Uniswap v3 ist live

Uniswap v3

Mit der Veröffentlichung der 3. Version der DeFi Plattform Uniswap ließ das Unternehmen seinen Ankündigungen vom März Taten folgen. Das Upgrade soll den automatisierten Market Maker AMM noch attraktiver für die besonders solventen Krypto-Trader und Fonds machen.

Neben der höheren Flexibilität profitieren Händler bei Uniswap v3 von der sogenannten “concentrated liquidity”.

Uniswap bringt v3 Upgrade inmitten des Bullrun

Seit dem 5. Mai 2021 ist die dritte Version der dezentralen Krypto-Börse Uniswap live. Nutzer auf der ganzen Welt haben diesem Upgrade in den vergangenen knapp sechs Wochen entgegengefiebert.

Das Unternehmen hinter dem Uniswap-Protokoll kündigte Ende März die Version 3 an. Das gestrige Rollout des automatisierte Market Maker AMM erfolgt inmitten eines Krypto-Bullrun, der Ether in den letzten Tagen immer wieder aufs Neue zu Allzeithochs getrieben hat.

Ether ist die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung und der native Token von Ethereum. ETH und seine Blockchain sind nach wie vor der Ort, an dem sich der Großteil der Aktivitäten rund um DeFi abspielt.

Die dezentrale Handelsplattform Uniswap erschien Ende 2018 auf der Ethereum Blockchain. Laut DeFi Pulse ist sie die derzeit viertgrößte Anwendung im Bereich der dezentralen Finanzen DeFi auf dieser Blockchain. Assets im Wert von 8,3 Milliarden US-Dollar sind aktuell auf Uniswap gestakt.

Nach unternehmenseigenen Aussagen verzeichnete die bisherige Version Uniswap v2 1,6 Milliarden US-Dollar an Handelsvolumen in den letzten 24 Stunden.

Uniswap v3 ist ein großer Schritt nach vorne für das Protokoll. Die erhöhte Flexibilität, die Market Maker nun erwartet, um ihre Liquidität in das Protokoll einzubringen, macht die Liquiditätsbereitstellung attraktiver und sollte den Handel auf Uniswap für Händler effizienter machen.

Peter Johnson

Partner - Jump Capital

Was ist neu bei Uniswap v3?

Die wichtigste Neuerung in dieser Version ist die “konzentrierte Liquidität”.

Konzentrierte Liquidität macht die Grundfunktionalität eines AMMs für alle Nutzer effizienter. Ein Automated Market Maker erlaubt es Marktteilnehmern, zwei Token in einen beliebigen Liquiditätspool einzuzahlen.

Jeder Pool bietet dann einen Preis für beide Token an. Dieser Preis wird einfach durch das Verhältnis der beiden Token bestimmt.

Wenn Händler Token von AMM-Pools kaufen oder verkaufen, zahlen sie eine sehr geringe Gebühr für jeden Handel. Diese Gebühr wird dann unter allen Teilnehmern des Pools auf einer anteiligen Basis aufgeteilt.

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Schauen wir uns dazu ein Beispiel an. Angenommen, es gibt einen Liquiditätspool von je 1.000 DAI und USDC. Dann hat 1 DAI den Wert von 1 USDC und andersherum. Damit dieses Verhältnis nicht in ein Ungleichgewicht verfällt, sind Ausgleichsstellen notwendig.

Dieser Ansatz lässt jedoch eine Menge Liquidität effektiv unbrauchbar. Würde nun jemand versuchen, 700 USDC aus unserem Beispiel-Pool zu kaufen, würde dies den Durchschnittspreis für den Handel weit über den Marktpreis treiben. Also käme sehr wahrscheinlich niemand auf die Idee, einen solchen Trade durchzuführen.

Das Prinzip der konzentrierten Liquidität erlaubt es nun einer Person, die einem Liquiditätspool beziehungsweise einem Liquiditätsanbieter Geld leiht, ein Bandbreite zu definieren.

