Krypto-News der Woche 27. Februar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut einer neuen Klage soll Jane Street den Terra-Crash bewusst herbeigeführt habe. Kurz nach dem milliardenschweren Crash im November 2022 hagelte es Kritik an einem unbekannten, institutionellen Investor. Damals hatte die Krypto-Szene vor allem BlackRock und Citadel hinter den Kulissen vermutet.
  • Der niederländische Finanzminister Eelco Heinen möchte sich der überwältigenden Kritik an der Steurreform annehmen. International verursachte das Konzept der Besteuerung unrealisierter Gewinne einen Aufschrei.
  • Sachsen könnte möglicherweise 2,6 Milliarden Euro an deren ursprünglichen Eigentümer zurückzahlen. Das Geld hatte dieser als Betreiber von Movie2k illegal eingenommen und bis 2024 in Bitcoin gehalten, bevor die Behörden fast 50.000 BTC verkauften.
  • CoinShares sieht zunehmend positive Signale für Bitcoin am Horizont. Plötzliche Zurückhaltung des Traders Jane Street Capital sei dafür ein Faktor.

Jane Street soll Terra-Crash verursacht haben

Das US-amerikanische Trading-Unternehmen Jane Street soll den Terra-Crash im Mai 2022 verursacht haben. Es handelte sich um den bislang drastischsten Krypto-Crash überhaupt. Innerhalb einer Woche schwand eine Marktkapitalisierung von 45 Milliarden US-Dollar dahin.

Im Laufe der Zeit kam ein System voller Betrug, Täuschungen und Verstrickungen zum Vorschein. Terraform Labs, der Entwickler der Smart-Contract-Plattform hatte die umstrittene DeFi-App Anchor gestartet, einen Marktplatz für synthetische Aktien namens Mirror inszeniert und Jump Trading für die Stabilisierung des nativen Stablecoins UST engagiert.

Die US-amerikanische Insolvenzverwaltung des ursprünglich südkoreanischen Unternehmens behauptet nun: Auch das Trading-Unternehmen Jane Street war involviert. Über einen Mitarbeiter namens Bryce Pratt, der zuvor als Praktikant bei Terraform engagiert war, soll man Insiderinformationen abgegriffen haben, um Gewinne zu erwirtschaften und zeitgleich massiven Schaden am Ökosystem zu verursachen.

In der Anklage wirft man Jane-Street-Gründer Robert Granieri und seinen Angestellten Bryce Pratt und Michael Huang den absichtlichen Verkauf von 85 Millionen UST bei geringer Liquidität vor, was den Terra-Crash einleitete.

So heißt es dort: “In einer nichtöffentlichen Maßnahme zog Terraform 150 Millionen UST aus dem Curve 3pool ab. (…) Weniger als zehn Minuten später machte Jane Street seine größte UST-Transaktion, indem man 85 Millionen UST in einer Transaktion verkaufte.”

Weiter heißt es: “Es war der erste und einzige Verkauf von UST in diesem Pool. (…) Es war der größte Swap im Curve 3pool überhaupt und schlug sich in einem starken Abverkauf von UST nieder. Ein Abverkauf, der letztlich im Kollaps von Terra endete.”

Jane Street habe um das enorme Krypto-Vermögen von Terra gewusst. Nachdem man den Terra-Crash initiierte, habe sich das Unternehmen als Retter angeboten. Für die Stabilisierung des UST habe Jane Street Bitcoin oder LUNA von Terraform zu stark reduzierten Preisen verlangt.

Zweifel an Schuld von Jane Street Capital bleiben

Die Vorwürfe gegen Jane Street Capital klingen zunächst schwerwiegend. Zwar ist die Verantwortung des Trading-Unternehmens nicht auszuschließen, die Anklage setzt jedoch auf einen irreführenden Kontext.

