Terra Hard Fork – Abstimmungsergebnis steht an

Noch während der Abstimmung der Community über eine Terra Hard Fork sowie verschiedene Änderungen im LUNA Protokoll ändert sein Gründer die anfängliche Menge der Token, die bei Ausgabe handelbar sein werden, von 15 auf 30 %.

Terra Hard Fork

Kommt wirklich eine Terra Hard Fork?

In der neuesten Aktualisierung für seine Pläne zur Wiederbelebung der abgestürzten Kryptowährung Terra (LUNA), nimmt Do Kwon, Gründer von TerraForm Labs, Änderungen an den Inhalten vor.

Das bedeutet, Kwon führt Änderungen an den ursprünglich zu Abstimmung bereitgestellten Inhalten durch, ohne die Community noch einmal darüber abstimmen zu lassen.

Normalerweise werden Änderungen an einem Vorschlag im Voraus und nicht während der Abstimmung vorgenommen.

Abstimmung über Terra Hard Fork gültig?

Die Aktualisierungen veranlassten einige aus der Community zu der Frage, ob die Abstimmung dann überhaupt gültig wäre.

Schließlich haben die Teilnehmer der Abstimmung auf den alten Inhalt abgestimmt und erhalten jetzt die Änderungen einfach vor die Nase gesetzt. Immerhin hatten rund 80 % der Stimmen, die bis zur Aktualisierung eingingen, für seine Annahme gestimmt.

Kwon teilte mit, dass der Anteil der Nein-Stimmen zum Zeitpunkt der Änderungen bei 15 % lag. Er legte außerdem fest, dass, sollte dieser Anteil in den verbleibenden Tagen auf über 33,4 % steigen, der gesamte Vorschlag verworfen wird, obwohl er mehrheitlich von den Teilnehmern unterstützt würde.

Die anfängliche Menge Token, die für das Release von LUNA 2.0 und dem neuen Netzwerk vorgesehen sind, haben sich für Pre-Attack Staker, die auf dem Anchor Protokoll UST gestakt hatten, sowie für Post-Attack Besitzer von LUNA und UST von 15 auf 30 % erhöht.

Die finale Entscheidung darüber soll am 23.05.22 fallen, wenn die Teilnahme am Proposal beendet ist. Die restlichen 70 % der Token sind für 2 Jahre gesperrt.

Terraform Labs wurde 2018 von Kwon Do-hyeong und Daniel Shin gegründet. Daniel verließ das Unternehmen jedoch kurz nach seiner Gründung.

LUNA nichts mehr wert, macht LUNA 2.0 alles besser?

Die unterbreiteten Vorschläge von Do Kwon folgten als Reaktion auf den katastrophalen Kursverlust. Sie sehen die Implementierung eines neuen Token, LUNA 2.0, auf einer neuen Blockchain und ohne den algorithmischen Stablecoin vor. Es käme also zu einer Terra Hard Fork.

Als Grund für die jetzt eingebrachten Änderungen sagte Kwon, er habe auf Feedback der Community reagiert und einige Parameter in der Verteilung der Token geändert.

Pre- und Post-Attack

Als Pre-Attack Snapshot wird der Terra Classic Block mit der Nummer 7544910 genannt. Als Post-Attack Snapshot der Terra Block Nummer 7790000.

Die jetzt genannte hohe Summe von Token soll nach der Terra Hard Fork zwei Dinge gewährleisten:

Eine Notfallzuweisung in Höhe von 0,5 % des Gesamtbestandes steht für bestehende Entwickler bereit, die unmittelbar nach dem Start des Netzwerks für seine Sicherheit sorgen. Die Netzwerksicherheit ist später durch die Token-Inflation geregelt.

Das Interesse der Entwickler an langfristigen Unternehmenszielen durch Staking-Belohnungen in Höhe von 7 % pro Jahr sicherstellen.

Die erste Änderung reduziert die Verteilung von LUNA 2.0 an UST-Inhaber, die ihre Token während des Verlustet auf dem Anchor-Protokoll gestakt hatten. Der Anchor Token ANC hatte mehr als 70 % seines Wertes aufgrund der Probleme von UST und LUNA eingebüßt.

Der Airdrop von LUNA 2.0 soll für bisherige Besitzer und Staker von LUNA möglich sein. Ebenso können die relevanten Entwickler von Terra Classic sowie UST-Inhaber teilnehmen.

Terra ist nach dem Willen von Kwon dann eine vollständig von der Community verwaltete Blockchain. Dafür soll die Terraform-Labs Wallet aus der Whitelist für den Airdrop des neuen Coins entfernt werden. Es bleibt abzuwarten ob eine Terra Hard Fork das Protokoll retten kann.

Terra Proposal – Was sonst noch drin steht

Unter der Proposal-Nummer 1632 sind folgende Inhalte zu finden:

Besitzer kleinerer Wallets, die vor dem Absturz rund 6,45 % des Bestandes abdeckten, wären nach dem Hard Fork in ähnlichen Liquiditätsprofilen untergebracht.

Post-Attack-Inhaber von UST erhalten nur noch 15 statt der ursprünglich vorgesehenen 20 % vom Gesamtbestand der Token. Die reduzierten 5 % sollen dem Community-Pool zugewiesen werden.

Zu den Pre- und Post-Attack Snapshots zählen laut Ankündigung nach der Terra Hard Fork keine Inhaber mehr, die UST oder LUNA außerhalb des Protokolls über Bridges gestakt hatten. Das gilt auch für andere, nicht identifizierbare Terra-Protokolle.

Das alte Protokoll wird Terra Classic heißen, der Luna Classic Token LUNC.

Das neue Protokoll wird Terra heißen, der Luna Token LUNA.

Autor
Autorin

Stefanie Herrnberger ist als freiberufliche Referentin und Redakteurin tätig. Ihre langjährige berufliche Erfahrung im Bereich der Industrie 4.0, Digitalisierung und Blockchain bieten ihr den perfekten Background, um über Anwendungsfälle der Distributed-Ledger-Technologie in der globalen Industrie und Wirtschaft zu berichten.

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