OmiseGo – Nach Absturz des Südostasien-Riesen das Comeback?

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OmiseGo hat aktuell einen schweren Stand in der Blockchain-Branche. In knappen 2 Jahren hat das Unternehmen vom glanzvollen Aufstieg bis zum unschönen Absturz einiges miterlebt. Ist das Projekt nun endgültig verloren oder kann OMG zu alter Größe zurückkehren?

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OmiseGo – Unternehmen, Geschichte und Ziele

Das Unternehmen OmiseGo ist ein Tochterunternehmen von Omise , einem etablierten Zahlungsabwickler in Südostasien. Omise gründete 2015 die Omise Blockchain Lab, um Wege und Möglichkeiten zu erforschen, wie die Blockchain-Technologie für internationale Zahlungssystem genutzt werden kann. Etwa zwei Jahre später startete das Unternehmen OmiseGo-Projekt mit einer ICO im Juli 2017. Die ICO spielte dabei rund 25 Millionen US$ ein. Der native Token der Plattform ist OMG.

Das Ziel von OmiseGo ist es mithilfe der Blockchain-Technologie Menschen, die sonst keinen Zugang zu Bank-Dienstleistungen haben, diese zu ermöglichen und damit gleichzeitig zur finanziellen Stärkung der Wirtschaftslage beizutragen. Ihr Kernmarkt liegt dabei insbesondere in Südostasien, wie zum Beispiel Thailand, Malaysia, Singapur, Indien oder Japan.

Die Plattform ist eng mit Ethereum verbunden und basierte bis 2018 auf ihrer Blockchain. Seitdem ist das Projekt jedoch auf eine eigene Blockchain übergangen. Hierbei handelt es sich um eine Plasma-Child-Chain, die an die Ethereum-Stammkette angehängt ist.

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OmiseGo – Aktivitäten und Leistungen

In der Vergangenheit hatte OmiseGO Probleme, die Erwartungen seiner Community zu erfüllen. In einer Reihe von Posts in Blogs und im offiziellen OmiseGO-Subreddit äußerten viele ihre Frustration über die Gründer und damaligen CEO Jun Hasegawa. Sie warfen ihm vor das Projekt während des Bullen-Runs hochgespielt zu haben. Dies trug dazu bei, dass der Preis des Tokens stark zunahm. Doch auf die großen Ankündigungen folgten keine nennenswerten Anstrengung und Leistungen, wodurch der Preis wieder massiv nachließ.

Das Vorgehen von Hasegawa wurde von der Community als leere Marketingtaktiken empfunden. Er veröffentlichte optimistische Tweets, denen es jedoch an inhaltlicher Substanz zu fehlen schien. Verschiedene Fotos von Treffen sollten vermeintliche neue Entwicklungen andeuten, die jedoch ausblieben. Besonders kontrovers diskutiert wurde die Veröffentlichung von Fotos, die den OmiseGo-Vorstand in der Google Zentrale zeigten. Der Titel “deeper partnership discussion“, vermittelte vielen Anhängern den Eindruck, dass eine Zusammenarbeit mit Google bevorstehen könnte. Dem war jedoch nicht so. Das Unternehmen hat seitdem Abstand genommen von allzu spekulativen Postings und versucht nun offensichtlich mehr mit klaren Fakten und Transparenz zu punkten.

Nach dem holprigen Jahr 2018 versucht OmiseGo nun wieder mit Leistung zu punkten:

  • Im März 2019 starte Omise den Soft-Launch seiner zentralisierten Handelsbörse Go.Exchange. Die Börse ist auf reinen Krypto-Handel ausgelegt. Sie ist leicht zu bedienen und bietet niedrige Handelsgebühren. Der Exchange verfügt über einen eigenen nativen Token GOT. Neben OMG können Nutzer auch beliebte Coins und Token wie Bitcoin, Ether, Litecoin, USDC, DAI und seit kurzem auch BAT handeln. Der Start der Plattform und der Community-Token-Burn sorgten kurzfristig für eine Erholung des OMG Kurses, konnte sich aber nicht dauerhaft halten.
  • Im April 2019 hat das Unternehmen einen neuen CEO eingestellt, was möglicherweise auf eine neue Richtung in Sachen Geschäftspraxis hindeutet. Die neue CEO ist Vansa Chatikavaniji. Sie sollte dem Projekt neue Visionen, Prioritäten und Geschäftszielen bieten. Chatikavanji legt den Fokus stärker auf Partnerschaften. Dabei ging es ihr zum einen um mehr Anwendungsfälle und Geschäftsbeziehungen mit großen Unternehmen, aber auch um den weiteren Aufbau und die Pflege der bestehenden Beziehungen zu Regierungsbehörden im Südostasiatischen Raum
  • Ende Mai 2019 veröffentlichte das Entwickler-Team die Minimum Viable Plasma-Lösung des zweiten alpha testnet (V. 0.2) -Netzwerks, Samrong. Das testnet verfügt über Plasmafunktionen wie Einzahlungen, Überweisungen, Auszahlungen und Informationen zu laufenden Transaktionen. Basierend auf internen Tests kann es über 1,2 Millionen Transaktionen mit einem gemessenen Spitzendurchsatz von über 2700 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Ebenfalls in das Samrong Testnet integriert ist der erste dApp der Plattform, Plasma Dog. Hierbei handelt es sich um ein Retro-Side-Scroller-Spiel auf Bit-Basis.

Fazit

OmiseGo gehörte zu den vielversprechendsten Krypto-Projekten auf dem Markt. Während dem Unternehmen zu seinen Anfängen in 2017 noch eine Marktkapitalisierung von über 1 Milliarde US$ bescheinigt wurde, liegt sie heute nur noch bei etwa 153 Millionen US$.

Auch der OMG Kurs litt seit 2018 stark. Das liegt unter anderem am schlechten Marketing-Konzept des Unternehmen, aber nicht zuletzt auch an fehlenden Ergebnissen. Denn seit seiner Einführung vor mehr als zwei Jahren hat das Unternehmen noch keinen konkreten On-Chain-Nutzen erbracht. Die Plasma-Lösung des Netzwerks befindet sich in der Alpha-Testphase und ist nicht voll ausgereift.

Das Unternehmen versucht aktuell das Vertrauen der verunsicherten Anleger zurückzugewinnen und veröffentlicht monatliche Statusberichte und Roadmap-Updates. Ob das Blockchain-Unternehmen wieder zu alter Größe zurückfinden wird, hängt stark davon ab, wie gut sie ihre Versprechen in Zukunft einhalten können. Zum Anbieter

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