Bitcoin ETF von Grayscale, droht Rechtstreit mit der SEC?

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Der CEO von Grayscale, Michael Sonnenshein, bereitet sich auf einen Rechtsstreit mit der amerikanischen Finanzaufsichtsbehörde United States Securities and Exchange Commission (SEC) vor, wenn die Finanzaufsichtsbehörde seinen Antrag zur Genehmigung des Bitcoin-Spot ETF ablehnen würde.

Seine Firma hat sämtliche Ressourcen voll in die Umwandlung des Flaggschiffs „Bitcoin Trust“ gesteckt. Über 800.000 Investoren aus allen 50 amerikanischen Bundesstaaten erwarten gespannt die Umstellung.

Sonnenshein betonte in einem Interview, dass es wichtig ist, sich für die Interessen der Investoren einzusetzen. Da ist es keine Frage, dass alle möglichen Optionen ausgenutzt werden, auch eine Klage und ein Rechtsstreit.

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Grayscales geplante Umstellung des GBTC in einen Bitcoin ETF

Bereits im Oktober 2021 veröffentlichte Grayscale seine Pläne, den Bitcoin Trust GBTC in einen ETF mit Bitcoin umzuwandeln. Doch die SEC verzögerte ständig die Entscheidung zur Zulassung dieses Produktes. Zuerst bis Dezember 2021, mit der Begründung, dass sie eine längere Frist zur Prüfung der geplanten Änderungen benötigen würden.

Das Ende der Entscheidungsfrist und eine erneute Prüfung der Zulassung waren für den Februar 2022 von der SEC angekündigt. Doch bisher gibt es immer noch keine Zulassung.

Um Hinweise für die Prüfung zu erlangen, hatte die SEC das Vorhaben mit allen geplanten Änderungen von Grayscale veröffentlicht. Mit dem Ergebnis, dass über 95 % aller befragten Personen, Institutionen und Firmen die von Grayscale geplanten Änderungen befürworten. Dies ergab eine im Februar durchgeführte Analyse dieser Veröffentlichung und Befragung.

Das Grayscale-Team hat die gesamten Ressourcen unseres Unternehmens eingesetzt, um GBTC, unseren Flaggschiff-Fonds, in einen ETF umzuwandeln. Es ist wirklich wichtig, dass Investoren wissen, dass wir uns für sie eingesetzt haben und weiterhin einsetzen werden.

Michael Sonnenshein

CEO - Grayscale

Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) – was ist das?

Der Bitcoin Trust von Grayscale ist ein Anlagetool, der den realen Marktpreis des Bitcoin nach Abzug aller mit ihm verbundenen Verwaltungsgebühren angibt. Mit einer Investition in diesen Trust werden ausschließlich Investitionen in Bitcoin dargestellt.

Im September des Jahres 2013 wurde dieses Anlageprodukt, damals unter dem Namen „The Bitcoin Investment Trust“, veröffentlicht und ersten Anlegern angeboten. Damit war es das erste Wertpapier, welches ausschließlich in Bitcoin investiert.

Im Januar 2020 hatte der Trust die Zulassung der SEC bekommen als erstes Anlagetool für Kryptowährungen überhaupt. Damit ist der GBTC ein offiziell SEC-meldepflichtiges Unternehmen, ebenfalls seinerzeit einzigartig in der Kryptobranche.

Jeder Anteil am GBTC entspricht dem netto Gegenwert von 0,001 Bitcoin, also für 1 Bitcoin hält man 1.000 Anteile am GBTC.

Neben dem Bitcoin Trust hat Grayscale noch einen Trust auf Ethereum Basis (ETHE) mit SEC-Zulassung. Zudem plant Grayscale bereits für fünf weitere Trusts die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde, auf Basis der Kryptowährungen Chainlink, Filecoin, Basic Attention Token und des Coins MANA von Decentraland.

Insgesamt hat Grayscale für etliche Kryptowährungen solche Anlagetools auf Trust-Basis im Portfolio und verwaltet ein Anlagevermögen von über 41 Milliarden US-Dollar.

