Square Whitepaper kündigt tbDEX-Protokoll an

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Square hat das Whitepaper und damit seine Pläne für eine eigene dezentrale Krypto-Börse veröffentlicht.

Square Whitepaper mit erstem Entwurf für eigene DEX

Das von Jack Dorsey gegründete Unternehmen gibt im Whitepaper ausführliche Informationen zum dezentralen Protokoll namens tbDEX.

Mit tbDEX soll es einfacher sein, Assets zwischen unterstützenden Frameworks zu tauschen und zu handeln. Die Plattform wird DID und VCs nutzen, um für Sicherheit zu sorgen und soziales Vertrauen zu gewährleisten.

Der erste Entwurf des tbDEX Square Whitepapers ist nun veröffentlicht und die Community auf Github kann an der weiteren Entwicklung teilhaben.

Das Whitepaper für die eigene Bitcoin Krypto-Börse gilt also noch nicht als vollständig oder gar endgültig, sondern stellt ein vorgeschlagenes Design für die öffentliche Kommentierung dar. Einen interessanten Krypto-Börsen-Vergleich gibt es hier.

Nach Abnahme des endgültigen Protokolldesigns werden die tbDEX-Protokollspezifikationen entwickelt und veröffentlicht. Danach folgt eine standardkonforme Open-Source-Referenzimplementierung und ein SDK für Wallets sowie eine Referenzimplementierung der PFI Node Software.

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Was ist das tbDEX-Protokoll?

Das Protokoll soll den Austausch von Vermögenswerten über mehrere dezentrale Netzwerke für Jedermann deutlich leichter machen.

Um die Herkunft der Nutzer aus der realen Welt eindeutig festzustellen, verwendet das tbDEX-Protokoll dezentrale Identitäten DID und verifizierbare Anmeldeinformationen VC.

Jack Dorsey, CEO von Square und Twitter, kündigte bereits im vergangenen August den Plan einer offenen Entwicklungsplattform für den dezentralen Austausch von Bitcoin an.

TBD ist die neue Abteilung von Square, die sich auf die Entwicklung verwahrter und dezentraler Finanzdienstleistungen konzentriert und die Krypto-DEX aufbaut.

Die Bitcoin DEX von Square wird nicht verwahrende, genehmigungsfreie und dezentralisierte Finanzdienstleistungen mit Fokus auf Bitcoin vereinfachen.

Die Non-custodial Wallet kann überall auf der Welt über die Plattform verbunden werden und am dezentralen Austausch von Fiat gegen Bitcoin teilhaben.

Derzeit ist es so, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen auf unserem Planeten Löhne erhält und Waren und Dienstleistungen in Fiat bezahlt.

Das Potenzial von Bitcoin kann mit dezentralen Finanzinfrastrukturen freigesetzt werden, wenn es geeignete technische Brücken zwischen der Fiat- und der Krypto-Welt gibt.

Square Bitcoin DEX nutzt DID und VCs

Das tbDEX-Protokoll ermöglicht jedem Individuum von Krypto-Innovationen zu profitieren. Da der Austausch von Werten über diese beiden Welten auch bedeutet, eine regulierte Seite und eine nicht-regulierte Seite zu verbinden, müssen regulatorische Gegebenheiten geschaffen werden.

Square geht mit dem tbDEX-Protokoll diesen Weg und implementiert dafür die Dezentralen Identifikatoren DID.

Die überprüfbaren digitalen Identitäten ermöglichen den vertrauenswürdigen Austausch zwischen Parteien. Dabei ist allerdings die Methode offen, erlaubnislos und zensurresistent laut Square Whitepaper im Protokoll implementiert.

Beim tbDEX-Protokoll gibt es keinen Governance Token. Stattdessen ermöglicht das Protokoll den Teilnehmern, Vertrauen direkt miteinander auszuhandeln oder sich gegenseitig freiwillig auf vertrauenswürdige Dritte zu verlassen.

Die Transaktionsgebühren richten sich nach dem jeweiligen Vertrauensrisiko, das bedeutet, sie sind bei maximaler Anonymität zwangsläufig höher und bei maximaler Offenlegung entsprechend niedrig.

Das tbDEX-Protokoll erleichtert auch den sicheren Austausch der minimal erforderlichen Identitätsinformationen. Das können rechtliche, regulatorische oder andere Risikobetrachtungen sein.

Im Square Whitepaper ist außerdem die Information enthalten, dass das Protokoll selbst keine personenbezogenen Daten sammelt oder aufzeichnet.

Die Bitcoin DEX von Square

Trust

Hier gibt es laut Square Whitepaper einen großen Unterschied zu anderen dezentralen Protokollen, denn es handelt sich nicht um ein vertrauensloses Modell wie bei Atomic Swaps.

Keine Schnittstelle zum Fiat-Geldsystem kann aus Sicht der Entwickler von Square vertrauenswürdig sein, denn die Endpunkte von Fiat-Transaktionen werden immer einer Regulierung unterliegen.

Das bedeutet, dass jeder Wertaustausch im Wesentlichen auf anderen Mitteln zur Steuerung von Vertrauen beruhen muss. Im Fall des tbDEX-Protokolls ist das die Reputation. Aufbauend auf DID ist ein Vertrauensmodell entstanden, dass letztlich in der Kontrolle von zwei Einzelpersonen, Wallet-Anbietern oder Vertrauensdeligierten liegt.