Diese Bandbreite markiert den Spielraum, in dem der Trade stattfinden kann. Der Trader könnte also 1.000 USDC und 1.000 DAI einzahlen, aber mit dem Vorbehalt, dass seine USDC niemals für weniger als 0,99 DAI und niemals mehr als 1,01 DAI gehandelt werden.

Für unser Beispiel würde das also bedeuten, dass der Käufer von 1.000 USDC mehr oder weniger 1 DAI pro USDC zahlt.

kurzfristiger Verlust

Uniswap v3 beugt kurzfristigem Verlust vor

Die dritte Version der DeFi Plattform ist ebenso eine Antwort auf einen potenziellen vorübergehenden Verlust bei Liquiditätsanbietern.

In einem klassischen AMM kann ein Liquiditätsanbieter über kürzere Zeiträume Geld verlieren, wenn einer der beiden Token in einem Pool von zwei zu viel gegen den anderen an Wert zulegt.

Bancor und THORChain beispielsweise bieten eine Versicherung gegen den kurzzeitigen Verlust.

Mit Uniswap v3 kann ein Liquiditätsanbieter nun selbst Einfluss darauf nehmen. Er legt den handelbaren Bereich so fest, dass beim Handel seiner Einlagen kein kurzfristiger Verlust auftreten würde.

Die neue Version erlaubt es Einlegern auch, unterschiedliche Gebühren für den Handel zu definieren. Das soll die Attraktivität erhöhen, auch Liquidität für weniger häufig gehandelte Token bereitzustellen.

oops!

Uniflop!? – Aller Anfang ist schwer

Die mit Spannung erwartete Version 3 des Uniswap-Upgrades konnte anscheinend an ihrem ersten Tag ihren Versprechen nicht gerecht werden. Händler haben hohe Gebühren und technische Schwierigkeiten bei der Nutzung der Plattform berichtet.

Der Großteil der negativen Kommentare auf den unterschiedlichen Social Media Plattformen betrafen die Kosten für die Nutzung der Plattform.

Da die Netzwerkgebühren auf der Ethereum Blockchain nach wie vor hoch sind, konnten die User keine Vorzüge von v3 im Hinblick auf Einsparung der Gas Fees erkennen.

Ganz im Gegenteil, die Kosten waren sogar teilweise höher, wie Haseeb Qureshi, Managing Partner bei Dragonfly Capital kommentierte. Eine von ihm durchgeführte Beispieltransaktion von drei wrapped ETH (wETH) zu DAI hatte ihn ca. 24 US-Dollar an Netzwerkgebühren gekostet.

Eine weitere Beschwerde bezog sich auf die astronomischen Kosten für die Erstellung eines Pools und das Hinzufügen von Liquidität. Ein Entwickler war mit Gebühren von 0,2 ETH oder umgerechnet rund 750 US-Dollar konfrontiert.

Auch die Nutzerfreundlichkeit von v3 lässt einigen Nutzern nach zu Wünschen übrig. In ihren Augen sei es aktuell recht kompliziert, das Interface zu nutzen als in der Vorgängerversion v2.

Fazit – Langersehntes Uniswap v3 Upgrade ist live, aber mit Schwächen

Uniswap implementiert die dritte Version seiner DeFi Handelsplattform und erlebt einen Ansturm. Transaktionen im Wert von über 1,6 Milliarden US-Dollar fanden in den ersten 24 Stunden nach Live Schaltung statt

Hauptneuerung des Upgrades ist die konzentrierte Liquidität. Mit ihrer Hilfe ist es Liquiditätsanbietern möglich, Handelsspannen festzulegen, innerhalb derer die Trades stattfinden. Dieses Feature beugt vor allem kurzzeitigen Verlusten vor, falls einer der beiden Token im Liquiditätspool signifikant an Wert zulegen sollte.

Trotz aller Euphorie sind viele Nutzer weniger zufrieden mit dem Upgrade. Hohe Kosten sowohl für Transaktionen als auch das Erstellen von Liquiditätspools und eine eingeschränkte Nutzerfreundlichkeit geben Uniswap v3 einen faden Beigeschmack.

Nun bleibt abzuwarten, wie Uniswap selbst auf die Kritikpunkte reagiert und in welcher Form sich Lösungen dafür ergeben.

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