Visa ermöglicht mit LucidiTEE die Orchestrierung sensibler Daten

LucidiTEE - die Lösung für das Missvertrauen der Finanzbranche

Der Betreiber des größten Kartenzahlungsnetzwerks der Welt, Visa, hat ein Blockchain-System zur Übertragung von Kundentransaktionsdaten entwickelt. Dieses System soll eine verbesserte Übertragung sämtlicher kundenspezifischer Transaktionsdaten an Finanzanwendungen für Endverbraucher gewährleisten. Das entsprechende System haben die Entwickler des Forschungs- und Entwicklungsbereichs bei Visa unter dem Projektnamen LucidiTEE entworfen.

LucidiTEE ermöglicht Kunden eine bessere Datenkontrolle

Der Forschungs- und Entwicklungsbereich von Visa hat ein neues Blockchain-System entworfen, welches eine sichere Übertragung von kundenspezifischen Daten ermöglicht. Im Fokus des Systems stehen dabei vor allem Finanzapplikationen wie Mint oder Credit Karma. Diese Applikationen benötigen sensible Kundendaten, um den eigenen Service anzubieten.

Laut dem veröffentlichten Paper handelt es sich beim entwickelten Blockchain-System um LudiciTEE. Weiterhin beschreiben die Forscher das Systems als Plattform zur Freigabe vertraulicher Daten in einer Blockchain. Dementsprechend lassen sich alle personenbezogenen Daten in einer vertrauenswürdigen Ausführungsumgebung – der Blockchain – zusammenführen. Auch der Einsatz historienbasierter Richtlinien trägt zur Sicherheit des Systems bei und sorgt dafür, dass jede Partei eine Ausgabe der Berechnung erhält.

Im ersten Schritt stellt LucidiTEE den Datenaustausch zwischen Kunden und Finanzapplikationen sicher. Dabei kann die Plattform für etablierte Aggregatoren wie Plaid, Finicity und Envestnet Yodlee zum Problem avancieren.

Neue Plattform unterstützt bei der Entwicklung neuer KI-Algorithmen

Des Weiteren kann das neue Blockchain-System die Banken auch bei der Betrugsprophylaxe unterstützen. Dabei spielt vor allem das maschinelle Lernen eine tragende Rolle. Auch Apps zur Erfassung von Finanzdaten ließen sich durch die neue Plattform bekämpfen. Diese Applikationen generieren insbesondere durch den anonymisierten Verkauf der Kundendaten an Unternehmen ihren Umsatz.

Außerdem verdeutlicht das Paper, dass LucidiTEE das erste System sei, welches es mehreren Parteien ermöglicht, gemeinsam große Datenmengen zu berechnen und gleichzeitig die Einhaltung von Richtlinien, auch wenn die Eingabeanbieter offline sind, sowie die Fairness gegenüber allen Ausgabeempfängern zu gewährleisten.

Bereits in der jüngeren Vergangenheit hat sich Visa als starke Marke im Bereich der Blockchain-Technologie positioniert. Einerseits kooperierte das Unternehmen mit der Libra Association – trat jedoch kurzfristig als Kooperationspartner zurück. Weiterhin hat das Unternehmen in Kooperation mit dem Blockchain Startup Chain einen eigenen B2B-Zahlungsdienst entwickelt. Dieser soll internationale Geschäftstransfers ohne die Involvierung langsamer Korrespondenzbanknetzwerke ermöglichen.

Visa setzt bei der weiteren Forschung auf die Konkurrenz

Außerdem stellt Visa Research sämtliche Arbeiten über die Sicherheits- und Kryptografiefunktionen der Community zur Verfügung. Dementsprechend haben auch konkurrierende Unternehmen die Möglichkeit, in direkte Konkurrenz zu treten und die Forschungen voranzutreiben. Nichtsdestotrotz sichert sich Visa durch diese Maßnahme das geistige Eigentum an den technologischen Entwicklungen.

Zudem erfolgten erste Tests des Systems auf den Blockchains von Tendermint und Hyperledger Fabric. Allerdings lässt sich das System auch in einer anderen öffentlichen Blockchain implementieren. Dabei findet jedoch ein Konsenssystem Anwendung, welches die Korrektheit der Transaktionen gewährleistet.

Außerdem verdeutlicht das Engagement des Finanzdienstleisters, dass das Unternehmen kein Interesse am Teilen der Kundendaten hat. Vielmehr sollen die Verbraucher mehr Kontrolle über die eigenen Daten erhalten und somit den Markt eigenständig regulieren.

