Tezos Upgrade reduziert Gebühren für Smart Contracts

Tezos Staking

Immer mehr Kryptowährungen bieten eine ernsthafte Alternative zu Ethereum. Bisher galt die Ethereum Blockchain als die erste Wahl beim Erstellen von dezentralen Anwendungen. Die Programmiersprache Solidity ermöglichte dabei vielseitige Anwendungen für Smart Contracts. Nun könnte auch Tezos durch das letzte Upgrade erneut das Interesse von Entwicklern wecken.

Dabei stellen besonders die hohen Transaktionskosten von Ethereum ein Problem für viele Anwendungen dar. Diese sind ein entscheidender Faktor, um ein Programm nachhaltig zu entwickeln. Auch die geringe Skalierbarkeit bleibt ein Risikofaktor, welcher die Geschwindigkeit unter Umständen stark beeinträchtigen kann. Dies zeigte sich beispielsweise, als das Spiel CryptoKitties das Netzwerk durch eine hohe Anzahl an Transaktionen deutlich verlangsamte.

Tezos zählt seit seiner Gründung zu den größten Projekten nach Marktkapitalisierung. Jedoch hielt sich die Aufmerksamkeit rund um das Unternehmen weitgehend in Grenzen. Ähnlich wie bei anderen Blockchains kommt eine eigene Währung im Netzwerk zum Einsatz, um Transaktionen zu tätigen. Tezos unterscheidet sich jedoch grundlegend darin, dass es durch seinen Aufbau dynamisch bleibt und somit Hard Forks unterbinden kann.

Tezos als Plattform für Dezentrale Finanzen (DeFi)?

Das letzte Upgrade soll dabei gezielt Entwickler ansprechen, welche ihren Fokus auf Dezentrale Finanzen (DeFi) legen. Durch eine Senkung der Gebühren für Smart Contracts um 75 Prozent sollen neue Projekte auf der Tezos Blockchain gefördert werden.

Das Upgrade namens Delphi wurde erst am dritten September 2020 vorgeschlagen und ist nun vollständig integriert. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von Nomadic Labs, Metastatic und Gabriel Algour. Ziel der Unternehmung ist es, Einzelpersonen bei der Entwicklung von Smart Contracts für Tezos zu helfen. Laut den Entwicklern handle es sich um ein entscheidendes Upgrade, um spezifische Anwendungen auf der Tezos Blockchain zu ermöglichen. Darunter fallen unter anderem Gaming, Dezentrale Finanzen und Collectibles.

Tezos ist eine Blockchain-Plattform der vierten Generation, die Proof of Stake verwendet und Smart Contracts und dezentrale Anwendungen ermöglicht. Gebühren im Netzwerk werden durch den Coin XTZ beglichen.

„Tezos ist ein Open-Source-Blockchain-Protokoll für Assets und Anwendungen, das von einer globalen Community von Validatoren, Forschern und Buildern unterstützt wird. Das Tezos-Protokoll ist sicher, aktualisierbar und auf Langlebigkeit ausgelegt.“ – Tezos Foundation

Anders als andere Plattformen ist Tezos dynamisch aufgebaut und dadurch veränderbar. Laut eigener Angaben handelt es sich um eine sich selbst ändernde Blockchain, welche On-Chain-Mechanismen verwendet. Dadurch lassen sich Protokoll-Upgrades vorschlagen, testen und aktivieren, ohne dass das Netzwerk einer Hard Fork unterzogen werden muss.

Durch das Delphi Upgrade wird die Berechnung der Gebühren optimiert. Zudem reduzieren sich die Grundkosten für Manager von 10.000 auf 1.000 Gas. Ebenso können Tezos-Blöcke fortan deutlich mehr einfache XTZ-Transaktionen und Multi-Asset-Übertragungen tätigen. Auch die Kosten für die Speicherung von Tezos reduzieren sich von bisher 1 XTZ auf 0,25 XTZ pro Kilobyte.

Weitere Änderungen im Protokoll, welche auf das Delphi Upgrade aufbauen, könnten bald folgen. Voraussichtlich könnten diese schon Anfang Dezember von Nomadin Labs vorgeschlagen werden.

Tezos Kurs

Tezos Staking – Passives Einkommen generieren

Tezos konnte durch ein Initial Coin Offering (ICO) über 230 Millionen US-Dollar einsammeln. Dabei handelte es ich um einen der größten ICOs bislang und das Mainnet erfolgte circa ein Jahr später in der Beta Phase.

