11 Einsatzgebiete für Ethereum Smart Contracts

Bitcoin Netzwerk Nodes

Ethereum stellt quasi die zweite Generation an Blockchains dar, nachdem die Technologie mit Bitcoin bekannt geworden ist. Im Gegensatz zu Bitcoin ist die Ethereum-Blockchain in der Lage in der Lage auch mit Smart Contracts zusammenzuarbeiten. Smart Contracts bieten If-this-then-that-Logik.

Das ermöglicht das automatische Ausführen von Aktionen zwischen Unternehmen oder im Unternehmen. Smart Contracts ermöglichen die Verwaltung aller Aktionen rund um den Zahlungsverkehr, bieten aber weit aus mehr Funktionen. Die bekanntesten Einsatzgebiete für Smart Contracts finden sich in Lieferketten (Supply Chains). Das gilt natürlich auch für Smart Contracts beim Einsatz in der Ethereum-Blockchain.

Digitale Transformation mit der Blockchain

In der Ethereum-Blockchain ist es möglich mit verschiedenen Programmiersprachen, zum Beispiel Solidity, Smart Contracts zu programmieren und in der Blockchain zu speichern. Bitcoin ist dazu nicht in der Lage. Wir zeigen in diesem Beitrag einige der bekanntesten Möglichkeiten für die Verwendung von Smart Contracts in der Ethereum-Blockchains. Bei Smart Contracts handelt es sich generell um Computerprogramme, die in der Blockchain gespeichert sind und in der Blockchain auch Aktionen ausführen kann.

Smart Contracts sind einer der wichtigsten Einsatzgebiete von Blockchain-Technologien. Innerhalb einer Blockchain können Entwickler Smart Contracts programmieren, die Aktionen in der Blockchain ausführen. Dabei handelt es sich um automatisch ablaufende Vorgänge, mit denen Unternehmen bestimmte Prozesse auch abrechnen können.

Vor allem in Lieferketten, bei denen Waren an verschiedenen Standorten von Partnern produziert, gelagert, transportiert und verarbeitet werden, können Smart Contracts für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und Transparenz sorgen. Wenn an einem Knoten der Lieferkette (Supply Chain) ein bestimmter Wert erreicht wird, löst das in der Blockchain für einen anderen Knoten eine Transaktion aus. Dabei ist es möglich Liefervorgänge und die dazu gehörigen Bezahlvorgänge vollständig zu automatisieren. Im internationalen Umfeld spielt das natürlich einige Vorteile.

Enterprise Ethereum Alliance erweitert die Möglichkeiten

Die Enterprise Ethereum Alliance erweitert die Spezifikationen, die für Smart Contracts in der Ethereum Blockchain zur Verfügung stehen, aber auch alle anderen Möglichkeiten in der Blockchain von Ethereum. Die Allianz hat die Aufgabe die Verwendung von Ethereum in Unternehmen voranzubringen. Die Enterprise Ethereum Alliance gehört zu den weltweit größten Blockchain-Initiativen. Beteiligt sind zum Beispiel Santander, Accenture, Microsoft und andere große Unternehmen.

Für die Entwicklung eigener Smart Contracts stellt die Enterprise Ethereum Alliance auch ein Testnet zur Verfügung. Das Testnetz bietet eine einfache Möglichkeit, um dezentrale Apps oder Smart Contracts zu entwickeln. Der Vorteil des Testnetzwerkes besteht darin, dass Entwickler auch Sicherheitstests durchführen und dadurch jederzeit überprüfen können, ob der eigene Smart Contract optimal funktioniert. Im Testnetzwerk ist es auch möglich eigene Knoten für das Ethereum-Netzwerk zu erstellen. Dadurch ist es sehr einfach Smart Contracts in einer produktionsnahen Umgebung zu betreiben.

Blockchain Typen

Verträge für Banken und Finanzdienstleistungen

Da es sich bei Smart Contracts um eine Funktion der Blockchain-Technologie handelt, sind Einsatzgebiete rund und um das Thema Finanzdienstleistungen natürlich besonders bekannt. Blockchains sind seit Bitcoin vor allem für Kryptowährungen und finanzielle Transaktionen bekannt. Aus diesem Grund können auch beim Einsatz der Ethereum-Blockchain, neben der Kryptowährung Ether, auch Smart Contracts zum Einsatz kommen, die ihren Fokus auf Finanzdienstleistungen und der Übertragung von Währungen haben.

