Deutsche Börse kauft Crypto Exchange

Grayscale

Schon im Juli wurde bekannt, dass die Deutsche Börse eine Mehrheit an einer Crypto Exchange erwerben möchte. Nun ist die Übernahme vollendet. Was bedeutet das für die Zukunft der Deutschen Börse?

Deutsche Börse partizipiert am Krypto-Markt

Dass die Deutsche Börse am Krypto-Markt teilnehmen möchte, ist nichts Neues. Schon jetzt bietet sie über die eigene Plattform Xetra Kunden den Handel mit Kryptowährungen. Tatsächlich ist ein direkter Handel mit Krypto allerdings nicht möglich.

Stattdessen erfolgt der Handel mit sogenannten Krypto-ETNs. ETN steht für Exchange Traded Note. Dabei wird eine bestimmte Kryptowährung abgebildet und physisch als Cold Storage aufbewahrt. So lassen sich derartige ETNs mit den weitaus bekannteren Gold-ETCs vergleichen.

Anderswo ist ein solcher Krypto-ETN auch als Krypto-ETF bekannt. Da ein Fund jedoch immer über mindestens fünf Wertanlagen verfügen muss, wird er an der Deutschen Börse nicht als solcher bezeichnet.

Xetra ist bereits der größte Marktplatz seiner Art in ganz Europa. Erst gestern gab die Plattform bekannt, zwei neue Kryptowährungen als ETN abzubilden. Damit sind Cardano und Solana gemeint.

Aktuell lassen sich auf Xetra zehn verschiedene Kryptowährungen als ETN erwerben.

Zuletzt hatte die US-amerikanische Firma Grayscale bekannt gegeben, derlei Wertanlagen ebenfalls verkaufen zu wollen.

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Schweizer Exchange übernommen

Ende Juni gab die Deutsche Börse eine Pressemitteilung heraus. Der Grund: Zwei Drittel der schweizerischen Crypto Finance AG sollten bald der Deutschen Börse gehören. Dieser Vorgang ist nun abgeschlossen.

Während der bisherige Geschäftsführer der Crypto Finance AG, Jan Brzezek, weiterhin im Amt bleibt, verließ der Vorsitzende des Verwaltungsrates sein Amt und wurde durch einen Angestellten der Deutschen Börse ersetzt.

Die Deutsche Börse hat bislang keine Kryptowährungen verkauft. Auch die Crypto Finance AG bietet Kunden laut Pressemitteilung Zugang zu alternativen Wertanlagen. Sicher ist aber, dass sie direkten Erwerb von Kryptos ermöglicht.

Fraglich ist daher, ob in Zukunft ein tatsächlicher Erwerb von Krypto über die Handelsplattform der Deutschen Börse möglich ist. Die Börse Stuttgart bietet einen solchen Dienst bereits über die App Bison an und ist besonders für Kleinstinvestoren sehr interessant.

Sicher ist hingegen, dass die Deutsche Börse in Singapur und anderen asiatischen Ländern Fuß fassen möchte.

ETNs sind für Privatkunden keine gute Wahl. Die Deutsche Börse erklärte folgerichtig, dass sie den Zugang für institutionelle Großinvestoren zum Handel von Kryptos erleichtern möchte.

Besonders hervorgehoben wird dabei immer wieder, dass die Deutsche Börse streng reguliert ist und das Risiko für Investoren daher geringer sei. Auch die neu erworbene Crypto Finance AG mit Sitz im schweizerischen Zug ist unter der Aufsicht der dortigen Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Welche Vorteile bringen ETNs?

Nun lässt sich die Frage stellen, welchen Vorteil ETNs gegenüber dem herkömmlichen, direkten Erwerb von Kryptowährungen haben. Praktisch haben diese Anlagen keinen Vorteil für den Privatverbraucher.

Als einzig positives Element ließe sich hervorheben, dass der Broker auch die Besteuerung der ETNs vornimmt. Der Kunde muss sich darum also nicht selbst kümmern.

Gleichzeitig bestehen aber einige Probleme. Während ETNs die Währung, die sie abbilden, wirklich erwerben, kann der Kunde nicht unmittelbar auf sein Geld zugreifen.

Not Your Keys, Not Your Coins.

Zusätzlich unterliegen die ETNs großer Regulierung und damit auch enormer Überwachung. Genau dem entgegen steht die ursprüngliche Idee der Kryptowährungen, die vorsieht, dem Halter mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Statt einer Kryptowährung bekommt der Kunde durch seinen Erwerb lediglich ein Wertpapier, nicht aber die Währung selbst. Das Problem geht noch weiter. Denn statt eines Anteils am ETN erwirbt der Käufer tatsächlich nur eine Schuldverschreibung.

Die Gesellschaft, die hinter dem ETN steht, versichert dem Kunden bloß seine Schuld. Dieses Prinzip wird auch bei ETFs angewandt.

Für tatsächliche Krypto-Enthusiasten ist diese Art des Handels also uninteressant. Bloße Spekulation mit Kryptos ist aber auch mit ETNs möglich.

Hier kannst du gute Krypto-Börsen finden.

  • Regulierung

Die Aufsicht durch Finanzbehörden soll Kunden größere Sicherheit bieten

Steuerfragen werden vom Broker abgewickelt

  • Keine Verfügungsgewalt über die Coins
  • Vermögen ist transparent - keine Privatsphäre
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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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