Krypto-News der Woche 16. Januar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Das maßgebliche US-amerikanische Krypto-Gesetz CLARITY scheitert in den USA erneut. Änderungen sorgten zuvor für massive Kritik der Krypto-Szene.
  • Der US-Bundesstaat Arizona treibt neue Novellen und Gesetze voran, um Kryptowährungen weiter zu fördern. Sie sehen Steuervergünstigungen und staatliche Annahmen vor.
  • Russland möchte die bestehenden Krypto-Restriktionen senken. So möchte man Normalbürgern das Trading mit Kryptowährungen gestatten. Ein Verbot von Krypto-Zahlungen soll nun doch weichen.
  • FED-Chef Jerome Powell zeigt sich vor der Strafverfolgung seiner eigenen Regierung besorgt. Trump wolle so sinkende Leitzinsen erzwingen.
  • Der Kryptomarkt entwickelt sich durchwachsen. Besonders Privacy Coins erleben massive Gewinne.

Maßgebliches Krypto-Gesetz CLARITY scheitert erneut

Der CLARITY Act, ein maßgebliches Krypto-Gesetz in den USA, scheitert im US-Senat erneut. Im Juli 2025 hatte das Repräsentantenhaus seine Fassung bestätigt. Durch das Zweikammersystem der Vereinigten Staaten benötigt das Gesetz allerdings noch die Zustimmung des Senats, um verabschiedet zu werden.

Doch daran scheitert CLARITY. Der Senat nahm die Arbeit am Entwurf im September 2025 auf, doch obwohl die Regierungspartei der Republikaner über die Mehrheit verfügt, gelang eine Verabschiedung noch nicht.

Der Senat versucht, staatliche Befugnisse mittels CLARITY in der Kryptobranche zu manifestieren, die vom Repräsentantenhaus nicht vorgesehen waren. Zudem übt die klassische Finanzbranche jüngst Einfluss auf den Entwurf aus – zum Ärger der Krypto-Szene.

Weil Coinbase-Gründer Brian Armstrong harte Kritik am Gesetzesentwurf äußerte, legte der zuständige US-Bankenausschuss die Arbeit am Gesetz erneut auf Eis. Armstrong kritisierte unnötige Verbote und staatliche Übergriffigkeit, die in einer neuen Fassung zu sehen sind.

Cardano-Gründer Charles Hoskinson befürchtet ein unglückliches Ende des Gesetzes. Die US-Gesetzgebung steht im Anblick der nahenden Zwischenwahlen unter Zeitdruck. Die Mehrheit im Senat könnte sich zum Nachteil von CLARITY verschieben, ein neuer Senat das Gesetz möglicherweise blockieren.

CLARITY gilt als das wegweisende Krypto-Gesetz in den USA, da es viele Bereiche umfasst und Rechtssicherheit für die Verwendung von Krypto und die Arbeit der Kryptobranche herstellen soll.

Neben dem Stablecoin-Gesetz GENIUS und dem Anti-CBDC Surveillance State Act ist CLARITY eines von drei Krypto-Gesetzen, welche die Trump-Regierung auf den Weg gebracht hat, um Krypto im Land zu fördern.

Eine erfolgreiche Verabschiedung der Verordnung gilt für die Entwicklung der Kryptobranche in den USA sowie für die Preisentwicklung der Kryptowährungen als bullisch.

US-Bundesstaat Arizona arbeitet an behördlicher Annahme von Krypto

Der US-Bundesstaat Arizona treibt derzeit die behördliche Annahme von Kryptowährungen voran – durch den Gesetzesentwurf SB 1128. Digitale Anlagen wie der Bitcoin sollen zur Zahlung von Steuern, Gebühren und Strafen künftig zugelassen werden.

Weitere Gesetzesanpassungen Arizonas sehen die Steuerbefreiung der Kryptowährungen vor. Auf bundesstaatlicher Ebene können Eigentumssteuern auf Krypto erhoben werden, die Arizona nun eliminieren möchte. Einkommens- und Kapitalertragsteuer, die auf Krypto in den USA erhoben werden, entfallen hingegen nicht.

Der Ausgang der gesetzlichen Vorstöße ist noch nicht bekannt. Bisher werden die Konzepte weiterhin durch die Gesetzgebung bearbeitet.

Arizona ist neben Texas und New Hampshire einer von drei US-amerikanischen Bundesstaaten, die erfolgreich eine eigene Bitcoin-Reserve durch Landesgesetze etablieren konnten.

Russland möchte Krypto als alltägliche Zahlungsmittel etablieren

Der russische Staatsapparat möchte Kryptowährungen als alltägliche Zahlungsmittel etablieren – das gab der Vorsitzende des Finanzausschusses der Staatsduma, Anatoly Aksakov, bekannt. Auch restriktive Trading-Vorgaben möchte man lockern.

Erstmals kamen Debatten über eine mögliche Lockerung der russischen Krypto-Verbote im Dezember 2025 ins Gespräch. Damals hatte Vladimir Chistyukhin, der stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank, der Öffentlichkeit diese Option eröffnet.

