Blockchain-Technologie kann digitale Wertschöpfungskette ermöglichen.

Digitale Wertschöpfungskette mit Blockchain-Anwendungen

Blockchain-Anwendungen im Supply-Chain-Management und wie die Blockchain-Technologie digitale Wertschöpfungsketten entstehen lässt. SCM steht für Supply-Chain-Management und umfasst den gesamten Prozess der Wertschöpfungskette eines Produktes. Vom Lieferanten für Rohstoffe bis zum Endkunden kann mit einem nachhaltigen Supply Chain Management der Fluss von Waren, Informationen oder Geld geplant, gesteuert und optimiert werden. Die Blockchain-Technologie kann digitale Wertschöpfungskette ermöglichen, bei der die Partner diese gemeinsamen Ziel haben:

  1. Den Kundennutzen zu erhöhen
  2. Die Ressourcen zu schonen und
  3. Die Prozesse zu optimieren
  4. Märkte wirtschaftlich mit Gütern zu versorgen

Unabdingbar zum Erreichen dieser Ziele ist dabei, dass entlang der gesamten Kette eine vollkommen lückenlose und transparente Echtzeitüberwachung stattfinden kann. Störungen, Nachfrageschwankungen oder Verzögerungen werden dabei über einheitliche Schnittstellen kommuniziert.

Blockchain-Technologie kann digitale Wertschöpfungskette ermöglichen

Rückverfolgbarkeit und Transparenz sind weitere wichtige Grundlagen für globale Geschäftsnetzwerke. Die Blockchain-Technologie unterstützt schon heute in zahlreichen Anwendungen den globalen Handel. IBM ermöglicht seinen Kunden entlang der gesamten Lieferkette ein Netzwerk, dass auf einer offenen und neutralen Blockchain-Plattform liegt.

Im gemeinsamen Hauptbuch werden das Gesamtbild und die Details jeder Transaktion verwaltet. Die globale Supply Chain Plattform ermöglicht einen effizienten, sicheren und vorhersehbaren Informationsaustausch. Das Programm TradeLens von IBM richtig sich vor allem an Endkunden von Versand- und Logistik-Ökosystemen und wurde in enger Kooperation mit dem Schifffahrtsriesen Maerks Moller entwickelt. Die Plattform wird seit Mitte diesen Jahres betrieben und ist noch nicht in die kommerzielle Phase eingetreten.

IBM, SAP und Tradeshift bieten Blockchain-Anwendungen für Supply-Chain-Management

Spediteure, Transport- und Logistikunternehmen, die Zollbehörden und Hafen- sowie Terminalbetreiber sind bereits in unterschiedlichen Formen dabei. Aktuell wird über die IBM Blockchain-Plattform bereits mehr als die Hälfte der weltweiten Seecontainerladungen abgewickelt. In der Zukunft dürfte auch der Anschluss der Finanzierungsplattformen von IBM zu erwarten sein.

Mit Tradeshift gibt es noch ein weiteres Projekt entlang der Supply Chain, dass die Blockchain-Technologie nutzt. Die webbasierte B2B-Plattform ist in 18 Sprachen verfügbar und gilt als die weltweit größte Handelsplattform für Unternehmen. Über 1,5 Millionen Unternehmen in 190 Ländern sind auf der Onlineplattform des Dänen Christian Lanng vertreten. Er hatte das richtige Gespür für die besten Anwendungsfälle der Blockchain als Innovation in der Lieferkette.

Auf dem gemeinsamen Hauptbuch besteht die Möglichkeit zur Rückverfolgbarkeit und eine absolute Transparenz. Beides Merkmale, die sichere und effiziente Geschäftstransaktionen sowie funktionierende Handelsbeziehungen in einer globalen Lieferkette ausmachen.

In diesem Jahr wurden auf der Blockchain-Plattform des ehemals kleinen Start-Ups bereits mehr als 500 Milliarden US Dollar an Transaktionswerten gelistet. Über einen Open-Source Zugriff haben Entwickler die Möglichkeit, Anwendungen für Drittanbieter auf der Plattform zu erstellen.