Warum die Umstellung auf ETF?

Grayscale erklärte dazu, dass alle ihre auf Kryptowährungen basierenden Anlageprodukte letztlich in ETFs umgewandelt werden sollen. Dies ist der bereits langfristig geplante Weg. Alle Anlageprodukte sollen in der Entwicklung diese vier Phasen durchlaufen.

  • Phase-1: die Lancierung des Anlageproduktes als Privatplatzierung.
  • Phase-2: öffentliche Notierung auf dem Sekundärmarkt.
  • Phase-3: Zulassung als SEC-registriertes Unternehmen.
  • Phase-4: Umwandlung in einen ETF.

Bereits im Jahr 2016 hatte Grayscale einen ersten Antrag auf Zulassung eines Bitcoin-ETF bei der SEC eingereicht. Die daraufhin folgenden Verhandlungen und Gespräche erbrachten jedoch kein befriedigendes Ergebnis, so wurde der Antrag 2017 wieder zurückgezogen.

Mit der Begründung, dass die Zeit für so ein Produkt noch nicht reif sei, die regulatorischen Bedingungen waren diesem Projekt noch nicht förderlich genug.

Mit der Umstellung der jetzigen Fonds auf Trust-Basis in eine einzige Kryptowährung auf die Basis eines Indexfonds (ETF), kann dann in die gesamte Bandbreite investiert werden. Also beim Beispiel Bitcoin nicht nur in den reinen netto Bitcoin, sondern auch in Unternehmen, die mit Bitcoin oder im Bitcoin-Markt erfolgreich tätig sind. Dies erhöht die Anlagemöglichkeiten und damit die Gewinnaussichten um ein Vielfaches.

Nach der Genehmigung der Bitcoin-Futures ETFs ist es jetzt höchste Zeit, dass auch „allgemeine“ Bitcoin-ETF zugelassen werden sollten.

Es war wirklich eine sehr aufregende Ankündigung, dass wir jetzt Bitcoin-Futures-ETFs auf dem Markt haben, aber leider hat das die Anleger zu diesen Bitcoin-Futures-Produkten gezwungen, weil das die einzigen sind, die es gibt.

Michael Sonnenshein

CEO - Grayscale

Zeit der Entscheidung

Laut Michael Sonnenshein liegen alle Optionen auf dem Tisch. Die SEC hat lange und umfangreich geprüft und Umfragen unter den Anlegern gemacht. Aus Sicht von Sonnenshein und Grayscale ist keine Begründung für eine Ablehnung in Sicht. Außer dem Umstand, dass die SEC bisher aus Prinzip alle Anträge auf einen Bitcoin-ETF abgelehnt hat.

Für eine positive Entscheidung der SEC könnte sprechen, dass im nordamerikanischen Nachbarland Kanada bereits seit Dezember 2021 ein Bitcoin ETF zugelassen wurde – der BIT des Vermögensverwalters Global Crypto Leaders.

Auch aus diesem Grund, ist Michael Sonnenshein zu einer Klage und einem Rechtsstreit bereit, sollte die SEC den Antrag ablehnen.

Fazit zum Bitcoin ETF Antrag von Grayscale

Sollte die SEC ihrer bisherigen Linie treu bleiben, und auch den Bitcoin-ETF-Antrag von Grayscale ablehnen, dann könnte ein langer Rechtsstreit folgen. Dies birgt die Gefahr, dass etliche der über 800.000 amerikanischen Anleger, die auf den ETF warten, zum Konkurrenten aus Kanada abwandern. Dies wäre eine schlechte Entwicklung für Grayscale.

Vielleicht wird aber auch Grayscale nach Kanada abwandern, und somit der USA und der SEC den Rücken kehren. Dies wäre ein Schlag für den US-amerikanischen Finanzmarkt, wenn auch nur ein mittlerer.

Auf jeden Fall wird diese Entscheidung große Wellen schlagen. Bekommt Grayscale die Lizenz, dann werden viele Unternehmen und Fonds folgen. Wenn nicht, dann muss Grayscale die gesamte Geschäftsidee überdenken.

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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