Bargeld und Blockchain – geht das gut?

Bargeld und Blockchain

Geld erleichtert das Leben und die Menschen vereinen positive Assoziationen mit dem Bargeld. Wer es hat, ist glücklicher, freier, gesünder, hübscher oder unabhängiger. Wer kein Geld hat, hat Sorgen, blickt in eine unsichere Zukunft und kennt das Wort Verzicht nur zu gut. Bargeld und Blockchain klingt auf den ersten Blick wie ein Gegensatz. Doch tatsächlich kann die DLT die Prozesse der Bargeldbeschaffung weitaus effizienter machen.

Geld, Bargeld, Blockchain und Kryptowährungen

Beim Thema Geld geht es nicht alleine um das Bargeld. Das Buchgeld, welches wir von Banken und unseren Konten kennen, hat eine ebenso große Bedeutung und garantiert die Handelsfinanzierung, die globalen Finanzströme, die wirtschaftliche Freiheit und vieles mehr.

Die Rolle von Geld ist jedem Bankkunden klar, doch auch wenn es keine Unterschiede in den Werten gibt, so ist das Buchgeld eben jenes Geld, dass von außen viel stärker manipulierbar ist. So etwa durch Negativzinsen, Strafzinsen oder Überziehungsgebühren.

Die Blockchain und ihr disruptiver Charakter rücken ins Blickfeld von Zentralbanken und Finanzautoritäten. Die Technologie kann Digitalwährungen ermöglichen, eine dezentrale Währung erzeugen sowie verwalten und damit ein Buchgeld erstellen.

Im Zusammenhang mit der möglichen Beteiligung der EZB an der CBDC, Central Bank Digital Currency, sorgt der Aufschwung digitaler Währungen für viel Gesprächsstoff. Ein digitaler Euro wird offen diskutiert und einige sehen gar das Ende des Bargelds kommen. Gleichzeitig führen die neuen Währungen rund um den Bitcoin zu weniger Vertrauen in das Buchgeld.

Digitale Payment-Lösungen sind schon lange kein reines Online-Thema mehr sind. Im stationären Handel befinden sich digitale Bezahldienste ebenfalls auf dem Vormarsch, insbesondere Apple und Google preschen in diesem Segment voran, indem sie u.a. bargeldloses Bezahlen via Smartphone ermöglichen. Quelle

Digital Payments in Deutschland

Die Deutschen lieben das Bargeld und liegen damit im Trend weit hinter ihren europäischen Nachbarn. Bei einer länderübergreifenden Studie zu Mobile Payment kam PWC zu dem Ergebnis, dass die Deutschen im internationalen Vergleich wesentlich seltener mobile Zahlverfahren nutzen als die Menschen in anderen europäischen Ländern.

Nur rund 25 % der Befragten über alle Altersgrenzen hinweg nutzen regelmäßig oder ab und zu mobile Lösungen über Smartphone oder Tablet zum Bezahlen. In der Türkei dagegen liegt diese Zahl bei über 60 %, in den Niederlanden und Belgien bei rund 50 % und in Österreich und der Schweiz immerhin noch bei ca. 35 % der Befragten.

2021, so Statista.de, sollen die Anbieter für Digital Payments rund 64,6 Millionen Nutzer verzeichnen, was einem Zuwachs von 3,5 % zum Vorjahr entsprechen würde. Das Transaktionsvolumen steigt den Experten nach sogar um über 20 % auf dann 115.078 Millionen Euro.

Das nicht mehr Bundesbürger auf digitale Zahlungsdienste zurückgreifen, liegt vor allen an Sicherheitsbedenken. Denn 77 % der Befragten haben Sorge vor einem Missbrauch, etwa durch den Diebstahl des Handys, oder Angst vor zu viel Transparenz ihres Käuferverhaltens. Vertrauen genießen vor allem die etablierten Banken, allen voran die Hausbank.

Mit Einführung der Blockchain und der sich daraus ableitenden Einsatzmöglichkeiten ändert sich auch das Verhalten der Deutschen zu Bargeld. Trotz der kulturellen Prägung und der negativen Einflüsse durch die Weltwirtschaftskrise 1923 steht die heutige Freiheit bei den Bezahlmöglichkeiten für technologischen Fortschritt und eine neue Flexibilität im Komsumverhalten. Doch vor allem Datenschützern ist diese Entwicklung ein Dorn im Auge. Erst recht, wenn es um Kryptowährungen und Blockchain geht.

