Pfizer – Blockchain Einsatz im produktiven Umfeld möglich

Ein hochrangiger Manager des Pharmakonzerns Pfizer hat im Rahmen der Censensus Conference die langsame Adaption der Distributed-Ledger-Technologie infrage gestellt. Bereits die heutige Technologie sei gut genug, um mehr Blockchains im Produktivbetrieb einzusetzen. 

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Ken Nessel sieht Blockchain auf dem Vormarsch 

Ken Nessel, Senior Director of Business Technology bei Pfizer, hat sich am zweiten Tag der Consensus Conference zur Entwicklung der Blockchain-Technologie geäußert. Demnach befinde sich die Technologie bereits heute in einem Stadium, welches einen Einsatz im Produktivumfeld erlaubt. Im Zuge des Events unterstützte Nessel Kate Gofman von AstraZeneca – das entsprechende Event lautete auf den Namen „From Bench to Bedside: Blockchains and the Future of Clinical Research“. 

Hierbei sollte Nessel seinen ehrlichen Standpunkt über die Zurückhaltung bei der Distributed-Ledger-Adaption kundgeben. Hierbei merkte der Manager an, dass es aktuell die weit verbreitete Meinung gibt, dass die Technologie sich selbst limitiere. Insbesondere Nachteile wie eine schlechte Skalierbarkeit, eine geringe Transaktionsgeschwindigkeit und fehlende Entwicklertools gelten dabei als Flaschenhals. Für Nessel stehen diese Faktoren jedoch nicht an oberster Stelle – vielmehr befinden sich diese Faktoren nicht einmal unter den größten Limitierungsfaktoren Nessels wieder. 

Wettbewerb muss technologische Transparenz akzeptieren 

Vor allem das hohe Maß an Transparenz und das Teilen einer Infrastruktur sowie deren Verwaltung stellt eine Herausforderung bei der Blockchain-Adaption dar. Dementsprechend müssen die Unternehmen eine Vereinbarung über einige kritische Faktoren erzielen. Insbesondere die Mitglieder eines Blockchain-Netzwerks, das kommerzielle Modell, die rechtliche Form und die Verwaltung des Netzwerks und dessen Software erfordern eine vorzeitige Klärung.

Hierbei hob der Pfizer-Manager hervor, dass das Erzielen einer solchen Arbeitsbasis durchaus eine Herausforderung darstelle. Jemand, der diese Herausforderung lösen kann, besitze auch die Expertise, um einen Konsens bei den Brexit- und Nafta-Verhandlungen zu erzielen. Nichtsdestotrotz merkte Nessel an, dass diese Entwicklung kontinuierlich voranschreite – wenn auch vergleichsweise langsam. Dementsprechend gäbe es eine Menge hin und her, um die richtige Mischung bei der Motivation und Incentivierung zu erhalten. Auch das Motivieren der richtigen Ansprechpartner sei eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Die Mischung aus diesen Rahmenbedingungen trage auch dazu bei, dass der Wandel aktuell stagniert. 

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Pfizer und Nessel sehen neue Use-Cases für die Blockchain 

Schlussendlich merkte der Manager auch an, dass sich die Use-Cases für die Technologie gewandelt hätten. Die Unternehmen suchen mittlerweile nicht mehr nach einer einmaligen Disruption, welche die gesamte Branche verwandelt. Vielmehr liege der Fokus auf der unmittelbaren Nachbarschaft. So liege der Fokus nunmehr auf einzelnen Anwendungsfällen, welche in Kombination für ein verbessertes Wachstum sorgen. Hierdurch finde zudem ein kontinuierliches Wachstum im Blockchain-Markt statt. Auch Pfizer wird diesen nachhaltigen und langsameren Weg beschreiten. Erst zu Beginn des Monats sind Pfizer und drei weitere US-Pharmakonzerne einem Projekt zur Entwicklung eines Netzwerks in der Gesundheitsbranche beigetreten. Hierbei handelt es sich um MediLedger – eine Technologie zur Reduzierung umstrittener Transaktionen und zum verbesserten Teilen medizinischer Ressourcen.