Digitale Wertschöpfungsketten erzeugen riesige Datenmengen für Big Data Analysis

Erste Untersuchungen haben ergeben, dass diese Daten in der Lage sind, eine der derzeitigen Schwächen von Maschinellem Lernen – die parallele Entscheidungsfindung, zu verbessern. Während das TradeLens Projekt von IBM und Maersk derzeit nicht als Open-Source Version angeboten wird, setzt Tradeshift mit seinem Forschungsprojekt Frontiers auf Innovationen von außen.

Auch SAP lässt bisher keinen externen Zugang zu und zeigt sich daher in Punkto Datentransparenz und Ausbaufähigkeit der Plattform nicht so überzeugend wie Tradeshift Frontiers. Unabhängig von ihrer Größe oder Rolle soll auf jedes Unternehmen die Möglichkeit haben, ins Netzwerk einzutreten. Das ermöglicht allen Handelspartnern mit den globalen Unternehmen und ihren digitalen Lieferketten gleichzuziehen.

Während in den ersten Jahren nach Gründung auf der Plattform vor allem Zahlungsanwendungen angeboten wurden, sind mittlerweile die Auftragsvergabe, die Lieferantenbindung sowie Finanzdienstleistungen möglich. Außerdem können Unternehmen kommerzielle Apps auf ihrer Business Commerce-Plattform anpassen. Mit Distributed-Ledger-Netzwerk kann die Blockchain-Technologie digitale Wertschöpfungskette ermöglichen und vor allem allen Beteiligten Effiziensteigerungen bescheren.

Unternehmen müssen in Blockchain-Anwendungen investieren

Grundsätzlich zeigt sich bereits in vielen erfolgreichen Projekten und Blockchain-Anwendungen, dass die Technologie ein enormes Potenzial für Lösungen entlang der Supply Chain besitzt. Lückenlose Nachverfolgung und das Tracking von Aufträgen und Transportwegen lässt sich nachhaltig verbessern.

Der Informationsaustausch über Abläufe bei der Produktion, die Lieferungen oder die Wartung von Produkten ist einfacher und damit effizienter möglich. Durch die Verfügbarkeit von neuen technischen Möglichkeiten innerhalb der Digitalisierung entstehen nicht nur positive Aspekte.

Gleichzeitig steigt der Innovationsdruck auf die Unternehmen, damit die gesamte Wertschöpfungskette langfristig effizient und damit wettbewerbsfähig bleibt. Die Blockchain-Technologie und ihre Netzwerktechnik ohne den zentralen Mittler muss dafür von allen Beteiligten in der Kette verstanden sein. Dazu gehört die Interaktion mit diesen Technologien und die Bereitschaft zur völligen Transparenz der unternehmensübergreifenden Prozesse.

Blockchain-Anwendungen und Konsortien forcieren SCM

Die Prozesskosten im Transport- und Logistikbereich sind teilweise doppelt so hoch wie im Gütertransport. Doch noch gibt es fehlendes Vertrauen in die digitalen Marktplätze und den Blockchain-basierten Lösungen. Die Koordination des gesamten Lieferantennetzwerks und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Partnern verlangt den Unternehmen einiges ab. Dazu kommt die Finanzierung für die Implementierung und die Prozessumstellung.

Großen Nutzen kann die Blockchain-Technologie nur dann haben, wenn jedes Unternehmen entlang der Supply-Chain bereit ist in Hardware und neueste Software zu investieren.

„Großen Nutzen kann die Blockchain auf jeden Fall haben, allerdings muss die Logistik, vor allem in IT, Infrastruktur und Management, Zeit und Geld investieren, bevor sie von der Technologie profitieren kann“, erklärt Jens Leveling Teamleiter Data Driven Logistics Fraunhofer IML, Dortmund.

Schon heute sind in vielen Unternehmen computergestützte Enterprise-Resource-Planning Systeme (ERP) sowie Supply-Chain-Management Software im Einsatz. Kunden können über digitale Versandhinweise bis zur Entsorgung viele Schritte entlang der Wertschöpfungskette einsehen.

Distributed-Ledger-Technologie kann digitale Wertschöpfungskette entstehen lassen

Die wirkliche Herausforderung steckt aber in dem Schließen von analogen Lücken zwischen den verschiedenen Systemen, die die Unternehmen einsetzen. Dazu kommt dass sich der Produktlebenszyklus stark verkürzt hat und die bisherig eindimensionale Lieferkette in ein Ökosystem mit hoher Variantenvielfalt entwickelt hat. Jede Datenquelle muss über Geräte, Eingabemasken oder Datensätze an der Wertschöpfungskette beteiligt sein.