Bei Curve Finance handelt es sich um eine DeFi-Anwendung. Ein- und ausgehende Transaktionen sind dementsprechend auf den transparenten Blockchains nachvollziehbar, die an die Plattform angebunden sind. Dass Jane Street über Insiderwissen verfügen musste, um die Bewegungen Terraforms zu verstehen, klingt also wie eine falsche Tatsachenbehauptung.

Niederlande: Finanzminister will umstrittene Steuerreform überarbeiten

Die Niederlande arbeiten derzeit an einer Steuerreform namens “Wet werkelijk rendement box 3”. Schon ab 2028 sollen dadurch unrealisierte Gewinne auf Kapitalanlagen besteuert werden. Die niederländische Politik sieht eine 36-prozentige Abgabe vor. Betroffen sind Kapitalanlagen wie Kryptowährungen, Immobilien oder Aktien.

Zudem möchte man den Steuerfreibetrag drastisch senken – von zuletzt 57.684 Euro auf nur noch 1.800 Euro pro Jahr. Weitere 400.000 Personen müssten die Steuer dann verrichten. Laut Angaben niederländischer Medien legte Finanzminister Eelco Heinen dieses Vorhaben zunächst auf Eis.

Grund dafür sei eine Flut der Kritik gewesen. Am 12. Februar verabschiedete das niederländische Unterhaus den Entwurf. Dieser benötigt nur noch die Zustimmung des Oberhauses und eine Unterschrift des niederländischen Monarchen, um in Kraft zu treten.

Heinen beschwichtigte gegenüber Medienvertretern. Der Entwurf sei in seiner aktuellen Fassung unrealistisch, habe er erklärt. Eine generelle Beseitigung der Reform komme allerdings nicht infrage. Stattdessen möchte der Finanzminister eine überarbeitete Version der Steuerreform verabschieden.

Auch unter Senatoren – den Abgeordneten des Oberhauses – habe sich bereits Kritik formiert. Demnach könnte die neue Verordnung dort auf Schwierigkeiten treffen. Zudem sei die Legalität einer Steuer auf unrealisierte Gewinne fragwürdig. Der Oberste Gerichtshof könne daher ebenfalls einschreiten.

Die niederländische Regierung hält das bisherige Konzept offenbar weiterhin für zukunftsfähig. Eine linksliberal dominierte Regierung unter Ministerpräsident Rob Jetten plant weitreichende Reformen des Steuersystems.

Einige Experten sagen eine Kapitalflucht voraus. Die Besteuerung unrealisierter Gewinne werde die künftigen Investitionen in den Niederlanden stark einschränken.

Sachsen könnte Bitcoin-Milliarden zurückzahlen

Am Landgericht Leipzig läuft aktuell ein Verfahren, in dem es um die Zukunft von Bitcoin-Milliarden geht. Das Land Sachsen hatte im Sommer 2024 ganze 49.858 BTC verkauft und damit Erlöse in Höhe von 2,6 Milliarden Euro eingenommen.

Das Problem: Die Eigentumsverhältnisse des Geldes sind ungeklärt. Bislang liege es auf einem Konto der Landesjustizkasse bei der Bundesbank. Laut Informationen von Bild sei es dort durch Zinsen bereits um weitere 100 Millionen Euro gewachsen.

Das Vermögen stammt vom illegalen Filmportal Movie2k. Täglich griffen 2,5 Millionen Nutzer auf die Plattform zu, bis diese 2013 für immer offline ging. Bis dahin scheffelten die Betreiber jedoch enorme Gewinne durch Werbeeinnahmen und Abofallen. Betreiber Josef F. legte die Gewinne vorwiegend in Bitcoin an.

Ganze 136.000 BTC kamen in den Geschäftsjahren 2008 bis 2013 zusammen. Davon bezahlte F. auch den technischen Leiter und Programmierer Dustin O., der insgesamt 22.000 BTC erhalten haben soll.

Um der Untersuchungshaft im Sommer 2024 zu entkommen, übergab F. die 49.858 BTC schließlich freiwillig den Behörden, die diese kurz darauf verkauft hatten. In den kommenden Monaten muss geklärt werden, wem das Geld nun zusteht.

