Bitfinex und Tether: 18,5 Millionen US-Dollar für Beilegung von Verfahren

Bitfinex und Tether beenden mit einer Vergleichszahlung in Höhe von 18,5 Millionen US-Dollar ein zwei Jahre andauerndes Verfahren wegen Betrugsverdachts. Das teilte das Büro der New Yorker Generalstaatsanwältin Letita James in einer Erklärung mit. Die Kryptobörse und der Herausgeber des Stablecoin Tether sehen ihrerseits kein Fehlverhalten ein und waren daher zu der Zahlung der Vergleichssumme bereit. Zusätzlich erhielten die beiden Unternehmen eine Reihe von Auflagen, unter anderem wurden alle Handelsaktivitäten in New York untersagt.

Zwei Jahre andauernde Klage gegen Bitfinex und Tether findet ein Ende

Ende April 2019 veröffentlichte der oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates New York ein Gerichtsdokument, in dem Generalstaatsanwältin Letitia James der Muttergesellschaft von Bitfinex und Tether, iFinex Inc., vorwirft Gelder veruntreut zu haben.

Bitfinex und Tether unter Anklage wegen Veruntreuung

Hauptanklagepunkt der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft war eine mögliche Vertuschung von Liquiditätsengpässen der Kryptobörse Bitfinex, die mit Kreditzahlungen durch Tether im November 2018 überbrückt wurden. Die Zahlungen sollen über die Crypto Capital Corp. in Panama gelaufen sein und insgesamt 650 Millionen US-Dollar betragen haben. Die Gesamtsumme der Veruntreuungen sollen sich auf rund 850 Millionen US-Dollar belaufen.

Laut Aussage von Bitfinex sollten die Darlehen der Tether Limited dafür sorgen, dass Auszahlungen an Kunden der Kryptobörse weiterhin gewährleistet werden konnten. Bitfinex sei überhaupt erst in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nachdem Regierungsbehörden der Länder Portugal, Polen und den USA Gelder des Zahlungsabwicklers Crypto Capital beschlagnahmt hatten. Bitfinex versucht seitdem eine Freigabe der Gelder zu erwirken.

“A Stablecoin Without Stability” – hatte Tether zeitweise keine 1:1-Deckung mit US-Dollar?

Mit der Darlehenszahlung an die Schwesterfirma Bitfinex soll laut Staatsanwältin James auch die Deckung des Stablecoins ins Wanken geraten sein. Nach Aussagen von Tether ist jeder USDT-Coin Eins-zu-Eins mit US-Dollar gedeckt. Wurde dies schon früher von kritischen Stimmen angezweifelt, war für die Generalstaatsanwaltschaft nach der Bitfinex-Überweisung im November 2018 keine Deckung mehr gegeben. In dem Statement zur Einigung mit iFinex bezeichnet James Tether daher als “Stablecoin ohne Stabilität”.

Die Tether Limited gibt mit USDT einen Krypto-Coin aus, der fest an den US-Dollar gekoppelt sein soll. Durch den Verbund mit einer Fiatwährung unterliegt der Coin nicht so starken Kursschwankungen. Kryptowährungen wie Tether nennt man daher auch Stablecoins.

Transparenz Verpflichtung positives Signal für Krypto-Anleger

Laut der Vereinbarung mit der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft, verpflichten sich Bitfinex und Tether zu mehr Transparenz gegenüber staatlichen Institutionen und der Öffentlichkeit. Dieser Punkt ist wichtig, da Tether als Stablecoin Anlegern garantiert, dass USDT durch entsprechende Rücklagen zu einhundert Prozent gedeckt ist. Es ist also vor allem im Interesse der Anleger, dass das Unternehmen seine Geschäfte, auch mit der eigenen Schwesterfirma, öffentlich macht und jederzeit eine Deckung der Kryptowährung nachweisen kann.

Daher ist die Einigung auf die Veröffentlichung von Quartalsberichten für einen Zeitraum von zwei Jahren ein richtiger und wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz. Gerade, weil USDT aus der Kryptowelt nicht mehr wegzudenken ist und viele Anleger auf den Coin für den Kauf von Kryptowährungen zurückgreifen.

Erleichterung bei Bitfinex und Tether über Einigung

Derweil zeigen sich Bitfinex und Tether erleichtert über den Ausgang der Gespräche mit dem Büro der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft. In einem Statement auf der Webseite von Bitfinex schildert das Unternehmen kurz und bündig seine Sichtweise der Anklage. Demnach soll die Vergleichszahlung als Entgegenkommen gesehen werden, die Angelegenheit endlich hinter sich zu lassen und sich fortan auf das Kerngeschäft zu fokussieren.

Bitfinex and Tether are pleased to have reached a settlement of legal proceedings with the New York Attorney General’s Office. Under the terms of the settlement, we admit no wrongdoing. The settlement amount we have agreed to pay to the Attorney General’s Office should be viewed as a measure of our desire to put this matter behind us and focus on our business. […]

Fazit: Mehr Transparenz und weniger Skandale

Die Einigung zwischen New Yorker Generalstaatsanwaltschaft und iFinex dürfte vorerst für Ruhe sorgen und klar im Interesse von Bitfinex und Tether sein. Anleger können ebenso aufatmen, dass es mit Tether weiter geht. Mittlerweile hat USDT einen festen Platz unter den Top 5 der größten Krypto-Coins und ist ein wichtiger Bestandteil vieler Kryptoinvestment-Portfolios.

Standen Muttergesellschaft und Tochterfirmen bisher ständig in der Kritik, hoffen wir nun auf weniger Skandale und mehr Transparenz!

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