Polymarket kooperiert mit Palantir: So will man Insiderhandel stoppen

Das Wichtigste in Kürze

  • Polymarket arbeitet mit Palantir und TWG AI zusammen, um den Insiderhandel auf einem US-Zweig der Plattform zu bekämpfen. Der globale Marktplatz bleibt davon unberührt.
  • Der Prognosemarkt ist für seinen enormen Insiderhandel berüchtigt. Wegen geringer Überwachung kapitalisieren Insider dort gern ihr exklusives Wissen.
  • Eine neue KI namens Vergence soll unlautere Sportwetten auf dem US-Markt künftig unterbinden.

Darum kooperiert Polymarket mit Palantir

Die beliebte Wettplattform Polymarket kooperiert künftig mit Palantir – das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor. So wolle der Prognosemarkt die Fähigkeiten des berüchtigten Sicherheitsdienstleisters Palantir anwenden, um möglichen Insiderhandel zu bekämpfen.

Die Einstiegshürden der Plattform sind gering. Regulierungsbehörden haben auf große Teile des Angebots keine Auswirkung. Letztlich können beliebige Personen Konten nach Lust und Laune erstellen und darauf mit dem offen zugänglichen Stablecoin USDC wetten.

So ganz ohne KYC scheint sich Polymarket unter Insidern großer Beliebtheit zu erfreuen, die ihr exklusives Wissen gern nutzen, um erhebliche Profite einzustreichen. Blockchainwelt berichtete in der Vergangenheit mehrfach über aufsehenerregende Vorfälle, bei denen es tatsächlich zum Insiderhandel gekommen sein dürfte.

So konnte ein Trader etwa enorme Gewinne verzeichnen, als die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verhafteten. Weitere Trader sagten etwa den militärischen Angriff der USA auf den Iran im Frühjahr 2026 voraus.

Verdächtige Trader zeichnen sich dabei üblicherweise durch ihre besondere zeitliche Nähe zum Ereignis aus. Erst kurz vor dessen Eintreten laden sie ihre Konten auf. Zudem fallen ihre Investments auffällig hoch aus.

Blockchainanalysten haben laut eigenen Angaben bereits mehrfach Personen aus den Kreisen der US-Regierung identifizieren können, die hinter dem Insiderhandel stecken. Diese Trades, die in den USA an sich in eine rechtliche Grauzone fallen, wolle man künftig unterbinden.

“Eine von Palantir und TWG AI entwickelte Plattform wird dabei helfen, verdächtige Aktivitäten zu erkennen, zu verhindern und zu melden”, heißt es in der Erklärung von Polymarket.

Die digitale Infrastruktur von TWG AI, einem weiteren neuen Partner, soll dabei helfen, die verdächtigen Transaktionen mittels künstlicher Intelligenz zu erkennen. Gemeinsam entwickelte man dafür die Vergence AI, die man als neuen Standard unter Prognosemärkten etablieren möchte.

So will der Prognosemarkt den Insiderhandel stoppen

Die Vergence AI wendet fünf Maßnahmen an, um Manipulationen verschiedener Art künftig zu verhindern. Allerdings verwende man diese nur auf einem neuen Zweig Polymarkets, der ausschließlich für US-amerikanische Kunden vorgesehen ist.

Ein weiterer, globaler Marktplatz, für den Polymarket weithin bekannt ist, wendet das neue System laut Angaben von Bloomberg nicht an.

Vergence soll etwa die Geldflüsse von und zu den einzelnen Events überwachen. Auch Geldflüsse, die vor oder nach Abschluss der Events stattfinden, möchte man auswerten. Koordinierte Einsätze, irreguläre Verhaltensweisen und Manipulationsversuche soll die künstliche Intelligenz erkennen.

Zudem soll die KI gesperrte Trader detektieren und Übersichten erstellen, um menschlichen Analysten die Auswertung der gemeldeten Vorfälle zu ermöglichen. Auch für Regulierungsbehörden soll sie Protokolle anfertigen.

Die Pressemitteilung legt nahe, dass Vergence zunächst einem Teil des Prognosemarktes dient. So möchte man unlautere Sportwetten verhindern. Wenig wahrscheinlich ist, dass Polymarket einen Großteil des Insiderhandels stoppen kann, für den der Prognosemarkt zuweilen bekannt ist.

Polymarkets globaler Prognosemarkt ist für US-amerikanische Staatsbürger nicht legal zugänglich. Durch die Verschleierung der IP-Adresse scheint es diesen Nutzern trotzdem zu gelingen, Konten zu erstellen. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist der Insiderhandel rechtlich auf Wertpapiere beschränkt und trifft auf Kryptowährungen somit nicht zu.

Founders Fund, der Wagniskapitalgeber des bekannten Investors Peter Thiel, ist sowohl in Palantir als auch in Polymarket investiert.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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