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Datenschutz trotz digitaler Währungen?

Wann immer wir bargeldlos, also unbar, bezahlen, hinterlassen wir Spuren. Digitale Spuren und Daten, die Auskunft über unser Verbraucherprofil geben. Diese Daten könnten kommerziell genutzt werden oder Dritten in die Hände gelangen.

Das bargeldlose Zahlen wird häufig mit fehlender Anonymität gleichgesetzt. Während Bargeld von vielen als optimales Medium zum datenschutzkonformen Bezahlen angesehen wird.

Leider gilt Bargeld auch bei Kriminellen als begehrte Beute und illegale Geschäfte sowie Transaktionen lassen sich hervorragend mit den Papierscheinen abwickeln. Allerdings konzentrieren sich Kriminelle längst nicht mehr nur auf Bargeld.

Denn trotz einer transparenten Datenkette, der Blockchain, und ihrer Möglichkeit zur inkorrumpierbaren Speicherung von Transaktionen gelten Kryptowährungen zunehmend als bevorzugtes Medium im Bereich der Cyberkriminalität.

Bargeld gibt Freiheit, Flexibilität und volle Kontrolle über die Ausgaben. Digitalisiertes Buchgeld hingegen sehen Finanzexperten als das Ende der finanziellen Privatsphäre, bei der das Individuum nur noch eingeschränkte Verfügungsmacht über sein Vermögen besitzt.

Jeder Bürger kann frei über sein Geld verfügen. Doch kommen Zentralbanken in die Position, sich auch in digitale Vermögen einmischen zu dürfen, dann stehen Negativzinsen, Abschläge oder Gebühren im Raum. Dafür benötigt es jedoch einen rechtlichen Rahmen, denn es handelt sich hierbei um einen Eigentumseingriff, der im deutschen Rechtssystem nur unter engen Vorgaben erlaubt ist.

Was ist die finanzielle Privatsphäre wert?

Privatsphäre ist ein hohes Gut und wird in Deutschland genauso wie in der gesamten EU mit besonders strengen Regelungen überwacht. Das ist auch für die finanzielle Privatsphäre so. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als der Bitcoin auftauchte und damit die Kryptowährungen publik wurden. Private Transaktionen durchführen zu können, gehört für viele Menschen zu den Grundrechten und die sind unantastbar.

Schaut man sich die bargeldlose Gesellschaft an, dann ist jedoch schnell klar, dass ohne die digitalen Währungen die Privatsphäre auf der Strecke bleibt. Jede digitale Finanztransaktion hinterlässt natürlich ihre Spuren im Internet. Auch wenn das bei den Kryptowährungen nicht vollständig anonymisiert ablaufen kann, so beharren die Verfechter darauf, dass die finanzielle Privatsphäre ein fundamentales Menschenrecht ist.

Anonymität wird häufig mit etwas Schlechtem impliziert. Dabei geht es letztendlich nur darum, individuelle Informationen über sich selbst privat zu halten. Die Verschlüsselungen auf der Blockchain bringen in der zunehmend überwachten Welt gesellschaftliche Vorteile mit sich.

Würden wir das Bargeld abschaffen, würden alle Transaktionen über Finanzinstitute abgewickelt werden. Diese agieren als Intermediäre und sind in ihrer Natur der Überwachung und Kontrolle unterworfen. Jede Transaktion, die über einen Dritten abläuft, büßt an Privatsphäre ein. Die Vermeidung von Intermediären sorgt für mehr Effizienz und Komfort. Was kostet uns das Bargeld?

Die finanzielle Freiheit hat ihren Preis. Und den bezahlt am Ende der Verbraucher. Über den Handel und die Banken werden die hohen Kosten für das heutige Bargeldsystem wieder reingeholt. Die volkswirtschaftlichen Kosten in Deutschland liegen Studien zufolge bei rund 8 Mrd. Euro pro Jahr.

Die finanzielle Freiheit von Bargeld ist teuer

Kostentreiber sind vor allem die Geldautomaten, sie arbeiten meist nicht gewinnbringend. Eine marktgerechte Bepreisung ist nicht durchsetzbar und scheitert auch an der gestiegenen Konkurrenz im Bankenmarkt.

