Ledger plant Börsengang: So viel ist der Wallet-Hersteller wert

Das Wichtigste in Kürze

  • Ledger, der größte Hersteller von Hardware-Wallets, plant seinen Börsengang in den USA. Dort warte das Kapital bereits auf derartige Chancen, argumentiert CEO Paul Gauthier.
  • Laut Insideraussagen befinde sich das französische Unternehmen dafür bereits in Gesprächen mit Investmentbanken wie Goldman Sachs, Jefferies oder Barclays. Eine Bewertung von vier Milliarden US-Dollar stehe im Raum.
  • Der Börsengang soll auf ein Rekordjahr 2025 und gelockerte Regulierungen in den USA folgen. Blockchain-Analyst ZachXBT möchte hingegen eine geldgierige Firmenstrategie erkennen, die Kunden und Produktqualität vernachlässigt.

Ledger plant Börsengang: So viel ist der Wallet-Hersteller wert

Der französische Wallet-Hersteller Ledger plant derzeit seinen Börsengang – das berichtete die Financial Times unter Berufung auf Insideraussagen. Das Unternehmen habe dafür Kontakt zu Bankern von Goldman Sachs, Jefferies und Barclays hergestellt.

Diese hätten Ledger auf einen Gesamtwert von bis zu vier Milliarden US-Dollar geschätzt. 2023 hatten Investoren der Finanzierungsrunde C den Betrieb mit 1,5 Milliarden US-Dollar bewertet.

2014 gestartet, etablierte sich Ledger rasch als einer der international beliebtesten Hersteller von Hardware-Wallets.

Jene sollen die Verwahrung von Kryptowährungen gleichzeitig sicher und komfortabel gestalten und bilden damit ein Mittelstück zwischen Paper-Wallets und Software-Wallets.

Über die letzten Jahre hatte es wiederholt Skandale um das französische Unternehmen gegeben. Anfang 2025 wurde David Balland, einer der Ledger-Gründer, von Kriminellen mit der Absicht der Lösegelderpressung entführt.

2023 hatte Ledger den Zorn der Krypto-Szene auf sich gezogen, nachdem klar wurde, dass die Schlüsselphrasen der Nutzer bei der Nutzung von Ledger Recover als Bruchstücke über das Internet übertragen werden.

Einen nachhaltigen Schaden trug Ledgers Reputation allerdings nie davon. Die Zahlen des Unternehmens sprechen für sich. B

is heute verkaufte der französische Hersteller mehr als 7,5 Millionen Wallets in über 200 Ländern der Erde.

Schon 2021 berichtete Ledger, dass pro Monat mehr als 1,5 Millionen Menschen das Portal Ledger Wallet (damals Ledger Live) nutzten.

Laut Ledger-CEO Pascal Gauthier verzeichnete das Unternehmen 2025 Rekordeinnahmen. Eine dreistellige Millionensumme an Gewinnen sei eingestrichen worden.

Gauthier sieht die jüngsten politischen Entwicklungen in den USA positiv. Für die Kryptobranche steht nun einiges Kapital bereit, nachdem US-Präsident Donald Trump seit Januar 2025 einen Kurswechsel in der bundesweiten Krypto-Politik einlegte.

Dank einer gelockerten Regulierung unter Trump gelang einigen Krypto-Größen wie Circle, Galaxy Digital oder Exodus im vergangenen Jahr der Börsengang.

Ledgers Qualität sinkt? ZachXBT äußert Kritik nach jüngstem Datenleck

Der bekannte Blockchain-Analyst ZachXBT äußerte Bedenken über den Börsengang.

Das Unternehmen wolle damit möglichst hohe Einkünfte bezwecken, während schwerwiegende Probleme an den produzierten Geräten missachtet würden.

“Das französische Sicherheitsunternehmen Ledger wurde mehrfach gehackt, wodurch private Daten seiner Kunden offengelegt wurden. Dies führte zu gezielten Diebstählen und Millionenverlusten”, schrieb ZachXBT.

Der Analyst impliziert, dass Ledger seine Prioritäten falsch setzt und zunächst an der Sicherheit der eigenen digitalen Strukturen arbeiten sollte. Auch die Qualität der Hardware-Wallets sei teilweise mangelhaft.

“Aktuelle Produkte haben große Probleme, wie beispielsweise der Akku des Ledger Nano X.”

Seit Jahren berichten Nutzer, dass das Gerät Nano X nicht geladen werden kann, wenn es das Ladegerät als verdächtig oder fehlerhaft einstuft.

Ledger weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine Sicherheitsfunktion handelt. Möglicherweise auftretende Fehler könnten durch die Konditionierung der Batterie behoben werden.

2020 gelang es Angreifern, eine Datenbank von Ledger mit mehr als einer Million E-Mail-Adressen offenzulegen. Bis heute dienen diese Daten wiederholt Phishing-Versuchen.

Erst im Januar 2026 wurden einige sensible Daten von Ledgers Kunden entblößt. Der Zahlungsdienstleister Global-e, ein Partner von Ledger, wurde zum Opfer eines Cyberangriffs.

“Nun plant Ledger, durch einen Börsengang in den USA noch mehr Geld herauszupressen, nachdem kürzlich bekannt gegeben wurde, dass auch auf Clear Signing eine prozentuale Gebühr erhoben wird”, formuliert ZachXBT.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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