Japan deklariert Krypto als Finanzanlagen: Was das bedeutet

Das Wichtigste in Kürze
- Durch neue Gesetzesänderungen stuft Japan Kryptowährungen nicht länger als Zahlungsmittel, sondern stattdessen als Finanzanlagen ein.
- Die Aufsicht über die Industrie wird dadurch strenger. Gleichzeitig gibt man der Branche neue Möglichkeiten, welche ihr Wachstum fördern sollen. So schafft man eine Grundlage für Krypto-ETFs.
- Es handelt sich um einen weiteren Meilenstein in Japans Krypto-Öffnung, die sich seit 2022 abzeichnet und zusehends beschleunigt.
Japan deklariert Krypto als Finanzanlagen: Was das bedeutet
Der japanische Staat habe eine neue Gesetzesänderung verabschiedet, über die man Kryptowährungen als Finanzanlagen einstuft – davon berichten verschiedene internationale Medien, die sich wiederum auf Angaben japanischer Berichterstatter berufen.
🇯🇵 JUST IN: Japan just reclassified crypto as a "financial asset."
Not a payment tool anymore. An actual financial asset, same category as stocks.
That one word change means:
– Insider trading rules
– Real market oversight and most importantly
– Reclassification could also… pic.twitter.com/Bfcu9gGdXA— KoinX (@getkoinx) July 15, 2026
Ein Gesetz, über das Japan Finanzanlagen einstuft und ihre Regulierung festlegt – bekannt unter dem Akronym FIEA – sei entsprechend verändert worden. Gestern habe das japanische Parlament diese Änderung verabschiedet. Spätestens 2027 werde die Veränderung wirksam.
Gleichzeitig passte das Parlament ein weiteres Gesetz an – nämlich PSA, welches Zahlungsmittel reguliert. Bisher waren Kryptowährungen von diesem Gesetz umfasst. Japan möchte mit der neuen Anpassung umschwenken. Statt als Zahlungsmittel gilt Krypto fortan als Finanzanlage.
In der Praxis rückt diese Entscheidung Bitcoin und Co. regulatorisch näher an Aktien und Anleihen heran. Folglich findet eine strengere Regulierung statt. Verstöße wie Insiderhandel unterliegen nun strengeren Strafen.
Wer beispielsweise einen unlizenzierten Krypto-Marktplatz betreibt, dem drohen in Japan fortan nicht mehr nur drei, sondern zehn Jahre Haft. Krypto-Dienstleister unterliegen strikteren Auflagen. So steigen etwa die Anforderungen rund um Transparenzberichte.
So fördern die Gesetzesänderungen Japans Krypto-Öffnung
Die Gesetzesänderungen sollen Japans aktuelle Krypto-Öffnung weiter beschleunigen. In der Vergangenheit hatte die Gesetzgebung bereits entschieden, die Besteuerung zu senken. Ab 2028 soll die Steuerlast von 55 Prozent auf 20 Prozent sinken.
Eine Einstufung als Finanzanlagen soll den Kryptowährungen den Zugang zum klassischen Finanzmarkt eröffnen. So schafft man darüber die Grundlage für die Entstehung von Krypto-ETFs. Bald soll dafür ein eigenes Gesetz folgen.
Erst vor wenigen Tagen hatte mit SBI Holdings ein bedeutender Finanzdienstleister eine Kooperation mit Solana verkündet. Es handelt sich dabei um eine direkte Folge der gesetzlichen Lockerungen. Über die vergangenen Wochen zeichnen sich derartige Trends immer deutlicher ab.
Anfang Juni hatte Blockchainwelt über den ersten japanischen Pensionsfonds berichtet, der Krypto in sein Portfolio aufnahm. Diese Entscheidung gilt als wichtiges Signal. Die regulatorische Lockerung scheint Früchte zu tragen.
In der Vergangenheit stand der japanische Staat mit Krypto lange Zeit auf Kriegsfuß. Zuvor ein beliebter Krypto-Standort, gingen die Behörden ab 2018 rigoros gegen die Branche vor. Dazu gehörten etwa die Verbote von Krypto-ATMs sowie von vertraulichen Kryptowährungen.
Ab 2022 änderte sich das staatliche Vorgehen allmählich. Inzwischen versucht Japan, seine Rolle als Krypto-Zentrum wiederherzustellen.