Grund für die hohen Kosten sind Prüfprozesse, die häufig noch manuell durchgeführt werden und der allgemein niedrige Grad der Automatisierung. Dazu kommen die Kosten für den Transport und die Sicherheit. Betrachtet man die volkswirtschaftlich relevanten Aufwendungen, dann sind hier vor allem die Herstellung und Vernichtung von Geldscheinen vorne dabei.

Statistisch gesehen wechselt ein Geldschein bis zu seiner Vernichtung durchschnittlich 144 Mal seinen Besitzer. Innerhalb dieser Zeit wird der Schein sechsmal bei der Deutschen Bundesbank geprüft. In den Geldautomaten lagern zu jedem Zeitpunkt statistisch betrachtet übrigens rund 3 Milliarden Euro an Bargeld.

Wertpapiertransporteure, Betreiber der Geldautomaten, die Banken und andere am Bargeldkreislauf beteiligten Akteure sind an einer effizienteren und kostengünstigeren Ausgestaltung der Prozesse interessiert. Vor allem das Geldautomatensystem sorgt für eine defizitäre Versorgung mit Bargeld.

Die Finanzbranche kalkuliert die laufenden Kosten für den Betrieb eines Geldautomaten mit durchschnittlich 25.000 €. Jede Abhebung in Deutschland kostet laut “Bargeld, Bargeldversorgung und Blockchain” von Jochen Werne 2,13 €. Problematisch ist vor allem die Versorgung mit Bargeld auf dem Land.

Senkt Blockchain die Kosten für das Bezahlen?

Die Abstimmung der einzelnen Akteure untereinander bietet zahlreiche Schnittstellen für Optimierungen. Genau hier kann die Blockchain als innovative Technologie für mehr Effizienz sorgen. Die Abstimmungen der zahlreichen Parteien innerhalb und außerhalb des Bargeldkreislaufes bietet ideale Datenstrukturen, um ein Shared-Ledger wie die Blockchain einzusetzen.

So können potenzielle Fehlerquellen gefunden und Ineffizienzen aufgedeckt werden. Das würde gleichzeitig zu einer niedrigeren Kapitalbindung in den Geldautomaten führen und für eine Optimierung der Bestände sorgen.

Die lückenlose, nicht manipulierbare Kommunikation und Datenspeicherung auf der Blockchain bewirkt einen sinkenden Abstimmungsbedarf. Banken könnten sich folglich auf die Belange ihrer Kunden konzentrieren und ihr Servicelevel erhöhen. Um die Fortführung der Bargeldversorgung zu gewährleisten, muss das Bereitstellen des Bargeldes für Kunden aber rentabel für die Banken sein.

Die Senkung der Bereitstellungskosten ließe sich mit Anwendungen auf Basis von Blockchains umsetzen. Denkbar sind verschiedene Ansätze, bei denen mehrere Banken Geldautomaten gemeinsam betreiben oder die lückenlose Nachverfolgung von Bargeld in den Automaten.

Für beide Lösungen ist die Blockchain ideal geeignet. Denn sie bietet Transparenz, Sicherheit und die Verbindung mehrerer Teilnehmer über ein Netzwerk. Bargeld und Blockchain können zusammen für vollautomatische, schnelle und sichere Transaktionen sorgen und die Versorgung mit Bargeld für alle Bürger sicherstellen.

Zuletzt sind auch die Möglichkeiten zur besseren Bedarfsermittlung zu nennen. Denn hier kann die Blockchain über das aufgebaute Netzwerk mit allen Akteuren den tatsächlichen Bedarf an Bargeld ermitteln und anpassen. Das würde folglich die physischen Geldtransporte optimieren und damit Risiken mindern.

Fazit: Blockchain senkt die Betriebskosten

Bis zu 20 % weniger Betriebskosten könnten mit der Blockchain für die Infrastruktur von Geldautomaten eingespart werden. Die Prozessoptimierung bringt Potenziale im Cash-Recycling und den Füllständen, was wiederum die Anzahl der Transporte minimiert.

Die kostendeckende Versorgung für jeden Bürger mit Bargeld liegt jedoch im berechtigten Interesse von Staat und Gesellschaft.

Das Anliegen der Banken ist die kostendeckende Bargeldversorgung. Bringt man nun alle Beteiligten in ein Netzwerk und nutzt das Netzwerk einer Distributed-Ledger-Technologie wie die Blockchain, dann zeigen sich klare Vorteile gegenüber dem bisherigen zentralisierten System der Bargeldversorgung in Deutschland.

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