Davon profitieren natürlich auch Banken oder andere Finanzinstitute, bei denen Zahlungsverkehr und andere Tokens ohne weitere Mittelsmänner, auch international übertragen. Alle Transaktionen in der Blockchain sind vollkommen transparent, und daher jederzeit nachvollziehbar. Das ist für Zahlungsverkehr natürlich ideal und auch Fehler und Betrug sind nahezu ausgeschlossen. In den meisten Unternehmen gibt es verschiedene Einsatzgebiete, wenn es darum geht Finanztransaktionen durchzuführen. In Banken und Finanzinstituten kann die Blockhain mit Smart Contracts natürlich enorme Vorteile bieten, um Transaktionen durchzuführen. Auch Banken sparen dadurch einiges an Kosten und können vor allem zusätzliche Finanzprodukte anbieten.

Bereits jetzt setzen Banken und Finanzinstitute teilweise auf Ethereum, um solche Transaktionen mit Smart Contracts durchzuführen. Die LBBW hat zum Beispiel mit Daimler ein Projekt gestartet, um Finanztransaktionen über die Blockchain abzuwickeln. Dazu hat Daimler ein Schuldscheindarlehen bei der LBBW positioniert, und alle Finanztransaktionen dazu in der Blockchain abgebildet. Hierzu gehören Platzierung, Zuteilung und Vertragsabschlüsse. Alle Vorgänge sind komplett digitalisiert und dadurch schneller durchführbar.

Es gibt werder Briefe noch Faxe oder andere Aktionen, die Mitarbeiter offline durchführen müssen. Alle Aktionen laufen komplett über die Blockchain und den hinterlegten Smart Contracts, die alle Aktionen nach der “Wenn-dann-dann-das”-Logik abwickeln. Die Vorgänge sind rechtssicher abgebildet und zeigen die Möglichkeiten von Smart Contracts in der Blockchain. Allerdings sind komplett rechtssichere Smart Contracts für Finanztransaktionen immer noch schwierig umzusetzen, da die Technologie immer noch recht neu ist. Die Einsatzgebiete in diesem Bereich können von Hypotheken und Überweisungen, bis hin zum bezahlen von Rechnungen oder anderen Transaktionen erfolgen.

Globale Digitalisierung

Startups: Initial Coin Offering und Dezentral Autonomer Initial Coin Offering

Initial Coin Offering (ICO) und Dezentral Autonomer Initial Coin Offering (DAICO) sind ebenfalls Vorgänge, die mit Smart Contracts optimal abgewickelt werden können. Ein ICO entspricht bei Kryptowährungen im Grunde genommen dem Vorgang, der bei Wertpapieren als Initial Public Offering (IPO) bekannt ist. Bei einem ICO bietet der Entwickler einer neuen Kryptowährung  eine Zeitlang einen Teil der Währung zum Verkauf an. Als Bezahlung sind entweder herkömmliche Währungen oder andere Kryptowährungen denkbar.

Meistens finden diese Vorgänge recht schnell nach der Gründung einer neuen Kryptowährung statt. Ethererum ist zum Beispiel so vorgegangen. Der Sinn dahinter ist das Binden von Investoren an eine neue Kryptowährung.  Durch die Natur des Vorgangs profitieren zum Beispiel digitale Startups besonders. Investoren profitieren von der Technologie der Smart Contracts, da die zugrundeliegenden Prozesse komplett digital, unfälschbar und transparent nachvollziehbar sind. Ethereum Smart Contracts sind für ICO- und Tokenverkäufe ideal. Durch ICOs fließt Geld von Investoren einer Kryptowährung zu den Entwickler der jeweiligen Währung.

Mehr Kontrolle für Investoren mit DAICOs einräumen

Mit einem Dezentral Autonomer Initial Coin Offering (DAICO) lassen sich die Modelle Dezentrale Autonome Organisation (DAO) und Initial Coin Offering (ICO) verbinden. DAICO sind verbesserte ICOs, die mehr Sicherheit und Kontrolle bieten, vor allem für die Investoren. Ein DAICO startet mit einem Smart Contract, der die Auszahlung der Finanzmittel an die Entwickler eines Projektes steuert.