Die steigenden Datenmengen überfordern schlichtweg die in den Unternehmen vorhandenen Systeme und zwingt sie zu neuen, individuellen Schnittstellen. Mit ihnen kann dann der nicht standardisierte Austausch von Informationen zwischen den Beteiligten erfolgen.

SAP bietet Open-Source Blockchain-Cloud für SCM an

Um die komplexen Prozesse zu vereinbaren, an denen mehrere Parteien beteiligt sind, müssen Unternehmern auf die Blockchain-Technologie und die Distributed-Ledger Lösungen umstellen. Eine mögliche Lösung ist die SAP-Cloud-Plattform-Blockchain-Service, die als Blockchain-as-a-Service (BaaS) angelegt ist.

Das Weltwirtschaftsform geht davon aus, dass bis 2027 10% des weltweiten Bruttoinlandproduktes in Blockchain gespeichert sein wird. Die Blockchain-Werkzeuge will SAP ins bestehende Produktportfolio integrieren und bietet auf Pilotbasis Kunden in zahlreichen Branchen bereits neue Funktion auf Blockchain-Technologie an. Mit den Blockchain-Datensätzen werden Dokumenten zwischen den Beteiligten in Echtzeit ausgetauscht und die Zollabfertigung effizienter gemacht.

Auch in der Pharmaindustrie gibt es Ansätze, wie etwa bei dem Co-Innovationsprojekt von SAP mit Boehringer Ingelheim über die Prüfung der Echtheit von Arzneimitteln und die Bekämpfung von Plagiaten. Die Blockchain-Technologie ermöglicht hier eine digitale Wertschöpfungskette, bei der die Sicherheit für Patienten und Verbraucher im Vordergrund steht. .

IBM nutzt Blockchain-Anwendungen für digitale Wertschöpfungskette in Verbindung mit KI

Bei IBM ist es das Produkt der Sterling Supply Chain Suite, mit der die Lieferketten dynamisch, reaktionsfähig und transparent wird. Die offene integrierte Plattform lässt sich problemlos mit dem Lieferantenumfeld verbinden. Die Software nutzt bereits KI-gestützte Analysen, um kritische Probleme in Echtzeit verstehen, priorisieren und lösen zu können.

Die Anwendungen werden unter anderem von einer globalen Community entwickelt. Dafür ist das Open-Source-Programm mit einer Bibliothek und Wissensressourcen ausgestattet. Derzeit umfasst das Angebot vor allem die Bereiche

  • Lieferantenverwaltung
  • Bestandsmanagement und
  • Auftragsverwaltung

Dazu sind zwei Features freigeschaltet für den Bereich der Logistik und der Bestandsoptimierung.

Blockchain-Technologie forciert digitales Ökosystem

Vorteilhaft ist, dass die Blockchain-Technologie als dezentrales und verteiltes Netzwerk fungiert, bei der alle Informationen über einen ganzen Produktlebenszyklus festgehalten werden. Dazu kann jeder Netzwerk-Partner diese Informationen nachvollziehen und besitzt eine Kopie all dieser Informationen.

Das Konsortium wird eine wesentliche Rolle für die Supply-Chain der Zukunft spielen. Die Teilnehmer der Partnerschaft führen einen verstärkten Wissensaustausch und das führt zu Synergieeffekten. Innovationen werden stattfinden und das gesamte Netzwerk wird von der Effizienzsteigerung profitieren.

Dem steigenden Kostendruck können Konsortien mit einer Vereinfachung ihrer Prozesse und Systeme entgegenwirken. Das initiale Investment verteilt sich auf mehrere Parteien und durch die Zugriffsverwaltung ist der Schutz der Daten in der Blockchain gewährleistet. Jede nachträgliche Veränderung wird mit einem Hash-Wert eindeutig sichtbar gemacht, was zu einer Reduzierung von Betrug führt.

Fakt ist: Blockchain-Technologie kann digitale Wertschöpfungskette ermöglichen und für Transparenz und Sicherheit sorgen. Sie steigert die Effizienz von Prozesse und führt zu Innovationen entlang der Supply-Chain.

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