Türkische Digitalstrategie 2023 führt Krypto-Lira ein

Türkei plant Einführung digitale Lira auf Blockchain-Technologie

Testphase beendet – Digitale Lira soll 2020 bereit stehen.

Die türkische Regierung entwickelt digitale Bezahlplattform für internationalen Zahlungsverkehr. Schon Ende 2020 soll laut einem am 03. November veröffentlichten Bericht die Pilotphase als Teil der türkischen Digitalstrategie beendet sein.

Das türkische Amtsblatt, Resmi Gazete,  berichtet offiziell über die Zusammenarbeit des Hohen Rates für Wissenschaft und Technologie mit der türkischen Zentralbank und dem Wissenschaftlich-Technologischen Forschungsrat der Türkei, TÜBITAK.

Mit dem Projekt der digitalen Lira und der Entwicklung einer staatlichen Blockchain-Infrastruktur soll der türkische Finanzsektor zu einem weltweit führenden Finanzplatz für globale Schlüsselsektoren werden. Mit dem stark institutionellen digitalen Lira will die Türkei auf die nationalen Finanzierungsbedürfnisse reagieren, denn das Land gilt als Vorreiter bei Kryptowährungen.

Türkische Digitalstrategie wird international gefördert

Als zentrales Innovationsvorhaben wurde die Blockchain-Technologie und mögliche Anwendungsfelder vor allem für den Verkehr, den Zoll, den öffentlichen Dienst und die Verwaltung genannt. Die türkische Wissenschafts- und Forschungslandschaft wird durch ein multilaterales Projekt wie dem 7. EU Forschungsrahmenprogramm FRP und dem Horizon 2020 finanziell auch von der Bundesregierung unterstützt.

Schon im September diesen Jahres gab es eine Ankündigung der türkischen Regierung, die Blockchain zur Abwicklung von behördlichen Verwaltungsaufgaben einsetzen zu wollen. Die Zentralbank-Digitalwährung war bereits im Juli 2019 Teil des Regierungsprogramms 2020.

Der Cointelegraph Türkei zitiert den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mit:
Das primäre Ziel ist der Aufbau eines Finanzsektors mit einer starken Infrastruktur, der die finanziellen Bedürfnisse der Wirtschaft zu möglichst geringen Kosten erfüllen kann und verschiedenste Finanzprodukte an eine große Bandbreite an Investoren anbieten soll, um Istanbul dadurch zu helfen, ein weltweit attraktives Zentrum der Finanzwelt zu werden.

Türkischer Kapitalmarkt-Gipfel in Istanbul

Auf dem kommenden Turkish Capital Markets Summit 2019 am 19 und 20. November in Istanbul soll Changpeng Zhao, CEO der weltgrößten Krypto Börse Binance, eine Rede halten. Anschließend soll er sich einer Reihe von Fragen durch Gokhan Seckin, CEO des türkisches Digitalunternehmen Kimlic stellen. Beide Organisationen unterstehen direkt dem türkischen Staatsoberhaupt, der die türkische Digitalstrategie in sein Wahlprogramm mit aufgenommen hat.

Der CEO von Binance ist bei den Türken überaus beliebt und sein Erscheinen zeigt, dass der zum ersten Mal stattfindende türkische Kapitalmarkt-Gipfel zu einem strategischen Branchenevent werden kann. Die Veranstaltung wird nicht als reines Krypto Event beworben, sondern ist ein von den türkischen Kapitalmärkten organisiertes Branchen- und Expertentreffen.

Nicht überraschend, dass so hochrangiger Besuch bei dem Gipfel im Hotel Wyndham Grand Istanbul Levent erwartet wird. Schließlich ist die Türkei der drittstärkste Markt für Binance.

Mehr als 20% der Türken besitzen Kryptowährungen

Während der noch bis Ende 2020 laufenden Testphase der türkischen Digitalstrategie will die Regierung eine digitale Plattform entwickeln, die schnelle Zahlungsabwicklungen über die digitale Lira ermöglicht. Rund
20% der Türken sind im Besitz von Kryptowährungen.

Damit gilt die Türkei mit großem Abstand als Vorreiter auf dem Kryptowährungsmarkt. Zum Vergleich: In Deutschland sind es lediglich 8% der Befragten einer Studie, die angaben, Kryptowährungen zu besitzen.
Istanbul ist für den Kapitalmarkt-Gipfel nicht nur wegen seiner geografischen Lage erste Wahl. Offensichtlich wissen die Türken mehr über Satoshis Idee und Kryptowährungen als der Rest der Welt.

Türkei will am internationalen Kryptomarkt teilhaben

Es darf bezweifelt werden, dass es bei der türkischen Digitalstrategie 2023 einzig und allein um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geht. Die „Regulatory Sandboxes“, auf deutsch die Regulierungs-Sandkästen, sollen Pilotprojekte in klar abgegrenzten Sonderwirtschaftszonen ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise wirtschaftliche Freiheiten für die Teilnehmer.

Zugang zu diesen Zonen erhält nur eine kleine und ausgewählte Gruppe von Teilnehmern, die vor allem regierungstreu und Erdogan-freundlich eingestellt sein dürften. Im Projekt sollen sie nach Möglichkeiten für Versorgungsketten von Produkten oder Banking forschen.

Es ist offensichtlich, dass die Regierung in der Türkei versucht, die Nutzung der Blockchain-Technologie unter staatliche Kontrolle zu bringen. Verständlich angesichts der Kapitalflucht im eigenen Land, bei der immer mehr Türken ihr Geld über kryptographische Kanäle außer Landes schaffen.

Fazit zur türkischen Digitalstrategie

Passend dazu nun der Vorstoß des türkischen Präsidenten mit seinen Plänen zur Entwicklung eines regulierten Zahlungskanals und der digitalen Lira. Erst im Oktober sperrte der Staat über 3,3 Millionen türkische Bankkonten und ist offensichtlich unter Druck geraten wegen der anhaltenden Flaute auf den nationalen Finanzmärkten.

Die heimische Wirtschaft stagniert, die Inflation lag 2018 rund 16% über dem Vorjahr und die Türken suchen Sicherheit in Kryptowährungen. Die Unabhängig von der Weltwährung Doller mag ein weiterer Grund für den Hype um Bitcoin & Co in der Türkei sein, denn die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der USA und der Türkei gelten als angespannt und äußerst schwierig.

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