passte der Prognosemarkt seine Regeln laut Willo2 nachträglich an. So hieß es zu diesem Zeitpunkt:

“Weder Informationen von MSTR noch On-Chain-Daten oder ein Konsens glaubwürdiger Berichterstattung haben bestätigt, dass Strategy Bitcoin innerhalb des vom Markt festgelegten Zeitrahmens verkauft hat. Eine Bestätigung, die außerhalb dieses Zeitrahmens erfolgte, ist nicht zulässig.“

So verkaufte Strategy zwar Bitcoin vor dem 31. Mai, weil die Bekanntmachung am 1. Juni erfolgte, sei die Wette negativ ausgegangen. Die Spekulationen auf den Verkauf sind also gescheitert. Willo2 argumentiert, es handele sich dabei um einen absichtlichen Betrug.

polymarket wettverlauf
Mit diesem Bild stellte Willo2 den zeitlichen Ablauf der Wette dar. Polymarket änderte demnach am 2. Juni die Wettbedingungen und löste die Wette sodann auf.

“Das stand ganz einfach nicht in den Regeln. (…) Es ergab keinen Sinn – und vor allem glaubte Polymarket selbst nicht einmal daran. Warum? Weil der Markt, wenn es wahr gewesen wäre, am 31. Mai geschlossen worden wäre.”

Dass Polymarket die Wette erst am 2. Juni auflöste, sei ein eindeutiger Hinweis. Demnach habe das Unternehmen noch auf die offiziellen Informationen durch Strategy gewartet.

“Polymarket hat absichtlich auf den Transparenzbericht gewartet, bevor die Wette aufgelöst wurde”, fügt der Kläger an und unterstellt damit Vorsatz.

Möglicherweise hatten Insider auf die Wette spekuliert, die ihren Gewinn mit allen Mitteln durchsetzen wollten, mutmaßt er.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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