New York Times setzt bei Falschmeldungen auf Hyperledger Fabric

New York Times Zentral @Finance.Yahoo.com

Auf internationaler Ebene sorgen politische Polarisierungen und eine weit verbreitete Nutzung sozialer Medien für die Verbreitung falscher Informationen. Mithilfe dieser Fake News lassen sich Wahlen manipulieren und ganze Regierungen infrage stellen. Das Beispiel Wirecard verdeutlicht zudem den Einfluss von Nachrichten auf den Aktienkurs eines Unternehmens. Neben Texten und Bildern geraten zudem Videos in den Fokus von Betrügern. Diesem Trend möchte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der New York Times nun durch eine Kooperation mit Hyperledger Fabric entgegentreten. Das Medium plant die Identifikation fehlerhafter Nachrichten durch den Einsatz der Blockchain-Technologie. 

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New York Times erklärt Falschmeldungen den Kampf

Laut eines Berichts vom 23. Juli 2019 arbeitet die New York Times (NYT) an einer Lösung, um Fake News zu unterbinden. Vor allem die zunehmende Manipulation von Bildern, Texten und Videos stellt die etablierten Medienkonzerne vor Herausforderungen. Der New Yorker Medienkonzern arbeitet nun an Lösungen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Auch wenn dieses Problem nicht aus der Medienbranche stammt, haben sämtliche Unternehmen ein reges Interesse an der Unterbindung fehlerhafter Nachrichten. Betroffen von dieser medialen Beeinflussung sind vor allem die Kunden, die nun eine Lösung von den etablierten Anbietern erwarten. 

Laut den Aussagen der New York Times sei das Medium nicht der erste Medienkonzern, der nach einer Lösung für diese latente Herausforderung sucht. Folglich forcieren Nachrichtenredaktionen auf der ganzen Welt eine qualitativ hochwertige Berichterstattung. Vor allem soziale, politische und auch technologische Faktoren tragen zwangsläufig dazu bei, dass Fehlinformationen an die Öffentlichkeit gelangen. Zudem zeigt die aktuelle Marktentwicklung, dass sich die Tools zur Verbreitung falscher Informationen kontinuierlich weiterentwickeln.

Dementsprechend müssen die Medien Strategien entwickeln, welche zur Vermeidung eben jener Mitteilungen dienen. Am Markt bildet sich aus diesem Grund eine breite Front an Unternehmen, die sich auf die Identifikation dieser Meldungen spezialisiert haben. So bietet First Draft Anleitungen zur Überprüfung von Social-Web-Inhalten. Das Konsortium Misinfocon arbeitet dahingegen an der Vertrauenswürdigkeit der gesamten Branche. Doch neben diesen Vermeidungsstrategien bieten vor allem moderne Technologien das Potenzial zur Optimierung der Marktverhältnisse. 

Die Blockchain als Schlüsseltechnologie der Medienbranche 

Dementsprechend arbeitet auch die New York Times an der Implementierung neuer Technologien, die bei der optimierten Veröffentlichung von Informationen helfen. Folglich können Nachrichtenagenturen durch den Einsatz von Technologien den Leser mit einer besseren Informationsqualität in sozialen Netzwerken versorgen. Bereits “The Guardian” musste zu Beginn des Jahres einige Änderungen bei alten Artikeln vornehmen. Als Grund führte das Unternehmen einen hohen Traffic bei besonders alten Artikeln an – diese wurden als neue Artikel geteilt und auf Facebook in einen falschen Kontext gebracht. 

Auch die Forschung und Entwicklung der NYT setzt sich im Rahmen des „The News Provenance Project“ mit einem veränderten Produktdesign sowie neuen Tools zur verbesserten Identifikation von Nachrichten auseinander. Im ersten Schritt untersucht das Forschungsteam den Fotojournalismus, denn hier besteht das größte Manipulationspotenzial. Auch der Umstand, dass Fotos die latente Gefahr bergen, besonders schnell viral in den sozialen Medien zu erscheinen, trägt zu dieser Entscheidung bei. Als Lösungsansatz präsentiert sich die Anreicherung von Bildern mit weiterem Content. Das Forschungsteam erwartet hier einen positiven und klärenden Einfluss auf das Ökosystem der veröffentlichten Informationen. Um diesen Ansatz zu untersuchen, führt die NYT zudem Benutzerrecherchen durch, welche die Basis für ein Proof-of-Concept (PoC) darstellen. Im Rahmen dieses PoC lässt sich herausfinden, ob das Publikum von der breiteren Informationsbasis profitieren kann. 

Zusätzlich erstellt das Nachrichtenmedium zudem ein PoC für eine technische Implementierung. Laut den Aussagen der Forscher sei die Blockchain-Technologie (Was ist Blockchain?) eine interessante Möglichkeit, um eine funktionsfähige Lösung für die bestehenden Herausforderungen zu entwickeln. 

Hyperledger Fabric Logo in bunt
Hyperledger Fabric Logo in bunt @hyperledger.org

Hyperledger Fabric als technologische Basis der Entwicklung 

Mit Hyperledger Fabric konnten die Medienexperten bereits ein potenzielles Blockchain-Framework identifizieren. Zusammen mit der IBM Garage erarbeitet das Forschungsteam der NYT ein entsprechendes Proof of Concept. In der Vergangenheit kooperierte IBM Garage bereits mit anderen Unternehmen bei der Erstellung vergleichbarer PoCs. Insbesondere die Unveränderbarkeit und die Manipulationssicherheit der Blockchain tragen dazu bei, dass diese als Schlüsseltechnologie bei der Etablierung einer entsprechenden Marktlösung gelte. Sollte eine Veränderung an bereits verifizierten Daten stattfinden, ließe sich diese identifizieren und nachvollziehen. So könnten die Endnutzer den Ursprung eines veröffentlichten Fotos nachvollziehen und feststellen, ob dieses manipuliert ist. Zusätzlich stellt dieser erste Anwendungsfall eine perfekte Basis für die weitere Erforschung der Blockchain dar. 

Um eine breite Adaption in der Medienbranche zu realisieren, ruft die New York Times auch andere Unternehmen zur Teilnahme am Projekt auf. Eine marktweite Etablierung eines solchen Systems bedarf schlussendlich der Teilnahme mehrere Unternehmen. Nichtsdestotrotz stellt das Forschungsteam sämtliche Erkenntnisse öffentlich zur Verfügung und hofft somit weitere Medien von diesem Ansatz zu überzeugen. Vor allem Medien, die Fotos veröffentlichen, sollen am Projekt teilnehmen und somit der Initiative für mehr Vertrauen in der Medienbranche beitreten. 

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