Eines der Merkmale von Tezos ist das Staking durch sogenannte Baker. Diese produzieren die Blöcke im Netzwerk und erhalten dadurch Belohnungen. Je mehr Coins dabei gehalten werden, umso höher ist die Chance als Validator ausgewählt zu werden. Da Baker erst ab einer bestimmten Zahl an Coins teilnehmen können, erfolgt das Staking von kleinen Mengen über einen Pool.

Da es sich bei Tezos um ein sehr bekanntes Projekt handelt, bieten viele Börsen auch das Staking mit dem Coin an. Auf Binance können Kunden etwa mit einer Rendite von 7 Prozent jährlich rechnen. Zudem zieht Binance keine Gebühren für den Service ab.

Tezos als Konkurrenz für Ethereum?

Bisher bieten mehrere Plattformen Smart Contracts an, darunter auch Cardano, Solana und NEO. Laut Stateofthedapps kann Ethereum bisher jedoch die meisten Anwendungen verzeichnen. Darunter befinden sich zahlreiche erfolgreiche Projekte, welche selbst zu Marktführern auf ihrem Gebiet geworden sind. Dadurch kann die Ethereum Blockchain auf viele Unterstützer zählen, welche das Netzwerk weiterhin voranbringen möchten. Auch zählt die Ethereum Alliance zu den besten Gemeinschaften, welche an Blockchain und neuen Technologien arbeiten.

Ethereum hat bereits angekündigt, bisherige Probleme durch ein Upgrade zu Ethereum 2.0 zu beseitigen. Jedoch könnten bis zur vollständigen Umsetzung mehrere Jahre vergehen, in denen sich ein Wettbewerber als neuer Favorit hervortun könnte. Durch den Fokus von Tezos auf Dezentrale Finanzen, könnten sich vermehrt neue Projekte auf deren Blockchain ansiedeln. Bisher galt des Thema DeFi als eines der wichtigsten im Jahr 2020 und konnte zahlreiche neue Innovationen verbuchen. Sollte das Wachstum über die nächsten Jahre weiter anhalten, könnte Tezos durch geringe Gebühren und dynamischen Aufbau gute Chancen haben.

„Wir glauben, dass Tezos soziale, politische und wirtschaftliche Innovationen auf globaler Ebene vorantreiben wird.“ – Tezos Foundation

Unwahrscheinlich ist jedoch, dass sich am Ende nur ein Anbieter für alle Ökosysteme etablieren wird. Da sich viele Unternehmen im Bereich Blockchain noch am Anfang befinden, bietet der Markt viel Spielraum für andere Teilnehmer. Somit könnten mehrere Projekte das Rennen machen und für verschiedene Dienste eintreten. Tezos könnte durch seine Struktur beispielsweise eine gute Alternative für Security Token Offerings sein.

Fazit: Smart Contracts benötigen Diversifizierung

Bisher galt Ethereum als die favorisierte Plattform bei der Erstellung von Smart Contracts. Diese verhalfen zahlreichen Projekten zum Erfolg und bilden die Basis vieler anderer Kryptowährungen. Jedoch ist es auch wichtig, dass Alternativen entstehen und die Möglichkeiten vielfältig bleiben. Durch verschiedene Plattformen für Smart Contracts formen sich auch verschiedenen Projekte, woraus neue Technologien und Anwendungen entstehen können.

Tezos galt bisher als ein unauffälliges Projekt, welches in erster Linie für das Staking bekannt war. Auch das dynamische Modell hebt sich von anderen Anwendungen ab und bietet viele Vorteile. Während sich beispielsweise bei Bitcoin einige Entwickler getrennt haben und durch die Hard Fork nun an verschiedenen Projekten arbeiten, können Änderungen in Tezos vielseitig getestet werden.

Durch das Delphi Upgrade ist Tezos und der XTZ Coin noch interessanter für Entwickler geworden. Das Netzwerk bietet nun beste Voraussetzungen, um effiziente Smart Contracts bereitzustellen. Besonders für Dezentrale Finanzen sind eine solide Struktur und geringe Gebühren ausschlaggebend. Auch das Staking ist eine lukrative Möglichkeit für Investoren, um auch durch kleine Beträge ein passives Einkommen zu generieren.

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