Die Krisenwährung – Anleger nutzen Bitcoin als sicheren Hafen

Irankonflikt etabliert Bitcoin als Krisenwährung

Das neue Jahrzehnt startete gleich mit einigen politischen Turbolenzen. Während der erste Handelstag an den Finanzmärkten noch hohe Renditen bescherte, stand der zweite Handelstag im Zeichen der Katerstimmung. Doch was war passiert? Die gezielte Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff dominierte die internationalen Medien. Die Furcht vor einem militärischen Konflikt in der Golfregion sorgte anschließend für Verkäufe durch Aktieninvestoren, da diese einen rapiden Anstieg der Ölpreise befürchteten. Dementsprechend suchten die Anleger den Weg in sichere Vermögenswerte, die auch während Krisen attraktive Kursentwicklungen bieten. Von dieser Entwicklung profitierten zahlreiche Kryptowährungen – auch der Bitcoin als neue Krisenwährung.

Der Irankonflikt etabliert den Bitcoin-Kurs als Krisenwährung

Nach der Tötung von Kassem Soleimani droht der Konflikt zwischen der USA und dem Iran zu eskalieren. Unter den Börsenanlegern machte sich dementsprechend Verunsicherung breit – die Anleger suchten nach sicheren Anlagemöglichkeiten. So rutsche der wichtige DAX, welcher die 30 größten deutschen Unternehmen repräsentiert, unter die Marke von 13.000 Punkten. Im direkten Gegenzug verzeichneten die meisten Kryptowährungen einen rapiden Kursanstieg. Zu diesen sicheren Häfen gehörte auch Bitcoin. So konnte die beliebte Kryptowährung innerhalb kürzester Zeit die Marke von 8.300 US-Dollar überwinden.

Dabei zeigt diese internationale Krise, dass Bitcoin den Status eines hochspekulativen Digitalinvestments bereits überwunden hat. Vielmehr entwickelt sich der Kurs in Unabhängigkeit zu den klassischen Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten. Das digitale Gold ist zum sicheren Anker für Anleger geworden.

Chart des Bitcoin-Kurses @coinmarketcap
Chart des Bitcoin-Kurses @coinmarketcap

Korrelation zwischen Aktienindizes und Bitcoin nicht ausgeschlossen

Obwohl der Irankonflikt verdeutlicht, dass BTC aktuell eine geringe Korrelation zu den klassischen Aktienindizes aufweist, kann sich dieser Umstand in Zukunft noch ändern. Vielmehr ist es sogar denkbar, dass der Krypto-Sektor und die Aktienmärkte in Zukunft korrelieren. Dies liegt an der digitalen Transformation, bei welcher die Unternehmen ihre Geschäftsprozesse durch den Einsatz neuer Technologien nachhaltig verändern.

Sollten zahlreiche Geschäftsmodelle auf Krypto-Netzwerken basieren, so würde der Erfolg eines Unternehmens zwangsläufig auch mit dem aktuellen Kurs einer Kryptowährung korrelieren. Allerdings ist eine genaue Prognose zur weiteren Entwicklung nur schwer möglich.

„Die Möglichkeit, dass der Konflikt eskalieren könnte, belastet die Weltwirtschaft und gefährdet dadurch auch die Konjunktur in Deutschland. Ein verheerender Terroranschlag in einer westlichen Großstadt hätte massive wirtschaftliche Auswirkungen weltweit. Die Börsen sind zu Recht verunsichert.“ – Gabriel Felbermayr, IfW-Präsident

Gegenüber Reuters bestätigte der IfW-Präsident, Gabriel Felbermayr, dass die Gefahr einer Eskalation gegeben sei. Dabei sei es sogar möglich, dass es zu einem Terroranschlag in einer westlichen Metropole komme – die wirtschaftlichen Auswirkungen wären enorm.

Der Bitcoin-Kurs zwischen Spekulation und Krisenwährung

Bisher sahen die meisten Anleger und Experten in Bitcoin eher ein Spekulationsobjekt. Dabei ist die führende Kryptowährung längst über dieses Stadium hinausgewachsen. Bereits im vergangenen Jahr zeigte die Währung eine starke Wertentwicklung. Nachdem gegen Jahresende eine Korrektur einsetzte, sorgten die negativen Meldungen für schnelle Kursanstiege von bis zu sechs Prozent.

Diese Entwicklung machte sich jedoch nicht nur bei den Handelsvolumina bemerkbar, sondern auch bei der Hash Rate. Diese verzeichnet regelmäßig neue Höhen – so erst am 7. Januar. Außerdem konnten zahlreiche Altcoins ebenfalls von dieser Marktentwicklung profitieren. So notierten die meisten Währungen im Wochenverlauf mit mehr als 10 Prozent im Plus.

Nach dem iranischen Vergeltungsanschlag zeigt sich US-Präsident Donald Trump offen für Verhandlungen. Allerdings sehen Experten in dieser vorrübergehenden Waffenruhe einen Fehler, denn eine weitere Vergeltung der Iraner sei nicht ausgeschlossen. So hat die Regierung weitere Raketen in das Regierungsviertel Bagdads geschossen. Nichtsdestotrotz erwarten Experten keine weitere Eskalation während der Präsidentschaftswahl in den USA.

Fazit: Bitcoin präsentiert sich als Krisenwährung während des Irankonflikts

Das Jahr 2020 startete mit einer Eskalation im Irankonflikt. Dabei hat dieser aufgrund der versöhnlichen Haltung seitens Donald Trump ein vorläufiges Ende gefunden. Nichtsdestotrotz sind die Erkenntnisse hinsichtlich der Reaktion der Anleger und Investoren interessant. Während ein Großteil der Anleger sich von klassischen Aktien trennte, zeigte sich eine gegenläufige Entwicklung im Krypto-Markt.

Die Kurse von Bitcoin sowie zahlreichen Altcoins verzeichneten innerhalb kürzester Zeit hohe Wertzuwächse. Außerdem zeigt sich, dass Bitcoin wirklich eine vergleichbare Entwicklung wie Gold verzeichnet. So sorgte vor allem die Eskalation im Irankonflikt für steigende Kurse. Allerdings ist die weitere Eskalation nicht vollständig ausgeschlossen – Experten rechnen sogar mit weiteren Anschlägen.

Auch ich halte eine weitere Eskalation für möglich. Bereits in der Vergangenheit zeigte Trump, dass er politische Konflikte zur Lösungsfindung eskalieren lässt. So könnte das fehlende Atomabkommen sowie der Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs weiteres Eskalationspotenzial bieten.

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