Peaq Interview – Auf dem Weg zum Gipfel des Erfolges

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Blockchainwelt: Hallo Leonard, zunächst herzlichen Dank für deine Zeit und die Gelegenheit, peaq unseren Lesern vorzustellen. Wir sind damit im Bereich von „Economy of Things“. Klären wir mal zunächst, wie euer Unternehmen richtig ausgesprochen wird und wie es zur Namensgebung gekommen ist.

Peaq formt Economy of Things

Leonard: Vielen Dank Stefanie, dass ich der Blockchainwelt über das von mir mitgegründete Unternehmen berichten darf. Wir haben lange nach einem Namen gesucht und wollten damit ausdrücken, dass wir für die besten Echtzeitanwendungen in der Industrie stehen.

Peak bedeutet Gipfel und wir haben einfach das k durch ein q ersetzt und wollten so signalisieren, dass wir die peaq-Technologie, also die beste Technologie, sozusagen das Maximum an technologischem Fortschritt, für das IoT bieten.

Leonard_Dorlöchter

Übrigens werden unsere öffentlichen Netzwerke angelehnt an unseren Namen auch wie Berge heißen, in denen wir gemeinsam den Berg sprichwörtlich erklimmen.

Blockchainwelt: Dann erkläre unseren Lesern doch bitte genauer, welche Technologien ihr mit peaq anbietet und wer eure Zielgruppen sind.

Leonard: 2017 wurde peaq unter dem Mantel der Advanced Blockchain AG initiiert und hatte das Ziel, das Potenzial der Blockchain für die Realwirtschaft im Bereich IoT möglich zu machen.

Wir haben uns dann verschiedene Protokolle angesehen und auch mit einigen Layer-1-Lösungen kollaboriert. Anschließend konnten wir die vorhandenen Schwierigkeiten besser einschätzen, haben Ende 2017 mit unserem Layer-1 R&D begonnen und sind 2018 in die Entwicklung gegangen, mit der Absicht, den Status quo der dezentralen Infrastruktur zu verbessern.

Die von peaq entwickelte DAGchain kombiniert DAG- und Blockchain-Technologie. Sie nutzt die Vorteile aus beiden Welten und überwindet aktuelle Schwachstellen beider Technologien.

Bei einer reinen DAG (Directed Acyclic Graph) ist es schwierig, dezentral Konsens zu erreichen und Smart Contracts laufen zu lassen. Bei einer reinen Blockchain sind die Skalierbarkeit und die Schnelligkeit, mit der Transaktionen stattfinden können, nicht optimal.

Die DAGchain von peaq ist keine „DAG of Transaction“, wie es beispielsweise IOTA verwendet, sondern eine „DAG of Data“. Das bedeutet, wir nutzen eine Blockchain, strukturieren die Daten in Blocks, aber nicht in einer Liste, sondern in Form eines DAG, also mit einseitig gerichteten Bezügen in einer Baumstruktur.

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Peaq steigt ins Polkadot Netzwerk ein

Ein kleiner Ausblick: Da neben technischer Performance Interoperabilität und das Ökosystem für den Erfolg eines Web3-Netzwerks ausschlaggebend sind, werden wir unsere Innovation in das Polkadot-Ökosystem bringen und dort das peaq-Netzwerk launchen. Es ist ein sehr gesundes Ökosystem hinsichtlich der Interoperabilität und es gibt dort kaum Maximalisten.

Wir haben uns von Beginn an auf Anwendungen für das IoT konzentriert und sind seit Ende 2018 vorrangig im Bereich Automotive sehr aktiv.

Eines der größten Projekte in diesem Bereich ist die dezentrale Ladeplattform, die wir gemeinsam mit einer deutschen Automobilgruppe entwickelt haben.

Der Hersteller ist auf uns zugekommen, weil er davon überzeugt ist, dass man mithilfe der Blockchain ein offenes, herstellerunabhängiges Lade-Ökosystem schaffen kann, in dem jedes Fahrzeug und jede Ladesäule eine eigene SSI erhält.

Das sind selbstsouveräne Identitäten und mit denen können die Fahrzeuge und Ladesäulen sich identifizieren und untereinander Peer-to-Peer-Handel betreiben. Mit diesem dezentralen Ansatz wird die Fragmentierung der Ladesäuleninfrastruktur und damit die existierende Reichweitenangst gelöst.

2020 wurde peaq aus der Advanced Blockchain AG losgelöst und ist seitdem ein eigenständiges Unternehmen mit vier Gründern. Wir haben die Vision einer Zukunft, in der es eine Economy of Things gibt.

Damit ist ein Ökosystem gemeint, in dem Fahrzeuge, Maschinen, Roboter und Geräte – also auch Autos und Ladestationen – selbstständig alle Arten von Waren und Dienstleistungen bereitstellen, monetarisieren und handeln können.

Wir haben uns dann angesehen, was die Probleme in diesem Ökosystem sind und wie diese gelöst werden können. Unser Team erarbeitet dann entsprechende Use Cases – die dezentrale Ladeplattform ist ein Beispiel.

In der nahen Zukunft werden wir gemeinsam mit großen Unternehmen, Mittelständlern und vor allem mit der Krypto-Community ein offenes, dezentrales Netzwerk launchen und somit unsere bisherige Arbeit open sourcen und dezentralisieren.

Das öffentliche peaq-Netzwerk zielt darauf ab, die Infrastruktur für die Economy of Things für das Web3 bereitzustellen.

Was ist das Web3?

Im Web3 bieten Token einen finanziellen Anreiz, der sich an der Schaffung, Verwaltung oder dem Beitrag zum neuen, dezentralisierten Internet beteiligen möchte.

Menschen werden für ihre Aktivitäten auf Peer-to-Peer-Basis belohnt, ganz ohne Einmischung von Banken, Regierungen oder Unternehmen. Das Web3, auch Web 3.0, bringt den Grundgedanken des Internets zurück zu den Menschen.

Eine freie digitale Welt, in der Menschen mit anderen Menschen operieren und agieren, Informationen und Werte teilen, ohne dass eine dritte Instanz beteiligt ist.

Also ein Internet zu unseren Bedingungen, denn die Dezentralisierung bringt mehr Demokratisierung.

Blockchainwelt: Was sind denn die Motivationen, dass sich Unternehmen entschließen, euer Netzwerk zu nutzen oder warum sollten sich Besitzer von Ladestationen im Netzwerk der Unternehmen anmelden?

Leonard: Wir sind davon überzeugt, dass Anreize geschaffen werden können, Maschinen, Roboter und Geräte – wie z. B. Ladestationen – zum Netzwerk hinzuzufügen und das offene, dezentrale Ökosystem zu nutzen, statt geschlossener, zentraler Systeme, die von den großen Technologieunternehmen bereitgestellt werden. Aktuell fehlt im IoT aus unserer Sicht genau dieser Anreizmechanismus.

Ein Beispiel für eine Incentivierung sind sogenannte Maschinen-NFTs, welche wir erstmals an den Markt bringen. Mit ihnen wird der Besitz an mehreren und in der Zukunft auch einzelnen Maschinen innerhalb der Economy of Things dokumentiert.

Erwirtschaften die Maschinen Umsätze, so werden ihre Investoren, welche Liquidität zur Verfügung stellen, an der Wertschöpfung der Maschinen beteiligt.

Unser Ziel ist es, dass es einen Zyklus aus Werten unterschiedlicher Art gibt und am Ende Umsätze entstehen, von denen die Investoren, die in die Maschinen investiert haben, profitieren und sich die Maschinen im EoT sozusagen selbst finanzieren können.

Machine-NFT in der Economy of Things

Blockchainwelt: Was ist das Besondere an den Machine-NFTs?

Leonard: Im Gegensatz zu anderen Projekten bauen wir keinen Marktplatz für NFTs auf, sondern fokussieren uns auf Maschinen-NFTs, das IoT und die nötigen ökonomischen Mechanismen innerhalb der Economy of Things – der Wirtschaft der Dinge – in der Fahrzeuge, Maschinen, Roboter und Geräte – also auch Autos und Ladestationen – selbstständig alle Arten von Waren und Dienstleistungen bereitstellen, monetarisieren und handeln können.

Maschinen-NFTs sind deshalb so relevant, weil sie für Liquidität sorgen und Besitz darstellen können. Ein Konzept, an welchem wir arbeiten, wird es Menschen ermöglichen, an den Umsätzen, die die Maschinen erwirtschaften, Anteil zu haben.

Wir sehen genau darin den USP von peaq, nämlich ein höchst effizientes Netzwerk an „Dingen“, die dezentral auf dem peaq-Netzwerk Handel betreiben können und der gesamten Gesellschaft dient, nicht andersherum.

Physische Dingen werden zu digitalen Assets, die alle Arten von Werten autonom, sicher und ohne Zwischenhändler monetarisieren und handeln.

Blockchainwelt: Wer ist denn neben den Automobilherstellern an eurem Netzwerk interessiert oder für wen könnte die dezentrale Struktur Vorteile bieten?

Leonard: Neben der Zielgruppe Automotive sind auch Use Cases für Service-Roboter, Drohnen, jegliche Ladestationen sowie Zonen bei einer Mautstrecke denkbar. Ganz konkret.

Menschen könnten in der Economy of Things ihre privaten Parkplätze direkt an jedermann und zu jeder Zeit vermieten, um dem Parkplatzmangel in überfüllten Stadtzentren zu begegnen.

Oder es gäbe eine einfache und kosteneffiziente Möglichkeit, den Zugang und die Bezahlung im Rahmen einer Maut für Fahrzeuge wie Autos, Lastwagen und Drohnen zu bestimmten Bereichen und Straßen in ihrer Stadt zu regeln.

Vielleicht realisieren wir irgendwann einmal autonome Kaffeestände, an denen Roboter Kaffee zubereiten und ausgeben, während die Abrechnung und alles über das peaq-Netzwerk laufen.

Die Nutzer, die Maschinen-NFTs an den Robotern erworben haben, erhalten dann ihren Anteil am Umsatz dieser autarken und Blockchain-gesteuerten Business-Einheit, nämlich dem Kaffeestand.

Blockchainwelt: Wie sieht es mit dem Mittelstand in Deutschland aus. Gibt es hier Tendenzen zu erkennen, dass diese Unternehmen offen für dezentrale Netzwerke oder innovative Lösungen rund um die Digitalisierung sind?

Leonard: Wir kooperieren nicht nur mit großen Automobilkonzernen. Grundsätzlich ist die Technologie für jegliche OEMs geeignet, nicht nur im Bereich der Fahrzeugproduktion.

Es geht vielmehr um jegliche Art von Maschinen, Geräten oder Roboter. Unsere Lösungen sind auch in Richtung Mittelstand anschlussfähig. Von KMU erhalten wir auch Anfragen, die sind offen für Innovationen.

Aktuell kommen Anfragen für zukunftsweisende Ideen oder Projekte mehrheitlich von großen Unternehmen. Da muss man ehrlich sein, hängt der Mittelstand noch etwas hinterher.

Übrigens richten wir uns nicht nur an die Industrie, sondern sprechen mit dem peaq-Netzwerk hauptsächlich private Nutzer, Investoren und Entwickler an.

Das peaq-Netzwerk ist also nicht nur B2B, sondern vor allem auch B2C. Die Disruption, welche durch das Web3 entsteht, wird vor allem von Privatpersonen vorangetrieben und nicht durch etablierte Unternehmen.

Mobilität und Energie der smarten Welt von Morgen

Blockchainwelt: Welche Leistungen kannst du dir neben dem Thema der dezentralen Ladeplattform noch für peaq vorstellen?

Leonard: Der Bereich Mobilität steht ganz klar oben auf der Agenda. In Zukunft werden viele Nutzer eines E-Autos auch eine Ladestation zu Hause haben.

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und der Elektromobilität können diese Lademöglichkeiten unterstützen. Dies würde auch viel Druck von Regierungen nehmen, sollte dies gelingen.

Der Haken: Aktuell können Privatpersonen ihre Ladestationen nicht an öffentliche Roaming-Plattformen anschließen. Es würde sich schlicht nicht rechnen und zu hohe (Anschluss- und Transaktions-)Kosten zur Folge haben. Auf Basis einer dezentralen Infrastruktur fielen diese Kosten nicht an.

Ein weiteres wichtiges Feld ist der Energiesektor. Energie ist ein wichtiger Bestandteil der Economy of Things, der in Zukunft viel verkauft sowie gehandelt wird. Hat z. B. ein Smarthome eine eigene Identität, sind auch hier Einsatzmöglichkeiten denkbar.

Es könnte beispielsweise erzeugte Energie zur richtigen Zeit kaufen und verkaufen, abhängig von der Preisentwicklung. Die Zukunft des Energiemarkts wird dezentral sein.

Häuser werden Strom verbrauchen und aus Solaranlagen gewonnene Energie ins Netz einspeisen. Fahrzeuge werden bidirektional laden und Strom ins Netz zurückgeben, wenn dieser benötigt wird oder übrig ist.

Grundsätzlich fallen viele Mikrotransaktionen an, die sich in der Summe nicht über Banken abwickeln lassen. Dafür braucht es eine sehr effiziente, dezentrale Transaktionsinfrastruktur.

Die Besitzer privater Ladestationen erhalten eine kostengünstige Möglichkeit, ihre Ladestationen dem öffentlichen Ladenetz hinzuzufügen. Der Zugang zu einer größeren Anzahl von Ladestationen wird die Eintrittsbarrieren senken und die Benutzererfahrung verbessern.

Leonard Dorlöchter

Chief Product Officer und Co-Founder des Berliner Blockchainunternehmens peaq

Blockchainwelt: Kommen wir nochmal auf die Economy of Things zu sprechen und das Stichwort Plattform-Ökonomie. Hat Deutschland hier den Trend verschlafen?

Leonard: Ja, das haben wir. Wir sind in Deutschland sehr gut darin, Dinge, also Maschinen und Geräte, zu produzieren. Hier sind wir Weltmarktführer.

Und dennoch müssen wir aktuell sehr viel Wertschöpfung an die großen Hyperscaler abgeben, weil wir selbst nicht die nötige Plattformtechnologie haben. Mit dem Web3 besteht aber nun die Möglichkeit, dezentrale Marktplätze aufzubauen.

Es gibt zahlreiche gute und sehr innovative Unternehmen, die im Web 3.0 die Zukunft sehen. Hier kann man beispielsweise Bosch als Vorzeigeunternehmen nennen. Solche Unternehmen können in der Economy of Things mit ihren Produkten Mehrwert generieren.

Und genau um diesen Mehrwert geht es uns auch. Wir sehen hier eine echte Chance für die deutsche Industrie, indem der zentrale Zwischenhändler aus vielen Wertschöpfungsketten entfernt wird und die Unternehmen damit auch in Bezug auf Daten und Wertschöpfung in gewisser Hinsicht unabhängiger werden können.

Ein Grund, warum wir von peaq auch bei Gaia-X aktiv sind. Dabei konzentrieren wir uns darauf, die Peer-to-Peer-Transaktionen ohne Zwischenhändler in der Economy of Things auf Basis dezentraler Plattformen möglich zu machen.

