Was ist die Hashrate? – Komplette Übersicht und Erklärung

Die Hash-Rate, häufig auch Hash Power genannt, ist ein Begriff aus dem Mining von Kryptowährungen. Das Mining beschreibt den Erschaffungsprozess neuer Einheiten eines Coins oder Tokens. Ganz vereinfacht gesagt gibt die Hash Rate die Geschwindigkeit an, mit der die vielen komplexen Rechenoperationen bei der Erschließung eines neuen Blocks (Was ist ein Block?) durchgeführt werden. Dabei wird die Bezeichnung sowohl zur Bezifferung der Leistungsfähigkeit eines Computers, aber auch zur Geschwindigkeitsangabe der Datenverarbeitung im Blockchain-Netzwerk verwendet. Insbesondere professionelle Miner und Institutionen schließen ihre Rechner zu sogenannten Pools zusammen, um die Rechenkapazität – und somit die Hash Rate – deutlich zu erhöhen und ein schnelles minen neuer Coins zu ermöglichen. 

Mining Hardware
Mining und die Hashrate

Technische Betrachtung der Hashrate 

Gemessen wird diese in der Einheit Hash pro Sekunde (H/s). Dabei gelten auch für sie die im technischen Bereich gängigen Umrechnungen: 

  • 1 H/s ist 1 Hash pro Sekunde
  • 1 kH/s sind 1.000 Hashes pro Sekunde
  • 1 MH/s sind 1.000.000.000 Hashes pro Sekunde
  • 1 GH/s sind 1.000.000.000.000 Hashes pro Sekunde
  • 1 TH/s sind 1.000.000.000.000.000.000 Hashes pro Sekunde
  • u.s.w.

Im Bitcoin-Netzwerk liegt die durchschnittliche Hash Rate bei 9,9 TH/s und sie wächst mit jedem neuen Miner, der sich dem Netzwerk anschließt, weiter an. Während des Mining-Vorgangs wird durch eine Reihe mathematischer Operationen versucht, den kryptischen Header eines Blockes zu entschlüsseln. Dabei werden durchaus unzählige Versuche benötigt, um die richtige Kombination zu finden. Je nachdem wie schnell ein Rechner bei diesem Vorgang ist, kann eine entsprechende Hash Rate ermittelt werden. 

Video: Hashfunktion einfach erklärt

Besondere Eigenschaften der Hashrate 

in der Regel sehen die Protokolle der Kryptowährungen bereits bestimmte Zeiten vor, die für das „Hashing“ eines neuen Blocks benötigt werden. Auch die Schwierigkeit und Prämie zur Erschließung eines neuen Blocks sind häufig bereits fest vorgesehen. Problematisch wird es nur, wenn sich kurzfristig eine Vielzahl neuer Miner dem Netzwerk anschließen. Demnach würde sehr schnell die Hash-Power eines Netzwerks ansteigen und neue Blöcke könnten in der Theorie deutlich schneller und unkontrolliert gemint werden. 

Um diesen Effekt entgegenzuwirken, haben die Entwickler eine Korrelation zwischen Hash-Rate und Schwierigkeitsgrad in den Protokollen integriert. Steigt die Anzahl der Miner im Netzwerk, erhöht sich analog der ebenfalls steigenden Hash-Power auch die Schwierigkeit und Zeit, um einen neuen Block zu erschließen. Dadurch soll eine gleichbleibend konstante Mining-Zeit erzielt werden. 

Hashrate-Verteilung unter den größten Mining-Pools
Hashrate-Verteilung unter den größten Mining-Pools @blockchain.com

Warum eine hohe Hashrate wichtig ist 

Unter Berücksichtigung der anpassbaren Schwierigkeitsstufe und Zeit beim Mining, stellt sich natürlich die Frage, warum Miner auf eine hohe Hash-Power abzielen und sich gar Pools aus etlichen leistungsstarker Rechner bilden sollten. Mit Blick auf die Eigenschaften der Hash-Power wird die Antwort schnell klar: ein hoher Hash-Wert ermöglicht mehr mathematische Operationen in der vorhandenen Zeit. Arbeiten beispielsweise eine Vielzahl Miner an einem Block, bekommt der mit der höchsten Hash-Rate und den meisten Berechnungen auch den größten Teil der Blockprämie. Unter Berücksichtigung dieses Fakts wird die hohe Bedeutung der Hash-Power bei der Erschließung neuer Blöcke noch einmal verdeutlicht.