Die Urheberrechtsverstöße seien bereits verjährt. Dennoch könnte das Geld als Schadensersatz den Filmstudios zukommen, deren Videos von Movie2k plagiiert worden waren. 219.000 Urheberrechtsverstöße sollen es gewesen sein.

Weil die Betreiber auch der Geldwäsche und Steuerhinterziehung verdächtigt werden, könnte das verbleibende Geld in die Staatskasse wandern, oder sogar zurück zu Josef F. Dieser war von 2013 bis 2023 erfolgreich untergetaucht. Er soll weiterhin Bitcoin im Wert von mehreren Milliarden Euro halten.

Kryptomarkt schreibt weitere Verluste

Im Wochentrend schreibt der Kryptomarkt weitere Verluste. Marktführer Bitcoin büßte über die letzten sieben Tage 2,60 Prozent seines Marktwerts ein. Infolgedessen notiert er zum Redaktionsschluss bei 65.479 US-Dollar.

Ähnliche Entwicklungen sieht man auch bei den meisten weiteren Kryptowährungen. Ethereums Kursverluste fallen mit 1,44 Prozent im selben Zeitraum etwas milder aus. ETH notiert bei 1.924 US-Dollar und damit weiterhin unter der mächtigen 2.000-Dollar-Schwelle.

Zwar herrscht laut CMC Fear & Greed Index weiterhin “extreme Furcht” am Markt, einzelnen Coins gewinnen im Wochentrend dennoch massive Gewinne. Aktueller Sieger im Wochentrend: Decred (DCR) mit 43,70 Prozent Gewinn in sieben Tagen. DCR notiert bei 34,11 US-Dollar. Es handelt sich um einen Privacy Coin.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch Pippin (PIPPIN). Der auf der Solana-Blockchain existierende Memecoin konnte im Wochentrend um 33,60 Prozent auf 0,649 US-Dollar wachsen. Im Tagestrend sank der Token jedoch um 23,73 Prozent.

Den dritten Rang belegt Stable (STABLE). Der Coin dient als Governance-Token der sogenannten Stablechain. Es ist die erste eigene Blockchain des Stablecoins USDT und wird als solche von Bitfinex und Tether gefördert. STABLE war schon in der Vorwoche unter den Wochensiegern. Diese Woche legte er um 18,15 Prozent zu und notiert zum Redaktionsschluss bei 0,035 US-Dollar.

Neue Hoffnung für Bitcoin? Diese Entwicklung ist bullisch

Die von der Terraform-Insolvenzverwaltung eingereichte Klage gegen Jane Street übt sich augenscheinlich auch auf den aktuellen Kryptomarkt aus – zu diesem Ergebnis kommt der Vermögensverwalter CoinShares.

Die Klage habe Jane Street möglicherweise von weiteren Machenschaften im Kryptomarkt abgehalten. Ein deutlicher Verkaufsdruck, der immer im gleichen Zeitraum auf den Bitcoin wirkte, sei kürzlich geschrumpft.

“Seit der Ankündigung einer Klage des Liquidators von TerraLabs (…) gegen Jane Street ist ein zuvor regelmäßig auftretender Bitcoin-Verkaufsdruck verschwunden”, erklärte Marc des Ligneris in einer E-Mail an Blockchainwelt. “Das Muster zeigte sich über mehrere Monate hinweg typischerweise gegen 10 Uhr CET.”

Auch Krypto-Experte Nonzee bemerkte die plötzliche Abwesenheit Jane Streets.

Ob Jane Street den Bitcoin ähnlich manipulativ beeinflussen wollte, wie dies mutmaßlich mit Terra geschehen sei, hält CoinShares für fraglich. Dennoch könne sich der sinkende Verkaufsdruck positiv auf den Bitcoin-Kurs auswirken.

“Kurzfristig scheint die veränderte Marktdynamik zur Stabilisierung des Vertrauens beigetragen zu haben”, so des Ligneris.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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