E.ON Patent für Blockchain-basiertes Analysegerät von Verbraucherdaten

Der Energie-Riesen E.ON hat ein Gerät entwickelt, dass den Kunden die Möglichkeit bietet aus ihren Smart Device Rohdaten Geld zu machen. Das patentierte Analysegerät bringt Blockchain und Big Data zusammen, damit die Kunden endlich die volle Kontrolle über ihre produzierten Daten haben.

EON Future Lab Prototype
EON Future Lab Prototype @eon.com

E.ON reicht Patent für Blockchain Datenanalysegerät ein

In der heutigen digitalen Welt und im Zeitalter des Internet of Things sind Daten eines der wertvollsten Güter. Jeder produziert täglich Unmengen an Daten, ganz egal ob zu Hause oder unterwegs. Doch die meisten Menschen haben weder die Kontrolle über ihre gesamten Daten, noch können sie davon finanziell profitieren. Die Ingenieure bei E.ON Future Lab möchte ihren Kunden die volle Kontrolle über ihre Daten zurückgeben. Außerdem sollen die Kunden aus ihren Daten den Profit ziehen können, der ihnen zusteht – transparent, sicher und zuverlässig.

Der international tätige privater Energieversorger mit Hauptsitz in Essen reichte am 10.01.2018 einen Antrag für ein digitales Patent beim Europäischen Patentamt (Dokumentenlink) ein. Sie entwickelten ein innovatives Blockchain-basierten Datenanalysegerät. Wie das Unternehmen in der Pressemitteilung vom 19. Juli 2019 bekannt gab wurde der Antrag nun offiziell angenommen. In der Zwischenzeit konnte das Unternehmen den Prototypen vom deutschen Prüflabor SGS überprüfen und zertifizieren lassen. Es entspricht den internationalen Sicherheitsstandards.

Wie in der Pressemitteilung erklärt wird, ist das Gerät in etwa so groß wie ein 5 Euroschein. Es verwendet eine Reihe von Sensoren, die die Benutzerdaten aus verschiedenen Smart Devices im Haushalt erfassen können. Die Rohdaten werden von dem Datenanalyse-Gerät gesammelt und an den Data Analytics Account des Kunden weitergeleitet.

E-ON Digitalpatent Infografik
E-ON Digitalpatent Infografik @eon.com

Wie schützt E.ON die gesammelten Benutzerdaten?

Der Kunde hat die alleinige Kontrolle über seine Daten und nur er kann entscheiden, was mit diesen Informationen geschehen soll. E.ON betont explizit, dass auch sie ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden nicht auf die Daten zugreifen können. Der Data Analytics Account ist kryptografisch verschlüsselt, was ihn vor Hacking-Angriffen schützen soll. Möchte ein Kunde seine Daten verkaufen geschieht dies in 4 Schritten:

  1. Der Kunde gibt über seinen personalisierten Account eine Bestätigung ab, dass er Daten zur Verfügung stellen möchte.
  2. Er kann wählen welche Daten, zum Beispiel von welchem Gerät, er teilen möchte und Daten-Pakete erstellen.
  3. Über kündbare Smart Contracts auf der Blockchain wird der Handel mit den Daten zwischen dem Kunden und dem jeweiligen Unternehmen eingeleitet. Neben E.ON werden auch andere Partner des Unternehmens zur Auswahl stehen.
  4. Die Bezahlung wird ebenfalls über die Blockchain abgewickelt.

E.ON hat mit der Blockchain-Technologie eine Möglichkeit gefunden den Handel mit Big Data transparent und sicher zu machen. Damit können Kunden nun endlich auch von ihren produzierten Daten profitieren und dabei die volle Kontrolle behalten. Das Unternehmen plant die ersten Datenanalysegeräte bis zum Jahresende 2019 an Testkunden auszuliefern. Auf dem freien Markt wird das Gerät offiziell voraussichtlich bis 2020 zum Verkauf freigegeben.