Celsius – Schulden bezahlt, um 456 Millionen US-Dollar freizuschalten

Der Krypto-Finanzdienstleister hat seine Kreditschulden in Höhe von 41,2 Millionen US-Dollar aus den MakerDAO-Geschäften beglichen, um über die als Sicherheit hinterlegten 21.962 Bitcoins im aktuellen Gegenwert von etwa 456 Millionen US-Dollar wieder frei verfügen zu können.

Celsius Krypto

Die aktuelle Krise in der Krypto-Branche, unter der so gut wie alle Blockchain-Unternehmen und Krypto-Werte leiden, hat die Krypto-Kreditgeber besonders hart getroffen. Viele haben die Auszahlungen gestoppt, um Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, andere wurden bereits liquidiert, wie unter anderem Three Arrows Capital.

Auch der Krypto-Finanzdienstleister und Kreditgeber Celsius steckte in Schwierigkeiten und hat die Konten seiner Nutzer eingefroren, jegliche Auszahlungen sind ausgesetzt.

Heute wurde bekannt gegeben, dass Celsius Schulden in Höhe von 41,2 Millionen US-Dollar an MakerDAO zurückgezahlt hat und im Gegenzug jetzt wieder über 21.962 Bitcoins im aktuellen Gegenwert von etwa 456 Millionen US-Dollar verfügen kann, die als Sicherheit hinterlegt waren.

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Nur 41,2 Millionen US-Dollar bezahlen, um 456 US-Dollar zu erhalten

Das klingt nach einem perfekten Schachzug, um die Liquidität von Celsius zu verbessern. Wenn die durch eine Zahlung von „nur“ 41,2 Millionen US-Dollar dann Liquidität im Wert von 456 Millionen US-Dollar bekommen.

Aber das ist nur eine ungenaue Betrachtung, um die Situation besser bewerten zu können, muss man schon etwas genauer hinsehen und die gesamten Vorgänge in diesem Zusammenhang betrachten.

Aufstockung der Sicherheiten, um Liquidation zu verhindern

Denn diese aktuelle Zahlung ist nur der Abschluss einer ganzen Reihe von Zahlungen, die nötig waren, um eine Liquidation zu verhindern – eine Gefahr, die oft bestand, jetzt jedoch nicht mehr.

Denn diese letzten 21.962 Bitcoins hätten auf einen Wert von unter 2.722,- US-Dollar je Bitcoin fallen müssen, um von der Liquidation betroffen zu sein. Ein Wert, von dem der Bitcoin doch noch sehr weit entfernt ist, und der hoffentlich nie wieder erreicht wird.

Dies war nur die letzte Zahlung, um den „Tresor“ schließen zu können, was sofort nach Zahlungseingang umgesetzt wurde.

Aber das sah oft ganz anders aus, seit Beginn der Krise in der Krypto-Branche, durch den Crash des Terra Labs Ökosystems, musste Celsius ständig Geld in Hand nehmen und Unterstützungszahlungen leisten.

So wurden seit dem 12. Mai 2022 bis heute Vermögenswerte in Höhe von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar dem Tresor hinzugefügt, um Bitcoins im Gesamtwert von ungefähr 757 Millionen US-Dollar abrufen zu können.

Also würde Celsius heute seine Bitcoins aus dem MakerDAO-Geschäft verkaufen, dann hätten sie damit einen Verlust von über einer Milliarde US-Dollar realisiert.

Ist Celsius gerettet?

Die Freischaltung von Vermögenswerten im Wert von 456 Millionen US-Dollar nach Zahlung von nur 41,2 Millionen US-Dollar Schulden ist eine tolle Schlagzeile und hört sich nach erfolgreicher Rettung von Celsius an.

Aber dem ist bei Weitem nicht so, die Lage ist immer noch sehr ernst. Das Einzige, was helfen kann, wäre eine schnelle Regeneration der Kryptowährungen und insbesondere des Bitcoins. Nur so können die Verluste verhindert werden und eine Erholung könnte möglich sein.

Aktuell sind die Konten der Kunden immer noch eingefroren und Auszahlungen von Nutzern sind weiterhin ausgesetzt. Eine Abwendung einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ist immer noch nicht erfolgt.

Es gibt auch keinerlei Zusagen von Celsius, demnach ein baldiger Zugang zu den Konten wieder ermöglicht würde. Den Kunden droht immer noch der Verlust ihrer Vermögenswerte, ohne dass die Kunden von Celsius reagieren könnten.

Und die Kundengelder sind nicht von einer Einlagensicherung geschützt, so wie es bei „normalen“ Banken und Kreditgebern der Fall wäre.

Vorsorglich wurden Berater von Alvarez & Marsal beauftragt, um einen möglichen Insolvenzantrag von Celsius vorzubereiten.

Celsius: Droht die Insolvenz?

Fazit zur Situation bei Celsius

Das sind eben die Nachteile der Krypto-Szene. Sie ist frei, autonom tätig, unabhängig und unterliegt noch kaum Regulierungen und Kontrollen. Nach jedem Crash und Kursverfall werden Rufe nach Anlegerschutz und Regulierung laut.

Aber wenn Regierungen solche Regulierungen und Bestimmungen zur Kontrolle von Krypto-Unternehmen und Kryptowährungen auf den Weg bringen, dann schreit die gesamte Blockchain-Community laut auf und sieht den gesamten Krypto- und Blockchain-Markt in der Existenz an sich bedroht.

Jeder Investor, der sich im weitläufigen Krypto- und Blockchain-Markt betätigt, sollte sich vor jeder Investition die Firma genau ansehen. Steckt ein sinnvolles und erfolgversprechendes Geschäftsmodell dahinter? Was macht die Firma, was wird mit den eingesammelten Geldern gemacht? Diese Fragen sind viel wichtiger als die Versprechen von möglichen Gewinnraten.

Wenn hier von mündigen und aufgeklärten Investoren und Menschen die Rede ist, dann muss man die Risikobewertung und Risikobereitschaft auch voraussetzen können. Man kann nicht die absolute Freiheit an Gewinnmaximierungsstrategien fordern, um dann, wenn es schiefgeht und Verluste eintreten, nach einer Absicherung und Hilfe rufen.

Entweder der Krypto- und Blockchain-Markt soll weiterhin frei und unkontrolliert sein, oder eben dem klassischen Finanzmarkt mit seinen Kontrollen, Bedingungen und Aufsichtsbehörden gleichgeschaltet.

Nach dem Motto wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, das geht nun einmal nicht!

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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