Revolut Hacker kapert Behördenkonto, verlangt Lösegeld in Monero

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Sicherheitsvorfall rund um die Neobank Revolut, der seit dem Wochenende bekannt ist, fällt deutlich schwerer aus als zunächst vermutet. Demnach gelang Cyberkriminellen der Handstreich, weil diese zuvor den Zugang zu einem Behördenkonto erlangten.
  • So verfügten sie über den Zugang zu einer offiziellen E-Mail-Adresse der italienischen Stadt Reggio Calabria, über die sie Forderungen an Revolut sendeten.
  • 680 vermögende Kunden der Bank sollen betroffen sein. Aktuell fordert einer der Hacker ein Lösegeld von 6.000 XMR (~3 Millionen US-Dollar). Bei Zuwiderhandlung werde er die Daten auf dem Schwarzmarkt verkaufen, so droht er.

Revolut-Hacker kapert Behördenkonto

Im Kriminalfall rund um einen erfolgreichen Revolut-Hack sind neue Details ans Tageslicht gelangt. Aus diesen geht hervor, dass die Hintergründe deutlich schwerer wiegen als zunächst angenommen.

Rückblick: Am Wochenende gab die Neobank Revolut bekannt, auf einen Trick hereingefallen zu sein. Demnach habe die Bank eine Anfrage von Behörden erhalten, die sensible Nutzerdaten verlangten. Revolut habe diese Anfrage beantwortet und so eine Anzahl an Daten seiner eigenen Kunden an Cyberkriminelle übersendet.

Augenscheinlich sind 680 Datenpakete entblößt worden, bevor Revolut den Betrug bemerkte. Sicher ist: Das Datenleck ist schwerwiegend, da viele Informationen in die Hände von Kriminellen gelangt sind, die Identitätsdiebstahl ermöglichen. Es handelt sich dabei um Daten, die Revolut zur Identifizierung im Rahmen von KYC sowie zur Kontaktierung seiner Nutzer sammelt.

Dazu gehören Kontaktdetails wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern, identifizierende Dokumente sowie persönliche Wohnadressen. Kurz nach dem Sicherheitsvorfall veröffentlichten die Hacker erste Daten über einen Telegram-Kanal. Dazu gehörten KYC-Bilder des Tennisspielers Alexander Schewtschenko.

Bislang wurde angenommen, dass hinter dem Vorfall ein erfolgreicher Täuschungsversuch steckt. Neueste Informationen legen jedoch nahe, dass die Hacker tatsächlich Nachrichten über offizielle Regierungskonten an Revolut gesendet hatten – das zumindest behauptet X-Nutzer Korraflow, der Einblicke in Insiderinformationen haben will.

Demnach infizierten die Hacker einen Behördenrechner der italienischen Stadt Reggio Calabria mit Schadsoftware, durch die sie an die Kontodaten der E-Mail-Adresse “[email protected]” gelangt sein sollen.

Schon im April 2026 hätten die Cyberkriminellen die erste folgenschwere E-Mail an Revolut gesendet. Seinen Antworten hängte Revolut die Datenpakete von 680 Kunden mit einem Umfang von 147 Gigabyte an.

Revolut versuchte damit, auf eine angebliche Ermittlung zu antworten, welche die Hacker unter falschem Namen vorgaben. Sie sendeten demnach Transaktionsdaten von Blockchains an die Bank und forderten diese zur Identifizierung der verantwortlichen Nutzer auf, so Korraflow.

Darum verlangen die Hacker ein Lösegeld in Monero

Die Hacker erlangten ihre Blockchaindaten über öffentliche, transparente Blockchains wie Bitcoin. Dort suchten sie nach besonders wohlhabenden Nutzern, deren Transaktionshistorie eine Verbindung zu Revolut aufwies.

Bei den 680 Personen soll es sich also um vermögende Nutzer handeln. Von ihren Informationen erhoffen sich die Hacker einen besonderen Nutzen. Die Daten könnten etwa für Phishing oder für Raubüberfälle – sogenannte Wrench Attacks – brauchbar sein.

Laut Angaben von Korraflow richteten die Hacker eine Webseite ein, über die sie Revolut zur Zahlung eines Lösegelds in Monero auffordern. Die Bank soll 6.000 XMR im Wert von drei Millionen US-Dollar an eine Monero-Subadresse überweisen. Widersetzt sich Revolut dieser Forderung, sollen alle Kundendaten verkauft werden.

Der britischen Bank setzen die Kriminellen eine zeitliche Frist. Diese endet heute kurz vor 18.00 Uhr deutscher Zeit. Sie wählen eine Zahlung über den Privacy Coin Monero, da dieser über eine stark verschlüsselte Blockchain verfügt. Die zuverlässige Verfolgung von Geldern auf dieser Blockchain gilt daher als unmöglich.

Korraflow berichtet, dass hinter dem Hack zwei verschiedene Personen stecken sollen, die einst kooperativ arbeiteten, später aber ihre Bande zerschnitten. Er bezeichnet sie als “Villain” (eine Abkürzung seines Nutzernamens IAmNotAVillain) und “Smilik”.

Smilik forderte von Revolut zuvor ein Lösegeld von 10.000 Bitcoin im Wert von 763 Millionen US-Dollar. Laut aktuellen Informationen soll Villain den Zugriff auf mehr Daten haben als sein ehemaliger Mitstreiter.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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