Doch zunächst reagierte Aksakov mit Aversionen. In einer Stellungnahme zerriss er Chistyukhins Idee und erklärte noch im Dezember, dass Bitcoin und Co. als Zahlungsmittel innerhalb Russlands für alle Zeiten verboten bleiben würden.

Inzwischen scheint Aksakov eine 180-Grad-Wende vollzogen zu haben. Die geplanten Lockerungen können demnach gar nicht rasch genug kommen. Noch in diesem Frühjahr soll ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden.

Was genau Aksakovs Sinneswandel ausgelöst hat, ist Teil von Spekulationen. Bisher ging Russland hart gegen den Einsatz von Krypto im Inland vor. Erst 2025 hatte die Gesetzgebung härtere Strafen für die Verwendung von Bitcoin und Co. erlassen, da diese trotz bestehender Verbote immer weiter zunahm.

Weil Russland Kryptowährungen im internationalen Handel immer mehr nutzt und fördert, nimmt der Staatsapparat eine ambivalente Haltung ein. Staatspräsident Wladimir Putin lobte den Bitcoin bereits 2024 in einer Pressekonferenz für seine Unabhängigkeit und Neutralität und verglich ihn dabei mit russischen Fremdwährungsanlagen, die beschlagnahmt wurden.

Möglicherweise möchte der russische Staat seine finanzielle Anbindung sichern, indem er Krypto mehr freien Spielraum bietet. Behörden kritisieren Kryptowährungen oft aus den unterschiedlichsten Gründen.

Hinter der Kritik steckt letztlich eine Sorge über den eigenen Kontrollverlust. Kryptowährungen können nicht so einfach konfisziert werden wie Bankeinlagen. Auch die Überwachung der Zahlungsströme gestaltet sich deutlich schwieriger.

FED-Chef in Sorge: Trump will Zinssenkungen erzwingen?

FED-Chef Jerome Powell zeigte sich kürzlich in einer Videobotschaft besorgt. Darin gab der Präsident der US-amerikanischen Zentralbank bekannt, dass er eine Strafverfolgung durch das US-Justizministerium unter falschen Vorzeichen fürchtet.

Die Justiz wirft Powell Meineid vor. Dies sei jedoch nur ein Vorwand, erklärte er in der Videobotschaft. In der Realität sei seine Währungspolitik der Stein des Anstoßes. Powell leistet sich seit Monaten einen Konflikt mit US-Präsident Donald Trump über die Zinspolitik.

Trump fordert einen sinkenden Leitzins, den Powell nicht im gewünschten Maße umsetzt. Nach drei Senkungen im Kalenderjahr 2025 liegt der US-Leitzins derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

Laut Experten möchte Trump allerdings einen Leitzins von zwei bis drei Prozent erreichen. Dadurch sollen die Kosten für Trumps geplante Ausgaben sinken. Auf den Kryptomarkt könnte dies eine enorme Wirkung entfalten.

Krypto-Analyst Arthur Hayes erwartet, dass die zunehmende Entwertung des US-Dollars einen wesentlichen Beitrag dazu leisten wird, den Bitcoin auf einen Marktwert von bis zu einer Million US-Dollar zu hieven.

Kryptomarkt erlebt durchwachsene Entwicklung

Der Kryptomarkt erlebt aktuell eine durchwachsene Entwicklung. Einige große Kryptowährungen verzeichnen im Wochentrend milde bis hohe Gewinne. Die Mehrheit der Top-100 schreibt jedoch Verluste.

Die Marktführer Bitcoin und Ethereum erleben im Wochentrend Kursgewinne. Während BTC über die letzten sieben Tage um 3,50 Prozent steigt, konnte ETH sogar Gewinne von 4,60 Prozent umsetzen.

Der Bitcoin knackte zeitweise einen Marktwert von 97.000 US-Dollar – erstmals seit November. Den erhofften sechsstelligen Kurs konnte er jedoch noch nicht wiederherstellen.

Währenddessen erleben besonders Privacy Coins extreme Gewinne. Derzeit führen Dash (DASH) und Monero (XMR) den Wochentrend an. Dash stieg über die letzten sieben Tage um 136 Prozent auf 91,33 US-Dollar.

Monero steigt im selben Zeitraum um 50 Prozent auf 686 US-Dollar. XMR erreichte über die letzten Tage mehrere neue Allzeithochs. Am Mittwoch stieg der Kurs auf bis zu 798 US-Dollar und markierte dort ein neues Rekordhoch.

Privacy Coins entwickeln sich seit Monaten zunehmend zu einem Trend. Während der jüngsten Gewinne ging der Privacy Coin Zcash allerdings leer aus. Möglicherweise kam es zu einer Abkehr von der Kryptowährung, nachdem es zu erheblichen internen Streitigkeiten kam.

Den dritten Rang der Wochentrends belegt Chiliz (CHZ) mit 32 Prozent Gewinn. Chiliz konzentriert sich auf NFTs und weitere Belohnungen, die einen Zusammenhang zum Sport aufweisen. Fußballvereine wie Juventus Turin oder der FC Barcelona nutzen das Netzwerk – aber auch die Kampfsportveranstaltung UFC.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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