Trump-Projekt WLFI ein Betrug? Investor Justin Sun schlägt Alarm

Das Wichtigste in Kürze
- Krypto-Unternehmer Justin Sun macht dem Krypto-Projekt World Liberty Financial (kurz WLFI) schwere Vorwürfe. Das Konzept sei zutiefst betrügerisch und in seiner jetzigen Form zum Scheitern verurteilt.
- WLFI erlangte enorme Bekanntheit, da die Trump-Familie zu den Eignern und Betreibern des Dienstes zählt.
- Laut Justin Sun haben Halter des WLFI-Tokens nicht die versprochene Entscheidungsgewalt. Zudem existiere eine verborgene Hintertür, welche die Betreiber nutzen, um Token nach Belieben zu sperren oder sogar zu entwenden.
Trump-Projekt WLFI ein Betrug? Investor Justin Sun schlägt Alarm
Krypto-Unternehmer Justin Sun äußert schwere Vorwürfe gegen das Krypto-Projekt World Liberty Financial (kurz WLFI), das 2024 gegründet wurde. Besondere Bekanntheit erlangte es wegen der Involvierung der Trump-Familie, die bis heute Anteilseigner ist.
“Ich war immer ein entschiedener Unterstützer von Präsident Trump und seiner kryptofreundlichen Politik. Als früher Unterstützer von World Liberty Financial habe ich zu Beginn des Projekts erhebliche Mittel investiert, weil ich an die Vision glaubte”, erklärte Sun.
Der gebürtige Chinese investierte Anfang 2025 rund 30 Millionen US-Dollar in das DeFi-Projekt. Dessen Zukunft galt damals als fragwürdig. Der anhängige WLFI-Token war wenig beliebt und die DeFi-Plattform befand sich weit von ihrer Produktreife entfernt.
Gleichzeitig erhoffte sich auch Sun erhebliche Vorteile von der Vereinbarung. Seit 2023 ermittelte und klagte die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC gegen Sun. Dieser habe sich durch seine Krypto-Token Tron und BitTorrent des Betrugs schuldig gemacht. Nachdem Sun in World Liberty Financial investierte, ließen die US-Behörden ihre Vorwürfe fallen.
Öffentlich erklärt Sun jetzt, er sei vom Konzept der DeFi-Plattform überzeugt gewesen. World Liberty Financial soll eines Tages zu einem wichtigen Anlaufpunkt im DeFi-Ökosystem werden. Verschiedene dApps sollen dort eingebunden und so an einem zentralen Punkt erreichbar werden.
Bis jetzt stellt World Liberty Financial vorrangig einen eigenen Governance-Token (WLFI), einen Stablecoin (USD1), eine Token-Bridge und ein Lending-Protokoll bereit.
Von der Idee, “die finanzielle Freiheit zu fördern, Mittelsmänner zu eliminieren und DeFi der breiten Masse verfügbar zu machen”, sei Sun laut eigenen Angaben nun nicht länger überzeugt – jedenfalls nicht im Zusammenhang mit World Liberty Financial.
Den Entwicklern der Plattform macht er vor allem für den Governance-Token WLFI Vorwürfe.
Krypto-Token WLFI verfügt laut Sun über Hintertür
Laut Angaben von Justin Sun verfügt der Krypto-Token WLFI über eine Hintertür. Davon habe er selbst bislang nichts gewusst. Auch weiteren Investoren sei diese Tatsache unbekannt gewesen.
“Niemand hat mir oder anderen Investoren jemals offenbart: World Liberty hat in dem Smart Contract zur Bereitstellung des WLFI-Tokens heimlich eine Backdoor-Blacklist-Funktion eingebaut”, schreibt Sun.
Durch diese Funktion sei es möglich, Token nach Belieben einzufrieren oder zu konfiszieren. Rechtliche Maßnahmen seien dafür nicht notwendig. Stattdessen könnten die Betreiber nach Belieben agieren, beklagt Sun.
“Das ist das Gegenteil von Dezentralisierung. Das ist eine Falle, die sich als Pforte verkleidet”, schreibt der Chinese.
Laut Sun würden wiederholt Investoren auf eine schwarze Liste gesetzt, um sie ihrer rechtmäßig erworbenen Token zu berauben. Sun sei bereits 2025 auf der schwarzen Liste vertreten und laut seiner eigenen Darstellung ihr größtes Opfer.
“Ich bin das erste und größte Opfer – bereits im Jahr 2025 haben sie illegal meine WLFI-Wallet auf die Blacklist gesetzt, was gegen grundlegende Investorenrechte und die Fairnessprinzipien der Blockchain verstößt”, argumentiert er.
Im Verlauf des Textes macht er WLFI noch einige weitere Vorwürfe. So würden dessen Betreiber die Krypto-Gemeinschaft als “persönlichen Geldautomaten” behandeln. Abstimmungen, an denen eigentlich alle WLFI-Halter beteiligt sein sollten, sind exklusiven Investoren vorbehalten. Diese fänden sogar unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
“Diese Handlungen haben nichts mit mir zu tun. Sie haben nichts mit den Investoren zu tun, die an die Versprechen des Projekts geglaubt haben. Wir widersprechen jeder dieser Handlungen mit der stärksten Vehemenz”, fasst Sun zusammen.
Die Strippenzieher hinter WLFI fordert der Chinese dazu auf, die für Krypto typische Neutralität und Transparenz herzustellen. Andernfalls könne man unter Krypto-Investoren kein Vertrauen herstellen, das die geplante DeFi-Plattform für ihren langfristigen Erfolg dringend benötigt.
Als Strippenzieher gelten Zachary Folkman, Chase Herro, Alex Witkoff, Zach Witkoff und die Söhne des US-Präsidenten Eric Trump und Donald Trump jr. Sun nannte in seinem Text keine Namen.

