Use Case Anzahl für Kryptowährungen nimmt zu

In den letzten Tagen wurden vermehrt Neuigkeiten verkündet, die weiterhin Hoffnung auf einen Einsatz von Bitcoin und Altcoins als offizielles Zahlungsmittel machen.

Während Bitcoin von einem Allzeithoch zum nächsten marschiert, integrieren Behörden in der Schweiz sowie ein portugiesischer Energieversorger die weltweit größte Kryptowährung als wählbare Zahlungsoption.

Use Case Portugal: Stromrechnungen bald in Bitcoin bezahlbar  

Das kleine portugiesische Energieversorgungsunternehmen Luzboa wird bald Bitcoin als Zahlungsmittel für Strom akzeptieren.

Der Präsident des Unternehmens, Pedro Morais Leitão, verkündete die Neuigkeiten gegenüber der portugiesischen Zeitschrift Expresso am Mittwoch. Er gab an, dass die neue Zahlungsoption noch im Februar verfügbar sein soll. 

Laut Leitão wird Luzboa in den kommenden Tagen eine Bitcoin Wallet einrichten. Sie soll es den Bewohnern ermöglichen, den Strom über das neue Zahlungssystem namens „Bit Spot“ zu bezahlen.

Gemäß dem Zeitungsbericht plant das Unternehmen, erhaltene Bitcoin sofort in Euro umzuwandeln, um die Firma vor instabilen Preisen zu schützen. „Wir sind uns der Volatilität der Währungen bewusst, aber wir sind bereit, ein gewisses Risiko einzugehen“, sagte der Geschäftsführer.

Leitão erklärte, dass die Hauptidee der Initiative darin besteht, einen Nischenmarkt zu erobern und sagt  

„Die neue Generation hegt ein Interesse an Kryptowährungen. Wir wollen daher eine Möglichkeit bieten, neue Zahlungsmittel zu nutzen.“

Das Energieunternehmen Luzboa hat seinen Hauptsitz in Viseu, einer Stadt und Gemeinde in der Region Centro in Portugal. Laut Unternehmensberichten betreut Luzboa derzeit rund 5.000 Privatkunden.

Die Nexus Energía Group, das fünftgrößte unabhängige Energieunternehmen in Spanien, ist der Mehrheitsaktionär von Luzboa. Im Jahre 2017 erwarben sie einen Anteil von 51 Prozent an dem Unternehmen.

Portugal hat sich nach und nach zu einem Krypto-freundlichen Land entwickelt. Und das, obwohl das Bewusstsein für die Branche bei den lokalen Regulierungsbehörden in den letzten Jahren vergleichsweise gering war.

Das Land ist insbesondere dafür bekannt, dass es keine Steuern auf den Handel mit Kryptowährungen erhebt. Dies gilt allerdings nur für Kleinanleger.

Sobald der Handel von Bitcoin, Altcoins und Stablecoins durch Firmen professionell durchgeführt wird, erhebt Portugal Steuern.

Bereits Ende 2017 gab der portugiesische Finanzminister bekannt, dass der Bitcoin Handel von Retail Investoren nicht steuerpflichtig ist.

Use Case Schweiz: Mit Bitcoin und Ethereum Steuern zahlen

Steuern Tax Bitcoin Ethereum

Der Schweizer Kanton Zug erlaubt seinen Bewohnern nun, ihre Steuern in Bitcoin und Ethereum zu bezahlen. Möglich macht dies die Partnerschaft von Bitcoin Suisse, ein lokaler Krypto-Broker, und dem Kanton. Am 17. Februar gab Bitcoin Suisse bekannt, dass die Zahlungsoption aktiviert wurde.

Die Zuger Kantonsverwaltung hat zudem eine offizielle Mitteilung für die neue Steuerzahlungsoption auf ihrer offiziellen Website veröffentlicht. Darin ist ebenfalls eine detaillierte Videoanweisung für die Zahlung von Steuerrechnungen mit Kryptowährungen enthalten.

Bitcoin Suisse schreibt weiter, dass die Umsetzung dieses Vorhabens nur durch die gemeinsame Pionierarbeit mit dem kantonalen Steueramt Zug möglich war. Zudem sei es ein weiteres positives Zeichen in der Entwicklung der Blockchain Nation Schweiz.

Twitter Screenshot BitcoinSuisse AG

Wie wir zuvor berichteten, kündigte der Kanton Zug bereits im September 2020 an, den Steuerausgleich der Zuger Einwohner und Unternehmen in Bitcoin und Ether zu akzeptieren. An den Modalitäten hat sich seit der Bekanntgabe im letzten Jahr nicht geändert. Nach wie vor kann die Steuerschuld bis 100.000 Schweizer Franken in Bitcoin oder Ethereum erfolgen. Größere Beträge werden in der Schweizer Leitwährung beglichen und Teilzahlungen in Kryptowährungen sind nicht möglich.   

Zug ist nicht der erste Ort in der Schweiz, der Steuerzahlungen in Kryptowährungen unterstützt. Zermatt, eine Gemeinde im Kanton Wallis und Heimat des Matterhorn, führte bereits im Januar 2020 eine Bitcoin-Steuerzahlungsoption in Partnerschaft mit Bitcoin Suisse ein.

Fazit – Portugal und die Schweiz machen es vor. Wann folgt Deutschland?

Das spanische Nachbarland an der Algarve, Portugal, und die Alpennation Schweiz gehen mit gutem Beispiel voran. Sie sorgen dafür, dass Kryptowährungen nicht irgendeine neuzeitliche Erfindung sind, sondern einen wirklichen Use Case im realen Leben haben. 

Mit der geplanten Bezahlmöglichkeit in Bitcoin für Stromrechnung des Energiehandelsunternehmens Luzboa beweisen die Portugiesen einmal mehr ihre Krypto-Freundlichkeit.

Dass der Kanton Zug, selbsternanntes Crypto Valley, ein Vorreiter bezüglich Blockchain-Technologie und deren Nutzbarmachung für die Allgemeinheit ist, ist hinlänglich bekannt.

Bereits im Mai 2016 war es möglich, Bitcoin-Zahlungen für bestimmte städtische Dienstleistungen wie öffentliche Versorgungsbetriebe zu tätigen.

Nun stellt sich mir die Frage, wann in Deutschland vergleichbare Optionen für die Bevölkerung möglich sein werden. Zwar bieten immer mehr kleinere Unternehmen, vermehrt in Großstädten, die Zahlung ihrer Dienstleistung in Kryptowährung, doch sind Bezahlungen von Steuern oder Stromrechnungen in Bitcoin und Co. bisher nicht angedacht.

Ob Bitcoin grundsätzlich als Währung eingesetzt werden sollte, ist für mich fraglich. Viel zu sehr hat sich BTC im letzten halben Jahr als digitaler Vermögenswert, um nicht zu sagen „digitales Gold“ etabliert.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert