WhatsApp steht vor der Einführung digitaler Zahlungen in Indonesien

Der zum Facebook-Konzern gehörende Nachrichtendienst WhatsApp plant die Einführung eines digitalen Zahlungsdienstes in Indonesien. Demnach soll sich das Unternehmen in Verhandlungen mit mehreren Anbietern für digitale Zahlungen sowie mit einer staatlichen Bank befinden. Hierdurch möchte der Nachrichtendienst an dem starken Wachstum des indonesischen e-Commerce-Sektors teilhaben. 

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WhatsApp forciert Gespräche mit Zahlungsanbietern

 Aus einer Pressemitteilung vom 20. August 2019 geht hervor, dass der zum Facebook-Konzern gehörende Nachrichtenservice WhatsApp eine eigene Digitalwährung in Indonesien einführen möchte. Dementsprechend finden zum aktuellen Zeitpunkt auch Gespräche mit mehreren indonesischen Zahlungsanbietern sowie einer staatlichen Bank statt. Mithilfe einer digitalen Kryptowährung möchte das Unternehmen am stark wachsenden e-Commerce-Geschäft des Inselstaates partizipieren. 

Durch diese Planung könnte Indonesien zum zweiten Land avancieren, in dem der Nachrichtendienst einen solchen Service einführt. Zuvor hat WhatsApp einen ähnlichen Service in Indien eingeführt – für diesen fehlt weiterhin die Freigabe der Regierung. Allerdings verfolgt das Unternehmen in Indonesien einen komplett anderen Ansatz. Statt direkte P2P-Transaktionen zu unterstützen, sollen digitale Wallets mithilfe von Lizenzen unterstützt werden. Folglich kann das Unternehmen auf diese Weise auch die harten regulatorischen Anforderungen der Regierung umgehen. Insofern sich das Geschäftsmodell als Erfolg herausstellt, ist auch eine Ausweitung auf andere Länder möglich. Hierbei stehen die jeweiligen regulatorischen Anforderungen der Regierungen im Fokus der Entscheidung. 

Indonesisches Modell als Blaupause für andere Märkte 

Das große Interesse an Indonesien kommt dabei nicht von ungefähr, denn das Land ist die größte Volkswirtschaft Südostasiens und beheimatet mehr als 100 Millionen WhatsApp-Nutzer.  Experten erwarten bis 2025 eine Verdreifachung des e-Commerce-Marktes auf rund 100 Billionen US-Dollar. Nichtsdestotrotz existieren in diesem asiatischen Staat harte Regulationen für digitale Währungen. 

Dementsprechend befindet sich WhatsApp in fortgeschrittenen Verhandlungen mit zahlreichen digitalen Zahlungsanbietern. Hierzu gehören etwa der Ride-Hailer Go-Jek, das Mobile-Payment-Unternehmen DANA sowie das FinTech Startup OVO. Die konkreten Deals mit den drei Unternehmen stehen dem Vernehmen nach kurz vor dem Abschluss. Weiterhin der Facebook-Konzern direkt auf die staatliche Bnak Mandiri zugegangen, da diese eine Wallet betreibt. Nach der Ankündigung Marc Zuckerbergs zur Einführung digitaler Zahlungsmittel ist das Vorgehen der von Facebook betriebenen Plattform nachvollziehbar. Auf Rückfragen hat bisher keiner der potenziellen Kooperationspartner reagiert und lediglich auf die Verschwiegenheit gegenüber eventuellen Geschäftspartnern verwiesen. Außerdem sollte der Service erst zum Ende des Jahres 2019 live gehen, da WhatsApp einen Go-Live nach dem Start des indischen Service plante. Nichtsdestotrotz benötigt die Plattform vor dem offiziellen Start eine Bestätigung durch die Finanzaufsichtsbehörde Indonesiens. Diese habe sich bisher nicht zum geplanten Vorgehen geäußert.