USA: Warum Republikaner den GENIUS Act arg kritisieren

Das Wichtigste in Kürze
- Warren Davidson und Marjorie Greene, zwei Krypto-Förderer aus der Republikanischen Partei, kritisieren den GENIUS Act arg.
- Davidson sieht die Schuld am schwächelnden Kryptomarkt sogar bei dem neuen US-Stablecoin-Gesetz, das im Spätjahr 2026 in Kraft treten soll.
- Laut Einschätzung der Kritiker schädige das Gesetz den Kryptomarkt, da es die grundlegenden Prinzipien von Bitcoin und Co. verrät.
USA: Warum Republikaner den GENIUS Act arg kritisieren
Zum Jahreswechsel äußerten sich auf X zwei kryptofreundliche Vertreter der Republikanischen Partei.
Mit Donald Trump stellt sie den amtierenden US-Präsidenten. Zudem hält sie in beiden Häusern des Bundesparlaments die Mehrheiten.
Infolgedessen lenken die Republikaner die politischen Geschicke der Vereinigten Staaten von Amerika.
Trotzdem zeigen sich mit Warren Davidson und Marjorie Taylor Greene zwei Republikaner unzufrieden.
Über X kritisierten sie die erfolgreiche Verabschiedung des GENIUS Acts im Juli und weitere Entscheidungen ihrer Parteikollegen arg.
“Was passiert gerade im Kryptomarkt? Stagnierende oder rückläufige Märkte. Deutliche Stimmungsänderung… Ein paar Gedanken dazu”, leitete Davidson seinen gestrigen Beitrag ein.
What's going on in crypto? Flat or declining markets. Definite vibe shift… A few thoughts.
Markets have stalled, in my opinion, because the disintermediation use case has been effectively destroyed in America. An account-based industry offers no distinct advantage over the…
— Warren Davidson 🇺🇸 (@WarrenDavidson) December 31, 2025
Der Abgeordnete sieht den Grund für den schwächelnden Markt in den Entscheidungen der US-Politik. Besonders der GENIUS Act sei schuld.
Im Jahresrückblick 2025 legte Blockchainwelt dar, warum das US-amerikanische Stablecoin-Gesetz als so bedeutend gilt.
Die Verordnung ermöglicht die Verbreitung von Stablecoins in den USA – einem der wichtigsten Märkte der Erde.
Die Blockchain, so glauben Experten, findet Einzug in den alltäglichen Gebrauch und Stablecoins konkurrieren dann mit populären klassischen Zahlungssystemen wie den Kredit- und Debitkarten.
Für den Kryptomarkt sei diese Entwicklung allerdings nicht so förderlich, wie sie im ersten Moment wirkt, meint Davidson.
“Meiner Meinung nach sind die Märkte ins Stocken geraten, weil der Anwendungsfall der Disintermediation in Amerika effektiv zerstört wurde”, beschreibt der Politiker.
Davidson beschreibt damit ein besonderes Problem, das Stablecoins ganz im Gegensatz zu vollwertigen Kryptowährungen aufweisen.
Kürzlich hatte Blockchainwelt über Stablecoin-Sperrungen in Milliardenhöhe berichtet.
Diese sind nur möglich, da Stablecoin-Emittenten eine nahezu absolute Macht über ihre Token entfalten können – und zwar auch dann, wenn sich diese in den Wallets der Nutzer befinden.
Krypto-Förderer der US-Politik warnen vor Stablecoin-Gesetz
In seinem Beitrag legt Davidson dar, warum der GENIUS Act für den Kryptomarkt eher bedrohlich als förderlich ist.
Im Vergleich zu klassischen Zahlungssystemen weisen Stablecoins schließlich keinen wirklichen Vorteil auf.
“Eine auf Konten basierende Branche bietet gegenüber dem Status quo keinen eindeutigen Vorteil. Eine toxische Kombination aus regulatorischem und rechtlichem Fehlverhalten in Verbindung mit legislativer Trägheit hat in Amerika zu Kapitalflucht und Kundenflucht geführt”, schrieb Davidson.
Die Besonderheit an Krypto soll eigentlich die gesteigerte Eigenverantwortung und eine komplette Kontrolle über die eigenen Gelder sein.
Stablecoins bieten diese Vorteile nicht, sondern ähneln in ihrer Funktionsweise dem Bankguthaben.
“Denkt daran, dass das Versprechen von Bitcoin nicht in einem illiquiden, inflationären Vermögenswert besteht, sondern vielmehr in einem genehmigungsfreien Peer-to-Peer-Zahlungssystem. Mit Bitcoin kann euch kein Unbeteiligter den Zugriff auf euer Geld einschränken”, fügt Davidson an.
Marjorie Greene stimmt dieser Einschätzung zu. Sie befürchtet, dass GENIUS vorwiegend den Banken und den Behörden zugutekommt. Davidson und Greene sehen im CLARITY Act weitaus mehr Potenzial.
CLARITY ist ein Gesetzesvorschlag, der Rechtssicherheit über die Grundlagen der Kryptowährungen bringen soll.
Nutzern würde dann etwa das Recht auf die eigenständige Verwaltung ihrer Coins zugesichert.
“Wir müssen diesen globalistischen Überwachungsstaat zurückweisen und zu den Grundprinzipien zurückkehren”, fasst Davidson zusammen.