Das Protokoll selbst ist nicht auf eine Föderation angewiesen, um Berechtigungen oder den Zugriff auf das Netzwerk zu kontrollieren.

Square tbDEX Protokoll
Quelle: www.squarecrypto.org

Ganz abstrakt betrachtet, ist es ein erweiterbares Messaging-Protokoll mit der Fähigkeit, verteilte Vertrauensbeziehungen als zentralen Designaspekt zu bilden.

Die Natur des Vertrauensverhältnisses zwischen einzelnen Wallets und einem teilnehmenden Finanzinstitut wird niemals universell sein, denn sie unterliegen verschiedenen Gesetzen und Vorschriften.

DID

Dezentrale Identifikatoren sind eine neue Art von Identifikatoren, denn sie sind überprüfbar, dezentral und digital. Eine DID bezieht sich auf ein beliebiges Subjekt, etwa eine Person, eine Organisation oder eine Sache sowie Daten.

DID sind so konzipiert, dass sie von zentralisierten Identifikatoren entkoppelt werden können. Der Eigentümer einer DID hat die Kontrolle über seine Daten und kann bestimmen, wer Zugang zu seinen Daten bekommt.

DID sind Uniform Resource Identifiers (URIs), die einem DID-Dokument einen DID-Betreff zuordnen, sodass vertrauenswürdige Interaktionen möglich sind.

In der Metadatendatei sind zwei primäre Datenelemente enthalten, und zwar einerseits kryptografisches Material, mit dem der DID-Besitzer die Kontrolle über die zugehörige DID nachweisen kann. Andererseits Routing-Endpunkte für Standorte, mit denen man möglicherweise in Kontakt treten und Daten austauschen möchte.

DID lassen sich am besten in ein System implementieren, wenn es:

  • offen, öffentlich und ohne Berechtigungen ist
  • robust gegen Zensur manipulationssicher ist
  • abgeschlossene, unabhängige Datensätze erstellen kann und
  • nicht auf Behörden, vertrauenswürdige Dritte oder Entitäten angewiesen ist.

VCs

Bei den überprüfbaren Anmeldeinformationen können wir beweisen, dass wir beispielsweise in der Lage sind, ein Fahrzeug zu führen. Bisher gab es keinen einheitlichen Standard für digitalisierte Berechtigungen oder digitale Zeugnisse.

Verifiable Credentials sind eine Standardmethode zum Ausdrücken von Anmeldeinformationen in der gesamten digitalen Welt. Sie erfolgt kryptografisch gesichert und respektiert die Privatsphäre. Außerdem sind die Informationen maschinell verifizierbar.

Protokoll ist eigentlich ein Messaging-System

Laut dem Square Whitepaper für das tbDEX-Protokoll ist der eigentliche Kern des Protokolls in mehrere Kommunikationsschichten unterteilt.

Wallets und die angeschlossenen Finanzunternehmen handeln ihr Vertrauen direkt untereinander aus.

Das tbDEX-Protokoll zielt darauf ab, Systeme mit dezentraler Identität zu entwickeln, um neue Märkte zu schaffen, bei denen Vertrauen durch DID und VCs sichergestellt ist.

Das Ziel von TBD, dem Entwicklerteam bei Square, ist es laut Whitepaper nicht, die Anonymität der Transaktionen um jeden Preis zu wahren.

Rein theoretisch könne ein Finanzunternehmen auf der Plattform auf die Verwendung von VCs verzichten, dies würde jedoch die Transaktionen mit der Gegenpartei sehr risikoreich machen.

Square will an den DeFi-Markt

Der Bezahldienstleister Square trifft mit der Ankündigung und der Veröffentlichung des Whitepapers auf jeden Fall genau den Trend, denn DeFi-Anwendungen boomen geradezu.

Und gerade dem durchschnittlich aufgeklärten Anleger ist es bisher kaum möglich, am Krypto-Space teilzunehmen, denn es ist sehr kompliziert, Fiat ins Krypto-Space zu bringen und dort über kostenpflichtige Transaktionen bei DEX in Kryptowährungen zu tauschen.

Der Weg vom klassischen Finanzmarkt in den Kryptomarkt ist überaus komplex und mit vielen Hürden versehen. Doch damit soll Schluss sein, denn das tbDEX-Protokoll will genau hier ansetzen.

Bitcoin, Bitcoin und nur Bitcoin

Was aber unklar bleibt, ist die Fragen, warum Square nicht die Infrastruktur von Ethereum nutzt?

Schließlich ist das Netzwerk, das Smart Contracts verwendet, bereits entwickelt. Es bietet Transaktionen zwischen Fiat, Krypto und dezentrale Börsen. Ebenso sind Identitätslösungen bereits vorhanden.

Die Antwort könnte natürlich darin liegen, dass Jack Dorsey ein großer Befürworter von Bitcoin ist und selbst Bitcoin in Millionenhöhe hält. Er hat auch in der Vergangenheit kein Interesse an Ethereum gezeigt.

Daher ist es wohl nicht verwunderlich, dass im Square Whitepaper keine Silbe von Ethereum oder anderen Kryptowährungen, außer dem Bitcoin, zu finden ist.

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