PayPal entwickelt eigenen Stablecoin

Ein Programmierer findet Beweise in der PayPal App. Offenbar entwickelt PayPal einen eigenen Stablecoin. Ist das ein Zugewinn für die Krypto-Welt?

PayPal entdeckt Krypto für sich

Der Zahlungsdienstleister PayPal scheint sich ertappt zu fühlen, als Fragen von Bloomberg zu einer neuen Entdeckung aufkommen. Dem Programmierer Steve Moser ist in einer neuen Version der PayPal App etwas Bemerkenswertes aufgefallen.

Dabei handelt es sich um Daten, welche die Entwicklung eines Stablecoins durch PayPal nahelegen. Durch den Fund lässt sich eine baldige Veröffentlichung erahnen.

PayPal ist seit Oktober 2020 im Geschäft mit Kryptowährungen involviert. Bislang nimmt das Unternehmen allerdings eine konservative Position ein. Nur Bitcoin, Bitcoin Cash, Litecoin und Ethereum finden Unterstützung.

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Alle dieser Währungen sind Klassiker im Krypto-Space. Was Moser entdeckte, spricht jedoch für eine etwas ausgelassenere Beteiligung.

Gefunden hat der Programmierer dieses Bild. PayPals eigene digitale Währung heißt also – wenig kreativ – PayPal Coin. Der Code im Hintergrund der neuen Währung lege laut Moser einen Stablecoin nahe, der an den US-Dollar gebunden ist.

Daten stammen von Hackathon

Als Bloomberg PayPal mit dem Fund konfrontierte, äußerte eine Sprecherin PayPals zurückhaltend: Der Code und das Logo stammen aus einem kürzlichen Hackathon. Entsprechend möglich sei es, dass ein tatsächliches Produkt nie die Öffentlichkeit erblickt.

Stattdessen könne der Coin als bloßer Entwurf wieder aufgegeben werden. Der Sprecher José Fernandez machte da schon mehr Hoffnung.

Wir sehen uns einen Stablecoin gerade genau an. Ob und – falls ja – wann wir ihn veröffentlichen, muss zuvor mit Regulierungsbehörden geklärt sein.

In einem Podcast erwähnte Fernandez zuvor, es bestehe die Möglichkeit, einen Stablecoin auf den Markt zu bringen, der als wirkliches Zahlungsmittel vorgesehen ist. Seiner Meinung nach gebe es sowas bislang noch nicht.

PayPal plant längst eigene Kryptowährung

Das vermutlich eindeutigste Indiz für die Neuentwicklung ist jedoch, dass PayPal zuletzt Partner für die Entwicklung einer Kryptowährung suchte. Ins Auge der Firma fiel damals auch Ava Labs, dem Entwickler hinter Avalanche.

Avalanche stieg 2021 von knapp 3,70 US-Dollar auf 109 US-Dollar zum Ende des Jahres. Das Projekt soll als Grundlage des Web3 dienen.

Fraglich ist, ob es sich bei PayPals Projekt überhaupt um eine vollwertige Kryptowährung handelt. Bislang können Nutzer Kryptos zwar augenscheinlich auf PayPal besitzen, in Wahrheit verwahrt PayPal jedoch jegliche Schlüssel.

Dadurch ist es ausgeschlossen, die Verfügung über die eigenen Coins zu erlangen. Kryptos lassen sich von PayPal aus nicht verschieben. So müssen sie statisch auf PayPal verbleiben und nützen bloß zur Spekulation. Nicht einmal andere PayPal-Nutzer können eine Sendung empfangen.

Hat PayPal ausgedient?

Außerdem ist PayPal möglicherweise ein großer Grund für die zunehmende Popularität der Kryptowährungen. Und damit ist kein Zugewinn für Kryptos durch eine halbherzige Adaption PayPals gemeint, sondern die Tatsache, dass PayPal immer wieder negativ als Zensor auffällt.

Zeitweise hatte PayPal eine sehr große Marktmacht. Laut Statista lag sie noch 2021 bei 50 Prozent. Kryptowährungen sind ein Hauptkonkurrent, der obendrein stark wächst. Verständlich ist ein Versuch der Teilhabe also schon, doch tut sich PayPal schwer mit der Überzeugung von Kunden in diesem Segment.

Zwar sind seit Sommer schon einige Monate vergangen, die in der digitalen Welt einen erheblichen Unterschied ausmachen können, aber damals war PayPal bereits seit über einem halben Jahr involviert, konnte allerdings keinen nennenswerten Erfolg als Krypto-Börse verzeichnen.

Statt neue Zahlungsmethoden zu entwickeln, verlässt sich PayPal auf das althergebrachte System. Seine Nutzer sind die überbordende Zensur und ein Konto, das an Name und Bankdaten gekoppelt ist, womöglich müde.

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