Ökonomie der Dinge – Economy of Things

Das Internet der Dinge und die Distributed Ledger Technologie wachsen durch die Möglichkeiten beider Technologien enger zusammen. Die Ökonomie der Dinge entsteht, bei der die DLT drei Anwendungen im Internet der Dinge möglich macht:

1) Dezentrale Plattformen und Marktplätze

2) Self-Sovereign Identities

3) Fungible und Non-fungible Token

In der Econmy of Things sind Dinge kontextbezogen und vernetzt. Jedes Gerät ist in der Lage, seinen eigenen Wert autonom zu monetarisieren und zu handeln.

Durch diese nahtlose Wertgenerierung und Wertübertragung werden neue Märkte in sicheren und offenen Ökosystemen entstehen. Das wiederum erzeugt noch mehr Wert, da alle vernetzten Dinge jetzt auch autonom kommunizieren, finden und kaufen können, was sie auf digitalen Marktplätzen benötigen.

Es wird ein Paralleluniversum entstehen, in dem physische Dinge existieren und ihre Komplexität für Mehrwerte einsetzen.

Blockchainwelt: Wie seht ihr die Herausforderungen einer allumfassenden Mobilität in der smarten Zukunft? Verlieren wir nicht den Überblick bei all den Angeboten? Zumal die ja noch nicht miteinander vernetzt sind.

Leonard: Sich für die Mobilität der Zukunft richtig aufzustellen, ist eine Herausforderung. Mobilität ist vielschichtig und komplex: Aktuell haben Anbieter von Mobilitätsangeboten eine eigene Software, eine eigene Plattform und eine eigene Flotte.

Beispielsweise beim Carsharing sind Nutzer auf mehrere Apps angewiesen, um die Dienstleistungen der verschiedenen Anbieter verwenden zu können.

Wir wollen mit dem peaq-Netzwerk dazu beitragen, dass all diese Mobilitätsangebote zukünftig in einem dezentralen Netzwerk anzutreffen sind und alle Dinge, die wir für Mobilität benötigen, eine eigene Identität haben.

So können z. B. Fahrzeug- und App-Entwickler auf diese offene und dezentrale Datenbank zugreifen, sodass Nutzer nur noch eine App benötigen und dort alles vorfinden, was sie benötigen.

Wenn alle Dinge der Mobilität auf Peer-to-Peer-Prozesse basieren, löst das auch die vorherrschende Fragmentierung. Es gibt nicht mehr so viele zentrale Mobilitätsplattformen, bei denen Unternehmen ihre Leistungen anbieten.

Blockchainwelt: Ist so ein Vorhaben nicht extrem kostenintensiv?

Leonard: Natürlich braucht es erst einmal Ressourcen, diese Infrastruktur aufzusetzen. Ein offenes Ökosystem hat aber große Effizienzgewinne zur Folge: Unternehmen können sich noch stärker als heute auf ihre Services konzentrieren, weil die „Dinge“, also die Fahrzeuge, die sie vermieten, Teil der Economy of Things sind.

Carsharing-Anbieter müssen heute sehr viel Kapital investieren, um Fahrzeuge für Flotten anzuschaffen. Zukünftig kann dieses Kapital dezentral „gepooled“ werden, sodass ein Carsharing Service wesentlich schlanker wird.

Ein weiteres Argument: Wenn ein „Ding“ – ob Auto, E-Scooter oder Drohne – nur auf einer zentralen Plattform existiert, ist dessen Auslastung nicht maximiert. Das gilt auch für Ladestationen, die nur von Nutzern angefahren werden können, die Zugang zu der ausgewählten Plattform haben.

Ein dezentrales Netzwerk kann somit die Auslastung und die Nutzerfreundlichkeit deutlich steigern. Instandhaltungskosten oder etwa Aufwände für Versicherungen werden zudem auf eine größere Anzahl von Nutzern umgelegt und damit für alle Beteiligten geringer.

