Krypto-News der Woche 20. Februar 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Binance-Gründer Changpeng Zhao wertet die Verschlüsselung der Blockchains als fehlendes Element für die Krypto-Massenadoption. Besonders der Einsatz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel könne davon profitieren.
- Der polnische Staatspräsident Karol Nawrocki wies die polnische Adaption des Krypto-Gesetzes MiCA ein zweites Mal zurück. Die Verordnung begünstige eine ausufernde staatliche Kontrolle und behindere Innovationen.
- Gerüchten zufolge soll die Deutsche Bank Lösungen des Krypto-Entwicklers Ripple als Teil einer Blockchain-Initiative von SWIFT anwenden. Die Blockchaintechnologie soll der Modernisierung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs zwischen Banken dienen.
Binance-Gründer fordert Verschlüsselung für Krypto-Massenadoption
Binance-Gründer Changpeng Zhao fordert die Verschlüsselung der bislang zumeist transparent gestalteten Blockchains, um die Krypto-Massenadoption voranzutreiben. Besonders der Nutzen der Kryptowährungen als Zahlungsmittel werde deutlich steigen, sofern die Vertraulichkeit in den Markt einziehe.
“Mangelnde Privatsphäre könnte das fehlende Glied bei der Verbreitung von Krypto-Zahlungen sein”, schrieb Zhao kürzlich über X.
(Lack of) Privacy may the missing link for crypto payments adoption.
Imagine, a company pays employees in crypto on-chain. With the current state of crypto, you can pretty much see how much everyone in the company is paid (by clicking the from address). 🤷♂️ https://t.co/LRmuPHuMMf
— CZ 🔶 BNB (@cz_binance) February 15, 2026
Im All-In-Podcast besprach er die Thematik mit dem Unternehmer Chamath Palihapitiya. Zhao und Palihapitiya waren sich in ihren Einschätzungen einig: Die Transparenz der Blockchains erweist sich eher als Nachteil denn als Vorteil. Bislang dominieren transparente Blockchains den Markt. Nur wenige Projekte verschlüsseln sensible Nutzerdaten.
“Privatsphäre spielt in unserer Gesellschaft eine fundamentale Rolle. Jetzt gerade haben Bitcoin und die meisten Kryptowährungen keine ausreichende Vertraulichkeit”, erklärte CZ.
Vertrauliche Technologie liegt seit 2025 im Trend. Privacy Coins wie Zcash und Monero erlebten infolgedessen enorme Kursgewinne. CZ beschreibt den Trend als logische Konsequenz. Seit Jahren involvieren sich Behörden zunehmend im Markt. Durch die Verordnung identifizierender Maßnahmen sind Rückschlüsse auf die Nutzer der Blockchain möglich, die sich schnell zum Sicherheitsrisiko entwickeln.
Palihapitiya kritisiert außerdem, dass die mangelnde Verschlüsselung zu Problemen bei der Fungibilität führt. Die Gleichwertigkeit derselben Menge an Kryptowährungen könne dadurch gestört werden — ein Problem, das er besonders beim Marktführer BTC gegeben sieht.
Polnischer Präsident sieht MiCA als Bedrohung für Krypto
Der polnische Präsident Karol Nawrocki sieht das Krypto-Gesetz der EU als Bedrohung für Krypto — das machte er jüngst in einer Pressemitteilung deutlich. Die Gesetzgebung der Europäischen Union hatte MiCA im Jahr 2022 erfolgreich verabschiedet.
Seit dem 30. Dezember 2024 ist das Gesetz in Kraft. Es ist das erste einheitliche Gesetz der EU, das Kryptowährungen, Stablecoins und Blockchain-Unternehmen reguliert. Für viele Beobachter gilt es als wichtiger Meilenstein für die Förderung der Branche in der EU, doch seit Jahren gibt es auch Gegenstimmen.
Nawrocki ist von der polnischen Adaption des Gesetzes jedenfalls nicht überzeugt. Schon im Dezember hatte er eine vorangegangene Fassung zurückgewiesen. Vor wenigen Tagen legte er zum zweiten Mal sein Veto ein, um MiCA in Polen zu stoppen.
“Ein Detail wurde geändert, grundlegende Fehler wurden jedoch nicht behoben. Ich werde kein schlechtes Gesetz unterzeichnen, nur weil es erneut von einer parlamentarischen Mehrheit verabschiedet wurde”, hatte Nawrocki in einer Pressemitteilung erklärt.
Der als konservativ geltende parteilose Politiker, hält MiCA für eine wesentliche Bedrohung der Innovation. Der Gesetzestext sei zu kompliziert. Zudem würden Behörden mit ausufernden Befugnissen ausgestattet. Das Gesetz würde Krypto-Firmen verschrecken, statt sie anzuziehen. Sollte MiCA in der bisherigen Form verabschiedet werden, würde Polen als Krypto-Standort eine abnehmende Bedeutung erfahren, meint er.
“Polen sollte Innovationen anziehen, statt sie zu vertreiben. Daher fordere ich die Regierung auf, sich substanziell an der Ausarbeitung eines neuen Gesetzes zu beteiligen, das sicheren Handel, steuerliche Klarheit und Bedingungen für die Entwicklung moderner Technologien gewährleistet”, forderte der Präsident.
Deutsche Bank und SWIFT bauen angeblich auf XRP
Laut Angaben des Börsenmagazins Der Aktionär baut die Deutsche Bank in Zusammenarbeit mit dem Bankennetzwerk SWIFT auf XRP oder anderweitige Technologien des US-amerikanischen Entwicklers Ripple.
