Epstein Files: Auf diese Kryptowährungen übte der Banker Einfluss aus

Das Wichtigste in Kürze

  • Das US-Justizministerium (DoJ) veröffentlichte vergangenen Freitag neue Datensätze des berüchtigten Investmentbankers und Straftäters Jeffrey Epstein. Rund drei Millionen Seiten neuen Materials sollen darin enthalten sein.
  • In unzähligen E-Mails werden erstmals Verbindungen Epsteins in die Kryptobranche bekannt.
  • Der Delinquent war laut neuester Erkenntnisse über wenige Monate in den Bitcoin-Entwickler Blockstream investiert. Auch an der Zcash-Company war er beteiligt.
  • Kritiker befürchten, dass Epstein seine einzigartige Machtposition nutzte, um negativen Einfluss auf die Kryptowährungen auszuüben. Konkrete Hinweise darauf liegen nicht vor.

Epstein Files: Auf diese Kryptowährungen übte der Banker Einfluss aus

Der Skandal um den ehemaligen Investmentbanker Jeffrey Epstein nimmt einfach kein Ende. Am vergangenen Freitag, dem 30. Januar, veröffentlichte das US-amerikanische Justizministerium neue Datensätze, welche die Verflechtungen Epsteins offenlegen.

Rund drei Millionen weitere Seiten sollen so in das öffentliche Archiv gelangt sein, welches das Ministerium bereits am 19. Dezember mit einem kleineren Datensatz gestartet hatte. Epstein ist seit Jahren eine extrem umstrittene Figur in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Als Investmentbanker soll Epstein ursprünglich zu großem Reichtum gelangt sein und so Verbindungen zu den wichtigsten Personen aus Wirtschaft und Politik aufgebaut haben. Zudem soll er der Strippenzieher eines gigantischen Missbrauchsskandals gewesen sein, an dem möglicherweise viele einflussreiche Personen beteiligt waren.

Epsteins Verflechtungen im Kryptomarkt waren der Öffentlichkeit bislang hingegen nicht bekannt. Das änderte sich am Freitag durch die Veröffentlichung der neuen Datensätze schlagartig.

So spürten Nutzer einige E-Mails auf, in denen Epstein etwa Kontakte zu bekannten Entwicklern aufbaute. Dazu zählten etwa Madars Virza, Gründer von Zcash, und der Blockstream-Gründer Austin Hill. Mit der Bitcoin-Legende Adam Back soll sich Epstein sogar persönlich getroffen haben.

Berüchtigter Delinquent investierte womöglich in XRP und Stellar

Einige X-Nutzer unterstellen Epstein eine Nähe zur Kryptowährung XRP und dessen Entwickler Ripple. Auch Stellar (XLM) wird eine Nähe zu Epstein unterstellt. Von Blockchainwelt gesichtete E-Mails stellen diese Möglichkeit in den Raum.

Als Unterstützer des Bitcoins erhielt Epstein am 31. Juli 2014 eine E-Mail von Austin Hill. Hill ist ein US-amerikanischer Unternehmer, früher Bitcoin-Unterstützer und Blockstream-Gründer.

In seiner E-Mail kritisierte Hill die Kryptowährungen XRP und Stellar, da diese eine Konkurrenz für den Bitcoin darstellen könnten. Hill wendete sich an Epstein und einen weiteren Investor namens Reid Hoffman mit der Bitte um Kontaktaufnahme. Hill befürchtete, dass Epstein und Hoffman in Bitcoin-Konkurrenten investierten.

“Ripple und Jeds neues Projekt Stellar sind für das Ökosystem, welches wir bauen, schlecht und es verursacht unserem Unternehmen Schäden, wenn Investoren mehrere Pferde ins Rennen schicken”, so Hill.

Der Blockstream-Gründer verlinkte in seiner Nachricht auch auf die Webseite von Stellar, die damals die Entwickler sowie Berater des Projekts vorstellte. Auf archivierten Versionen dieser Seite lässt sich sehen, dass weder Hoffman noch Epstein gelistet waren. Dennoch ging Hill augenscheinlich davon aus, dass diese möglicherweise investiert waren.

In seinem Schlusswort bot Hill den beiden vermeintlichen Investoren Hoffman und Epstein eine “Diskussion für eine faire Lösung” an.

Ripple-Gründer David Schwartz reagierte am Samstag auf die Gerüchte. Er selbst wisse nichts über Epsteins Involvierung in XRP oder Stellar.

“Ich weiß nichts von Verbindungen zwischen Jeffrey Epstein und Ripple, XRP oder Stellar”, so Schwartz. Die Verbindungen des bekannten Delinquenten zum Bitcoin seien nichts Besonderes, argumentiert er.

“Es gibt einige indirekte Verbindungen zwischen Epstein und Personen, die in unterschiedlicher Weise mit Bitcoin zu tun haben, aber das trifft wahrscheinlich auf die meisten sehr wohlhabenden Menschen zu.”

In diese Krypto-Entwickler investierte Epstein tatsächlich

Aus Epsteins E-Mails geht aber auch hervor, dass er in die Entwickler von mindestens zwei Kryptowährungen direkt investierte. Betroffen sind der Marktführer Bitcoin sowie der Privacy Coin Zcash.

In einer weiteren E-Mail, die der berüchtigte Investmentbanker von Austin Hill empfing, besprach man Details über die Investitionen, die Epstein und Joi Ito in Blockstream tätigten.

“Wir sind kurz davor, diese Investmentrunde zu schließen. (…) Reid hat uns in der letzten Minute gebeten, eure Allokation von 50.000 auf 500.000 US-Dollar zu erhöhen. (…) Ich freue mich, euch bald wieder Angesicht zu Angesicht gegenüberzusitzen“, schrieb Hill darin.

Auch Hammie Hill als Finanzvorstand sowie Adam Back als weiterer Gründer von Blockstream empfingen diese E-Mail. Diese Nachricht ist nur knapp zwei Wochen älter als die bereits erwähnte Warnung vor XRP und Stellar.

Blockstream ist Bitcoins wichtigster Entwickler. Wenn es Auseinandersetzungen über Bitcoins Zukunft gab, setzte sich Blockstream bisher ständig durch. Diese Tatsache wirft nun Fragen auf. Schließlich ist Epstein mit Behördenvertretern eng vernetzt gewesen.

Einige X-Nutzer vermuten, dass der Investmentbanker Bitcoins Entwicklung über seinen Einfluss auf Blockstream gezielt hemmte, um seinen Nutzen als digitales Geld einzuschränken. Besonders der sogenannte Blocksize-War findet hier Erwähnung.

Adam Back dementierte gestern öffentlich, dass Epstein persönlich in Blockstream investierte. Lediglich über Itos Investmentfonds soll er wenige Monate Anteile am Unternehmen gehalten haben.

Auch in Zcash oder dessen Entwickler Zcash Company scheinen Investitionen stattgefunden zu haben. So existiert eine E-Mail-Korrespondenz zwischen Zcash-Gründer Madars Virza und Jeffrey Epstein, in der es um ein Steuerformular des Typs K-1 geht, das genutzt wird, um Einkünfte an Partner weiterzugeben.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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