Indem Zwischenhändler in der Economy of Things wegfallen, senkt das auch die sogenannten „Ecosystem reconciliation costs“. Diese Kosten fallen an, wenn verschiedene Parteien miteinander abrechnen müssen – z. B. bei den Ladevorgängen bei Elektrofahrzeugen.

IBM geht davon aus, dass durch dezentrale Ökosysteme 30 – 40 Prozent dieser Kosten eingespart werden können.

Was ist Decentralized Charging?

Weltweit gibt es bereits mehr als 11 Millionen Elektrofahrzeuge, die meisten davon in China und den USA. In Deutschland sind es im vergangenen Jahr bereits ½ Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb gewesen und der Trend zeigt nach oben. Doch fehlende Ladestationen stehen der größeren Akzeptanz in der Bevölkerung im Wege.

Öffentliche Ladepunkte gehören darüber hinaus Hunderten von Betreibern mit jeweils eigener Infrastruktur und selbst entwickelten Systemen. Ladekarten sollten über möglichst viele Ladepunkte und Anbietersysteme hinweg funktionieren, wir benötigen daher dringend ein dezentrales Lade-Ökosystem.

Das Problem mit der fragmentierten Ladeinfrastruktur sollte durch die 2014 eingeführte ISO 15118, auch bekannt als Plug&Charge P&C, gelöst werden. Doch es kommt zu Implementierungsproblemen und damit zu mangelnder Akzeptanz.

Peaq arbeitet an einer offenen, dezentralen Lösung, die von allen Beteiligten betrieben und verwaltet werden kann. Von OEMs über Ladestationsbetreiber, Mobility Service Provider, MSP, bis hin zu Energieversorgern.

Es geht um eine neutrale Ladeökonomie, bei der die automatische Ausführung von Peer-to-Peer-Transaktionen unter Verwendung von Smart Contracts und ohne Zwischenhändler ausgeführt werden können.

Peaq ist dem EU-finanzierten GAIA X MoveID-Konsortium beigetreten und ist als erstes Blockchain Unternehmen Mitglied im Verband der Automobilindustrie. Das peaq-Netzwerk ist ideal, um neben dem dezentralen Laden auch dezentrales Parken sowie weitere interessante dezentrale Lösungen anzubieten.

Blockchainwelt: Stichwort Economy of Things 2030+. Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Leonard: In 5 Jahren sind wir mittendrin im Shift, weg von einer zentralisierten hin zu einer dezentralen IoT-Welt. Viele Produkte werden Teil des peaq-Netzwerks sein und damit auch eine Reihe von Applikationen – wie das dezentrale Laden – von einer Großzahl an Nutzern genutzt werden.

In 10 Jahren wird ein Großteil der „Dinge“ aus dem IoT eine eigene Identität auf dem peaq-Netzwerk haben. Sie können so ökonomisch höchst effizient interagieren und Handel betreiben.

In der Economy of Things wird der Wert, den Maschinen generieren, an den Menschen zurückgeben, für ein finanzielles Einkommen sorgen und ihnen Sicherheit bieten.

Im Dienst der Menschheit können dezentrale Netzwerke so auch einen Ausgleich schaffen zu den Arbeitsplätzen, die im Rahmen der Digitalisierung an der einen oder anderen Stelle verloren gehen könnten.

Ausgezeichnet: peaq gewinnt den Breakthrough Award 2021

Berliner Blockchain-Unternehmen peaq überzeugt bei renommiertem Start-up Wettbewerb und erhält den 1. Platz der Fachjury.

Autor
Autorin

Stefanie Herrnberger ist als freiberufliche Referentin und Redakteurin tätig. Ihre langjährige berufliche Erfahrung im Bereich der Industrie 4.0, Digitalisierung und Blockchain bieten ihr den perfekten Background, um über Anwendungsfälle der Distributed-Ledger-Technologie in der globalen Industrie und Wirtschaft zu berichten.

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