In diesem Modell können Entwickler Schrittweise Finanzmittel aus einem ICO erhalten, die von Roadmaps abhängig sind, also dem Fortschritt des Projektes. Smart Contracts ermöglichen durch Aktionen und Bedingungen das automatisierte Abwickeln von ICOs und das Auszahlen von Beträgen an die Entwickler, abhängig von den Fortschritten eines Projektes. Dazu kommt die Möglichkeit, dass Investoren ihre Mittel zurückerhalten, wenn sie nicht zufrieden mit dem Projekt sind. Bei DAICOs gibt es also Ausstiegsmöglichkeiten für Investoren. Das wiederum kann mehr Investoren anlocken, da diese sich nicht auf Dauer binden, sondern bei Problemen mit dem Projekt auch wieder von Ihren Investitionen zurücktreten können.

Der größte Unterschied zwischen DAICO und ICO besteht darin, dass Entwickler bei einem ICO sofort das investierte Geld der Investoren nutzen können. Bei einem DAICO kann ein Smart Contract die einzelnen Projektschritte prüfen und davon abhängig Kapital freigeben. Das verhindert SCAM-ICOs oder zu viel Kapitalfluss auf einmal, auf dem sich die Entwickler des Tokens ausruhen können. Ein DAICO schützt die Investoren und bietet Entwicklern den Vorteil sehr viel seriöser und zuverlässiger weitere Investoren zu finden.

In einem DAICO kann über die Tap-Variable festgelegt werden, dass Entwickler pro Sekunde einen bestimmten Betrag pro Sekunde aus den verkauften Tokens erhalten. Die Tap-Variable kann steigen, die Vorgänge sind im Smart Contract festgelegt. Durch DAICOs erhalten Investoren über den Smart Contract also deutlich mehr Kontrolle und Entwickler haben Anreize weiter effektiv am Projekt zu arbeiten, da sie für die Weiterentwicklung belohnt werden.

Smart Contracts ersetzen Zwischenhändler  und Kontrollinstanzen

Bei vielen Projekten und Aktionen zwischen Unternehmen sind Treuhänder und Vermittler notwendig. Diese sind teuer und verzögern Abläufe, vor allem bei internationalen Geschäften. Mit der Ethereum-Blockchain und Smart Contracts lassen sich Zwischenhändler ersetzen. Im Grunde genommen handelt es sich auch beim Smart Contract eines DAICOs um einen digitalen Vermittler, der das Auszahlen von Kapitel steuert. Smart Contracts können aber auch in anderen Bereichen auf diesem Weg sinnvoll sein, und als Vermittler dienen.

Über die Abwicklung von Geschäften mit der Blockchain ist es auch möglich alle Abläufe fälschungssicher zu gestalten. Durch die Verwendung von Smart Contracts sind die einzelnen Vorgänge auch komplett automatisierbar. Dazu kommt der Vorteil der vollständigen Transparenz aller Abläufe. Alle Aktionen führt der Smart Contract rechtssicher durch. Die Einsatzgebiete sind vielfältig.

Von der Verwendung in Lieferketten, bis hin zu Immobilien, Testamenten und anderen Geschäften bei denen Vermittler notwendig sind, können Smart Contracts eine ideale Ergänzung sein. Die einzelnen Abläufe kann ein Smart Contract nicht nur sicherer und transparenter durchführen, sondern auch sehr viel schneller. Da die Vorgänge automatisiert starten, kann der Smart Vorgang alle Abläufe ohne menschliches Zutun durchführen. Da die Transaktionen in der Blockchain gespeichert sind, können Mitarbeiter und Anwender alle Aktionen jederzeit nachverfolgen, die ein Smart Contract durchgeführt hat.

Digitale Identitäten – Identitätsdiebstahl verhindern

Mit der Ethereum-Blockchain ist es auch möglich digitale Identitäten über Smart Contracts zweifelsfrei nachzuweisen. Die Technologie kann über RFID-Chips auch für die Zugangskontrolle eingesetzt werden. Mit der Blockchain können digitale Identitäten auch fälschungssicher dargestellt werden, das verhindert auch den Identitätsdiebstahl.

Sensible Daten austauschen – Digitale Patientenakten

Smart Contracts ermöglichen auch den Austausch von heiklen Personendaten, zum Beispiel Patientenakten. Im Smart Contract lässt sich steuern, welcher Personenkreis Zugang zu den einzelnen Bereichen der Patientenakte hat. Das verhindert, dass unberechtigte Personen Zugriff auf Patientendaten erhalten, stellt aber gleichzeitig sicher, dass die Daten dennoch den Personen zur Verfügung stehen, die sie einsehen sollen. Die Authentifizierung der Personen kann wiederum fälschungssicher über die digitalen Identitäten abgewickelt werden, die ebenfalls ein Smart Contract darstellen kann, unter Umständen sogar der gleiche.

