Siemens bedient sich der Blockchain

Die Blockchain gewinnt in verschiedensten Bereichen an Bedeutung. Nun bedient sich auch Siemens der Blockchain. Mit einem bekannten Partner soll ein ganz neues System geschaffen werden.

J.P. Morgan soll helfen

Zahlungen haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Sogenannte Pay-per-Use Zahlungsmodelle nehmen immer stärker zu. Ein solches System findet sich unter anderem bei den Elektrorollern, die sich bereits in sehr vielen Städten buchen lassen.

Nach der Nutzung zahlt der Kunde einen geringen Betrag. Durch die kurze Nutzungszeit kommen so viele kleine Zahlungen zusammen.

Auch Siemens sei von dieser Entwicklung betroffen und benötige deshalb ein neues System, das besser mit einer Vielzahl an Transaktionen zurechtkommt. Dieses Ziel erreicht man hauptsächlich durch eine größere Automatisierung.

Siemens schätzt ein, dass dafür die Blockchain am besten geeignet ist. Um die Pläne in die Tat umzusetzen, soll mit J.P. Morgan ein bekannter Partner helfen.

Onyx übernimmt

2020 gründete J.P. Morgan extra das Programm Onyx. Onyx spezialisiert sich auf alle Anwendungen, die mit der Blockchain oder Kryptowährungen zusammenhängen.

Zwar soll Onyx eine Blockchain implementieren, die Zahlungen zwischen privaten Siemens-Konten abwickelt, jedoch soll dabei keine Kryptowährung zur Verwendung kommen.

Um ein Novum soll es sich doch handeln, denn bislang gebe es ein derartiges System noch nicht. Zu Beginn wird lediglich der US-Dollar transferiert. 2022 möchte man ebenfalls den Euro anbinden.

Onyx war bislang nicht groß in Erscheinung getreten. Auf seiner Webseite lässt sich das Projekt Liink finden, das einen Hinweis geben könnte. Liink soll den finanziellen Datentransfer zwischen Institutionen erleichtern.

Die Informationen sollen mit großer Geschwindigkeit, hoher Sicherheit, aber niedrigen Kosten den Empfänger erreichen. So ersetze Onyx herkömmliche Systeme mit hohen Kosten und langen Wartezeiten.

Liink scheint also eine hohe Ähnlichkeit zu den Vorstellungen Siemens zu haben. Möglicherweise baut Onyx genau auf dieser Grundlage.

Blockchain bietet viel mehr Möglichkeiten

Die Verifikation von Zahlungen und ihre Aufzeichnung soll fortan automatisiert geschehen, sagt Heiko Nix als Leiter für Zahlungsverkehr bei der Siemens Treasury GmbH.

Wenn das Geschäft so weiterläuft wie bisher, sind wir mit unserem aktuellen Apparat gut ausgestattet. Wir könnten das ganze noch weiter automatisieren und Kosten senken. Das ist aber nicht der Grund für den Wandel. Wir sehen eine große Entwicklung durch digitale Geschäftsmodelle. Deshalb werden wir Bargeld nicht länger prognostizieren können. sagt Nix.

Naveen Mallela, Leiter bei Onyx beschreibt, was hinter dem Projekt steht.

Lastschriften und Daueraufträge werden so deutlich effektiver abgewickelt. Man braucht flexiblere Regeln und Auslöser. Da schwächelt das aktuelle System.

Große Banken unterstützen vermehrt Blockchain

Dass J.P. Morgan zunehmend Blockchain-Technologie unterstützt, ist wenig überraschend. Der weltweite Trend ist auch den traditionellen Platzhaltern längst aufgefallen. Möglicherweise müssen die Banken zwar Teile ihrer Kontrolle aufgeben, allerdings wenden sie so den totalen Bedeutungsverlust ab.

Oft möchten Banken im Umgang mit ihren Kunden einen Mittelweg einschlagen. Revolut ließ beispielsweise lange Zeit keine Krypto-Transaktionen zu. Sie waren bloß ein Mittel zur Investition, blieben aber in der Verwaltung von Revolut.

Nach mehreren Monaten gab Revolut auf Nachfrage der Kunden schließlich nach, sodass Krypto-Transaktionen nun vollumfänglich möglich sind.

Alltägliche Zahlungen sind durch die Automatisierung einer Blockchain deutlich einfacher zu handhaben und Transaktionen über Ländergrenzen problemlos.

J.P. Morgan gibt an, dass viele Kunden auf ähnliche Lösungen warten, Siemens aber der erste praktische Anwender sein wird.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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