Allerdings lässt sich das gesamte Problem auf die Verbreitung von Fintech-Apps zurückführen. Diese haben Banken dazu ermutigt, mit Datenaggregatoren zu kooperieren. Mittlerweile gehören eben jene Datenaggregatoren zur Finanzbranche und ermöglichen mit ihren Diensten innovative Geschäftsmodelle.

Seit der Verabschiedung des Dodd-Frank-Gesetzes zögern Finanzinstitute bei der Weitergabe von Verbraucherakten in elektronischer Form. Für die Aggregatoren ist dieses Vorgehen unverständlich, da sich diese als Agenten des Verbrauchers sehen. Eine finale Antwort des Büros für Verbraucherschutz ist weiterhin ausstehend und somit eine finale Handhabung dieser Verbraucherakten nicht geklärt.

Datenaggregatoren sind eine Herausforderung für Banken

Innerhalb Europas sorgte vor allem die EUDSGVO für ein Umdenken. Dementsprechend haben Banken und Aggregatoren formelle und informelle Vereinbarungen über den Umgang mit Kundendaten getroffen. Insofern es Konflikte zwischen Banken und Aggregatoren gibt, schneiden die Banken die Nutzer vom entsprechenden Service ab.

Dementsprechend ist es erforderlich, dass die Branche sich bei LucidiTEE auf einen gemeinsamen Standard für die Kategorisierung der Kundendaten einigt. Nur auf diese Weise ließe sich sicherstellen, dass die Blockchain-Plattform mit den Daten umgehen kann. In Zukunft müssten sich Banken auf den Einsatz des Systems oder den Service eines Aggregators festlegen.

„Ein Teil des Problems bei der Blockchain-Adaption betrifft die Rationalisierung von Intermediären. Dabei können die Intermediäre zwar eine Miete verlangen, im Gegenzug jedoch auch einen Mehrwert schaffen.“ – Brian Knight, Senior Researcher im Mercatus Center der George Mason University

Auch der Datenaggregator Finicity bestätigte nach der ersten Einsichtnahme in die Pläne Visas, dass das avisierte System nicht den Service eines Aggregators bieten könne.

„Es ist einfach, wenn man es als Datenaustausch bezeichnet. Aber wenn man die Vielzahl der Anwendungsfälle, Datenintelligenz, Abweichungen bei Daten, Sicherheit, Datenschutz, Regulierung und viele weitere Faktoren betrachtet, wird das Problem ausgefeilter.“ – Nick Thomas, Gründer von Finicity

Laut Thomas befasse sich das Unternehmen jedoch mit dem Potenzial der Blockchain und möchte die Kunden beim Schutz der eigenen Daten unterstützen. LucidiTEE sorgt jedoch dafür, dass die Daten sich zwar in der Blockchain befinden, sich jedoch zu keinem Zeitpunkt extrahieren lassen.

Beim finalen System sollen alle Daten vertraulich gespeichert und nur gewünschte Berechnungen ausgeführt werden. Im Hauptbuch befinden sich alle Zusammenfassungen der Ein- und Ausgaben. Diese sind Grundlage für weitere Berechnungen.

Fazit: Visa möchte mit LucidiTEE für mehr Vertrauen in der Finanzbranche sorgen

Ein Paper der Visa Research verdeutlicht, dass sich das Unternehmen mit dem Potenzial eines Blockchain-basierten Systems zum Teilen von Transaktionsdaten befasst. Mithilfe des Systems könnten Nutzer von einem besseren Datenmangement profitieren und Ihre personenbezogenen Daten nur an verifizierte Unternehmen weitergeben.

Vor allem die Datenaggregatoren sehen das Modell kritisch und zweifeln am generierten Mehrwert. Vielmehr können nur Aggregatoren einen Mehrwert durch die Weitergabe von Personendaten generieren. Ein Durchbruch eines solchen Systems könnte langfristig dazu beitragen, dass Aggregatoren im Finanzhandel an Relevanz verlieren.

Aus meiner Sicht ist das vorgestellte System von Visa sehr interessant. Insbesondere das langfristige Potenzial bietet aus Sicht der Endnutzer Vorteile gegenüber Datenaggregatoren. Dabei erhält der Nutzer mehr Kontrolle über die eigenen Daten und profitiert von der steigenden Sicherheit der Blockchain-Lösung.

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