ABB Blockchain-Pilot für den Solarenergiemarkt

Das internationale Elektrotechnologieunternehmen ABB hat jüngst einen Blockchain-Piloten gestartet. Im Zuge des Tests untersucht das Unternehmen, wie die Technologie die Rolle der Solarenergie im Peer-to-Peer-Energiehandel sowie in Energienetzen fördern kann. 

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Blockchain beeinflusst Zukunftsprojekte bei ABB

Wie ABB im Rahmen eines Interviews mit dem Medienunternehmen PV Tech am 16. Mai 2019 bekannt gab, hat das Unternehmen nun ein Blockchain-Pilotprojekt gestartet. Im Zuge des neuen Projekts untersucht das Unternehmen den Einfluss der Blockchain-Technologie auf die Rolle der nachhaltigen und umweltfreundlichen Solarenergie. Deren Rolle im gesamten Energiemarkt soll durch Peer-to-Peer-Geschäfte und Energienetze steigen. 

Des Weiteren gab ABB im Rahmen der Intersolar Exhibition bekannt, dass die Blockchain mittlerweile mehr als ein Trendbegriff sei. Hierbei handele es sich um eine Technologie, die nunmehr die Ausrichtung langfristiger Projekte beeinflusse. Bei der Entwicklung hat der Konzern mit dem italienischen Energie-Aggregator Evolvere kooperiert. Beide Unternehmen haben in Zusammenarbeit die Blockchain-basierte Plattform Prosume entwickelt. Mithilfe von Prosume lassen sich transparente und sichere Transaktionen zwischen einzelnen Peers realisieren. Folglich fokussieren sich die Unternehmen im Zuge des Projekts auf die eigenen Kompetenzen, sodass ABB vor allem die eigenentwickelten Wandler und Evolvere die entsprechenden Digitalkompetenzen einbringt. Durch die Kombination der beiden Kompetenzen möchten die Unternehmen den Markt der Smart Grids transformieren. 

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Projekterfolg könnte Transformation beschleunigen 

Wie die ABB-Vertreter im Rahmen des Interviews mitteilten, könne ein erfolgreicher Verlauf des Pilotprojekts den langfristigen Wandel beschleunigen. Infolgedessen trägt der Einsatz von Blockchain-basierten Wechselrichtern dazu bei, dass Versorgungsunternehmen, Aggregatoren und Energieversorger die Investitions- und Betriebskosten maßgeblich reduzieren können. Hierdurch entwickeln sich die Business-Cases für nachhaltige Energiequellen schneller und könnten somit den langersehnten Durchbruch schaffen. Insbesondere bei einem positiven Projektverlauf plant das Unternehmen die Aufrüstung sämtlicher Wandler. Demzufolge erhalten diese ein Update, sodass eine Verbindung zur Blockchain möglich ist. 

Giampiero Frisio, Leiter des Smart-Power-Bereichs bei ABB, sieht als Ausgangspunkt des Projekts den Kunden. Insbesondere in den vergangenen Jahren habe sich das klassische Konsumentenprofil eklatant verändert. Demnach prüfen Verbraucher, die ihre eigene Energie produzieren – diese werden als Prosumer bezeichnet – vermehrt die Möglichkeiten zur Zurückführung überschüssiger Energie in das Stromnetz. Vor allem der Verkauf der Energie an Nachbarn, Gemeinden und dem Gesamtmarkt liege im Interesse der Prosumer. Laut Frisio hat das Evolvere-Projekt dazu beigetragen, dass ABB tragfähige und belastbare Lösungen für den sich ändernden Markt entwickeln und dabei die Dynamik und regulatorischen Anforderungen berücksichtigen konnte. Folglich blicke das Unternehmen bereits heute mit Freude in eine innovativere Zukunft. Auch Leonardo Botti, Bereichsleiter für das Produktmanagement bei ABB, sieht in der Blockchain-Technologie eine wichtige Zukunftstechnologie, die unbedingt berücksichtigt werden muss. Es sei demnach ein klarer Trend am Markt erkennbar und nahezu alle Energieunternehmen legen den Fokus auf diese Technologie. 

ABB fördert Zukunftsprojekte 

Insgesamt zeigt ABB, dass das Unternehmen die Relevanz der neuen Technologie realisiert hat. Folglich partizipiert der Konzern bereits heute in zahlreichen Projekten für smarte und erneuerbare Energien. Vielmehr die Bereiche Smart Gas und Elektromobilität spielen hierbei eine tragende Rolle. Mit Geschäftszweigen in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Australien gehört das Unternehmen zu den größten Energieunternehmen der Welt. 

Gesamtheitlich betrachtet gewinnt die Blockchain-Technologie im Energiemarkt eine stark steigende Relevanz. Im Mai hat das Blockchain-Startup Data Gumbo Corp rund sechs Millionen Dollar von führenden Energieunternehmen erhalten. Die Investoren erwarten, dass die Blockchain-as-a-Service-Plattform des Unternehmens die Öl- und Gas-Supply-Chain nachhaltig verändern könnte – im Fokus steht die Beseitigung von Streitigkeiten und Automatisierung von Zahlungen.