Produktfälschungen mit Smart Contracts verhindern

Im Rahmen der internationalen Nachverfolgung von Lieferketten ist es auch möglich Produkte jederzeit identifizieren zu können. Die Abwicklung der Supply Chain erfolgt über einen Smart Contracts, die einzelnen Produkte können ebenfalls in der Blockchain erfasst werden. Dadurch erkennt die Blockchain jedes Produkt und kennt dessen Standort. Über Sensoren oder Chips ist es möglich dadurch Produktfälschungen schnell zu identifizieren. Dabei kommen ähnliche Technologien zum Einsatz, wie bei der Verwendung von digitalen Identitäten in der Blockchain und der Einbindung von heiklen Informationen.

Smart Contracts stellen die Integrität der Lieferkette und der darin enthaltenen Produkte sicher. Alle Wege, die ein Produkt in einer Lieferkette hinter sich bringt, sind Bestandteil der Blockchain und daher dauerhaft gespeichert. Diese Transparenz ermöglicht auch das umfassende Nachverfolgen.

Kühlkette mit Smart Contracts sicherstellen

Nicht nur Produktfälschungen lassen sich mit Smart Contracts verhindern, sondern auch Lieferketten sind nachverfolgbar. Der Smart Contract ermöglicht auch das Nachverfolgen von Kühlketten. In der Blockchain ist vollständig nachvollziehbar, wann, wo und wie lange ein Produkt gelagert hat. Zusammen mit RFID-Chips und Sensoren, deren Daten ebenfalls in der Blockchain gespeichert sind.

Lieferkettengesetz und Smart Contracts in der Blockchain

Parallel dazu kann ein Smart Contract auch dabei helfen im Rahmen des Lieferkettengesetzes („Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten“) den Umweltschutz und vor allem die Einhaltung der Menschenrechte zu überprüfen. Hier bietet die Blockchain zahlreiche Möglichkeiten, vor allem in internationalen Lieferketten. Ab 2023 sollen sich alle Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeiter an das Gesetz halten müssen, ab 2024 auch alle Unternehmen ab 1.000 Mitarbeiter.

Smart Contracts in der Personalabteilung

Smart Contracts können auch in der Personalabteilung Einsatz finden. Da auch hier sensible Daten gespeichert werden, ähnlich wie in Patientenakten, kann die Blockchain dabei helfen die Daten nur den Personen zugänglich zu machen, die dazu berechtigt sind. Auch hier helfen Smart Contracts dabei sicherzustellen, dass die zugreifenden Mitarbeiter über digitale Identitäten identifiziert werden können. Natürlich ist es auch möglich Arbeitsverträge über Smart Contracts abzuwickeln. Allerdings gehören diese Vorgänge eher noch zu den seltenen Einsatzgebieten, kommen in Zukunft aber vermutlich häufiger zum Einsatz. Auch Gehaltsabrechnungen sind über die Blockchain möglich, genauso wie die Bezahlung über Smart Contracts. Hier ist auch die Bezahlung mit einer Kryptowährung möglich.

Zeugnisse und Qualifikationen prüfen

Smart Contracts können auch bei Aus- und Fortbildungen zum Einsatz kommen, um sicherzustellen, dass bestimmte Zeugnisse auch nicht gefälscht sind. Bei der Nachprüfung von Qualifikationen tauchen immer wieder Unklarheiten auf, was deutlichen Aufwand verursacht. Durch Smart Contracts zwischen Weiterbildungsinstituten und Unternehmen sind solche Überprüfungen einfacher und schneller möglich. Dazu kommen die wichtigsten Vorteile der Blockchain: Fälschungssicher, transparent und unveränderbar.

Fazit

In diesem Beitrag sind wir auf die Möglichkeiten eingegangen, die Smart Contracts mit der Ethereum-Blockchain bietet. Es lohnt sich die Möglichkeiten von Smart Contracts genauer zu prüfen, da in den meisten Unternehmen zahlreiche Einsatzgebiete für Smart Contracts vorhanden sind, welche Abläufe deutlich beschleunigen und sicherer gestalten können.

 

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