Die Deutsche Bank übernehme in einer neuen Blockchaininitiative des Netzwerks SWIFT eine führende Rolle — so weit bestätigte dies SWIFT öffentlich. Allerdings behauptet Der Aktionär, dass diese Initiative nun auf die Kryptowährung XRP oder deren Blockchain XRPL setzt. Woher man diese Informationen bezieht, geht aus dem Bericht nicht hervor.
In der Vergangenheit hatte SWIFT laut eigenen Angaben auf Linea gesetzt. Es handelt sich dabei um einen Ethereum-Layer-2 des bekannten Entwicklers ConsenSys. Laut verschiedener Medienberichte habe sich SWIFT bewusst für Linea, aber gegen XRP und Hedera entschieden.
Durch den Einsatz der Blockchaintechnologie lassen sich klassische Zahlungssysteme beschleunigen und vergünstigen. Von diesen Vorteilen könnte SWIFT profitieren. An der neuen Blockchain-Initiative nehmen mehr als 40 Banken teil. Neben der Deutschen Bank zählen dazu auch Citi, die Commerzbank oder JPMorgan.
“Die Deutsche Bank positioniert sich an der Spitze einer technologischen Zeitenwende. Um den globalen Zahlungsverkehr neu zu ordnen, setzt das Frankfurter Geldhaus verstärkt auf die Technologie von Ripple”, behauptet Der Aktionär.
Entwickler Ripple veröffentlichte XRP im Jahr 2012 mit der Absicht, die Kryptowährung als Intermediär im internationalen Bankenverkehr zu etablieren. Bisher stößt der Coin jedoch auf Probleme. Besonders mangelnde Liquidität soll Banken vor seiner Nutzung verschrecken.
Würden die Deutsche Bank und SWIFT tatsächlich vermehrt auf XRP setzen, könnte sich dies positiv auf die Kursentwicklung der Kryptowährung auswirken. Denkbar wäre jedoch auch ein Einsatz der Technologie XCurrent, die zwar auch von Ripple stammt, allerdings auf die Nutzung von XRP verzichten kann.
Weder SWIFT, die Deutsche Bank noch Ripple bestätigten den Einsatz irgendwelcher Ripple-Technologien öffentlich in diesem Rahmen.
Bitcoin-Kurs weiterhin unbeweglich
Der Bitcoin-Kurs bleibt im Wochentrend weiterhin unbeweglich. Die vergangene Woche schloss BTC mit einem Marktwert von rund 67.000 US-Dollar ab. Auch diese Woche befindet sich der Bitcoin weiterhin im selben Bereich. Zum Redaktionsschluss notiert die größte Kryptowährung bei 66.960 US-Dollar.
Im Wochentrend schreibt BTC somit ein Minus von 1,16 Prozent. Vergleicht man die 100 größten Kryptowährungen im Wochentrend, so dominieren bereits Kursgewinne. 38 Coins der Top-100 schreiben zum Redaktionsschluss Verluste – die meisten davon fallen mild aus.
Ein Blick auf die Wochensieger lohnt schon eher. Den siebentägigen Trend führt derzeit das dezentrale Lending-Protokoll Morpho an. Dessen gleichnamige Kryptowährung MORPHO gelingt eine Wertsteigerung um 38 Prozent. Ihr Marktwert liegt bei 1,55 US-Dollar.
Die Stablecoin-Blockchain Stable liegt ebenfalls im Aufwind. Ihr nativer Token STABLE stieg im Wochentrend um 27 Prozent auf 0,0298 US-Dollar. Tether und Bitfinex fördern das Projekt.
Auf dem dritten Rang findet sich Kite (KITE) ein. Es handelt sich um eine unabhängige Blockchain, die der Bedienung sogenannter KI-Agenten dient. Nach Wochengewinnen in Höhe von 22,47 Prozent notiert die Kryptowährung bei 0,27 US-Dollar.
Der gesamte Kryptomarkt legte im Tagestrend seit gestern um 1,00 Prozent zu und erreicht so eine Marktkapitalisierung von 2,3 Billionen US-Dollar.
Was folgt auf die Konsolidierung?
Aktuell befindet sich der Kryptomarkt in einer Konsolidierungsphase, in der nennenswerte Kursbewegungen in beide Richtungen selten sind. Marc des Ligneris, Portfolio-Manager von CoinShares, zeigt sich in einer E-Mail an Blockchainwelt wenig zuversichtlich für die nahe Zukunft des Marktes.
“Die Märkte befinden sich in einer Phase der Konsolidierung – doch unter der Oberfläche wachsen Nervosität und Risiken”, schätzt der Fachmann.
Geopolitische Spannungen, die den Markt zuletzt noch in einen Negativtrend versetzten, heizten die pessimistische Stimmungslage weiter an und sorgen nun auch noch für eine Gewinnenttäuschung, argumentiert des Ligneris. Zudem wachsen Sorgen über die möglichen Folgen des sich entwickelnden Quantencomputings.
“Geopolitische Spannungen, Gewinnenttäuschungen und gemischte Konjunktursignale [sorgen] für ein fragiles Umfeld”, erklärt er.
Am Horizont seien Disinflation und quantitative Lockerung zu erhoffen, die möglicherweise eine Erholung des Kryptomarktes auslösen könnten.
