Russland fördert digitalen Rubel

SWIFT Logo auf einer Wand abgebildet

Die EU erwägt, Russland aus dem internationalen Kommunikationssystem SWIFT zu verbannen. Ausgehend von dieser Gefahr fördert Russland den digitalen Rubel zunehmend.

Russland künftig abgeschnitten?

Aktuell stärken sich die Vorwürfe gegen Russland. Zunehmende Bewegungen und Übungen der Armee in der Nähe der Ukraine werden als Bedrohung gedeutet. Laut US-Geheimdienst könnte es Anfang 2022 zu einer russischen Offensive in der Ukraine kommen.

Naheliegend ist zumindest, dass die EU Sanktionen gegen Russland verhängt. Bereits seit 2014 trifft die EU eine ganze Reihe von Maßnahmen gegen Russland. Darunter befindet sich ein Embargo bestimmter Güter sowie Finanzsanktionen.

In Zusammenarbeit mit den USA klügelt die EU einen Plan aus, der Russland im Falle eines Angriffs hart treffen soll. Dazu gehört auch, russische Banken im SWIFT-System zu sperren. Aktuell verbindet SWIFT Banken aus 220 Ländern miteinander.

Russland wäre jedoch nicht das erste Land, das von einer Sperre im System von SWIFT betroffen ist. Nordkorea und der Iran leiden bereits unter diesen Maßnahmen.

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Was ist SWIFT?

SWIFT ist ein belgisches Unternehmen, das 1973 gegründet wurde. Das Wort SWIFT ist eine Abkürzung. Zu Deutsch handelt es sich dabei um die Gesellschaft für weltweite finanzielle Telekommunikation zwischen Banken.

SWIFT betreibt ein Kommunikationsnetz – das sogenannte SWIFTNet – über das Banken international kommunizieren und Finanztransaktionen abwickeln. Teilnehmende Institute verfügen über den bekannten BIC-Code. Wegen seiner Verbindung zu SWIFT wird er auch als SWIFT-Code bezeichnet.

De facto verfügt SWIFT über ein Monopol. Dieses Monopol birgt natürlich Gefahren. Unliebsame Teilnehmer können einfach aus dem Netzwerk entfernt werden. Ein Prinzip, das von Kryptowährungen nicht geteilt wird. Dort gilt die Freiheit von Zensur weithin als grundlegend.

Russland gibt nicht nach

Sollte Russland von einer SWIFT-Sperre betroffen werden, könnten fremde Währungen kaum mehr empfangen werden. Der internationale Handel wäre für Russland also noch viel deutlicher ausgesetzt als bisher.

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, setzt die Russische Zentralbank auf einen digitalen Rubel. Noch Ende Dezember soll der Prototyp fertig werden und die Erprobung im Januar beginnen.

So soll schließlich ein ganzes Netzwerk entstehen. Andere Finanzinstitutionen sollen allmählich Zugang zu diesem Netzwerk bekommen. Dazu zählen auch Krypto-Börsen.

Der digitale Rubel soll frei in andere Währungen zu konvertieren sein. Um Währungen zu einem angemessenen Kurs zu wechseln, sollen Algorithmen eingebracht werden, die ähnlich zu Smart Contracts funktionieren.

Schon seit einigen Jahren lässt sich der Rubel ohne Wechselgebühren eintauschen. Damit wollte die russische Regierung Investitionen in Russland erleichtern, das zum damaligen Zeitpunkt international zunehmend als Aussätziger behandelt wurde.

China geht andere Wege

China hat bereits ein digitales Zentralbankgeld entwickelt. Dieser elektronische Yuan entstand allerdings nicht mit der Idee, internationalen Finanzverkehr zu vereinfachen, sondern das Geld noch besser überwachen zu können.

Eine Parallele fällt dennoch auf. Russland hätte auch einen Schritt in die Richtung dezentralisierter Währungen gehen können. Stattdessen entschied sich die Russische Zentralbank für eine zentralisierte Währung. Zunehmende Akzeptanz von Krypto hat in bestimmten Orten oder auch ganzen Ländern wie El Salvador für einen Boom gesorgt.

Hätte Russland einen ähnlichen Schritt unternommen, hätte das Land womöglich für eine ganz neue Zielgruppe an Attraktivität gewonnen. Größere Dezentralisierung nimmt der Regierung jedoch Macht, welche der private Nutzer dazu gewinnt.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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